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  • LimburgGoldschmied für Gott und Teufel

    Die Staurothek, die dem Museum seinen Namen gab, ist eine kostbare byzantinische Schmucklade. Sie steht als Goldschmiedearbeit ersten Ranges für die kunsthistorische Sammlung und ist die wichtigste Reliquie des Bistums. Der Legende nach soll die Heilige Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, das wahre Kreuz bei ihrer Pilgerfahrt in Jerusalem gefunden und an den Kaiserhof nach Konstantinopel überführt haben. Als Konstantinopel auf dem vierten Kreuzzug 1204 erobert wurde, kam die Staurothek in den Besitz des Ritters Heinrich von Ulmen, der den Schatz dem Augustinernonnenkloster Stuben an der Mosel schenkte. Herzog Wilhelm von Nassau übergab die Staurothek nach der Säkularisierung des Klosters 1835 dem Bistum Limburg.

    In der Staurothek in Limburg sind der Domschatz und Goldschmiedekunst ausgestellt.  Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus/Heidrun Braun
    In der Staurothek in Limburg sind der Domschatz und Goldschmiedekunst ausgestellt.
    Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus/Heidrun Braun

    Der Domschatz und das Diözesanmuseum dokumentieren Wendungen in der Frömmigkeitsgeschichte, die Pflege der Liturgie durch die Jahrhunderte, die Wechselwirkungen zwischen der abendländischen Geschichte und der Region, aber auch besondere Ereignisse und Persönlichkeiten, die mit dem Bistum Limburg verbunden sind. Eine dieser Persönlichkeiten ist der Goldschmied Karl Borromäus Berthold (1889–1975), dem zum ersten Mal eine Ausstellung in der Staurothek gewidmet ist. Unter dem Motto „Goldschmied für Gott – und den Teufel“ beleuchtet sie die widersprüchliche Persönlichkeit Bertholds. Er war einer der besten Goldschmiede Deutschlands und fertigte viele Stücke im Auftrag der katholischen Kirche an. 1927 stellte er im Vatikan aus und wurde von Papst Pius XI. empfangen. Am bekanntesten ist der 1929 für den Frankfurter Dom geschaffene Bartholomäusschrein. Ein Jahr später überreichte er Adolf Hitler den sogenannten Führerring mit einem Hakenkreuz aus Edelsteinen. Seine Begeisterung für den Nationalsozialismus und sein Engagement als Leiter der Städelschule Frankfurt gegen die „entartete Kunst“ wirft einen dunklen Schatten auf seine Biografie.

    Die Ausstellung „Goldschmied für Gott – und den Teufel“ ist noch bis zum 28. Juni in der Limburger Staurothek zu sehen. Eine kostenlose Führung durch die Ausstellung findet am Mittwoch, 12. April, um 12.15 Uhr statt. Das Museum hat Dienstag bis Samstag von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro.

    Informationen: Diözesanmuseum Limburg und Domschatz (Staurothek), Domstraße 12, Limburg, Telefon 06431/295 482. Weitere Ausflugstipps gibt es unter www.gastlandschaften.de/lahntal

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