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  • Folge 948 Die Vulkaneifel verdankt ihre prachtvolle Erlöserkirche einem preußischen Adligen mit viel Familiensinn

    Ausflugsziel Mirbach: Warum im Eifelort eine Kirche fast so prächtig wie eine Kathedrale steht

    Mirbach. Die Kirche im Eifelort Mirbach, Ortsteil der Gemeinde Wiesbaum, in dem die siebte Etappe des Eifelsteigs endet, hat schon so manchen Wanderer in Erstaunen versetzt. Sie wirkt für das kleine Dorf unangemessen groß, fast wie eine Kathedrale. Deshalb wird sie gern als Eifeldom bezeichnet.

    Foto: Rheinland-Pfalz-

    Die Bewohner von Mirbach wussten sicher auch nicht recht wie ihnen geschah, als Ernst Freiherr von Mirbach 1902 in ihrem Dorf eine Kirche baute, die allen viel zu groß und prächtig erschien. Grund dafür war allein der Name des Dorfes. Der Freiherr, Kammerherr und Oberhofmeister der Kaiserin, war nicht nur in Berlin mit Kirchenbauten beschäftigt, sondern auch mit seiner eigenen Ahnenforschung.

    In Mirbach glaubte er den idealen Ahnensitz gefunden zu haben, obwohl kein Dokument einen Bezug zu seiner Familie belegen konnte. Doch der Freiherr war sich sicher und schrieb über einen Besuch in der Eifel: „Das Herz schlug mir höher. Ich betrat den geweihten Boden meiner Ahnen, wo dieselben um das Jahr 400 mit den Franken eingewandert waren und man ihre Spuren bis zu den Zeiten Karls des Großen hinauf verfolgen kann, als sie zwischen 800 und 1000 sich wahrscheinlich unter den Lehnsleuten der von ihm eingesetzten Gaugrafen von Are befanden.“

    Kaiser Wilhelm II. genehmigte den Bau der neoromanischen Erlöserkirche und ließ es sich nicht nehmen, 1906 den Neubau persönlich in Augenschein zu nehmen. Er soll begeistert gewesen sein. Der an der Kanzel verbaute Marmor war sozusagen die Resteverwertung des übrig gebliebenen Materials der Wandverkleidung in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Leuchtende Mosaike, Bildhauerarbeiten aus Tuffstein und bunte Glasfenster vervollständigen den Prunk des wilhelminisch-neostaufischen Historismus.

    Für die Mirbacher blieb das Prachtstück preußischer Baukunst mehr Last als Freude. Die für den Unterhalt der Kirche gedachten Gelder der Mirbach-Stiftung waren irgendwann aufgebraucht und die Kirche drohte zu verfallen. Der Nachkomme des ahnenfreundlichen Freiherrn schenkte die Kirche der Gemeinde Wiesbaum, die sie mit Geldern der öffentlichen Hand ab 1956 vier Jahre lang renovierte.

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