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Ring: Mitarbeiter sind weiter verunsichert

Nürburgring/Mainz - Die Mitarbeiter der Nürburgring Automotive GmbH (NAG) bangen weiter um ihre Jobs am Ring. Das hat sich auch nach der Kündigung des Pachtvertrags durch die rheinland-pfälzische Landesregierung diesen Dienstag nicht verändert. "Schließlich sind die geplanten Kündigungen noch nicht vom Tisch", wie Jürgen Jung, Fachbereichsleiter der Gewerkschaft Verdi, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. In der Region denken die Menschen derweil darüber nach, wie der ihrer Ansicht nach strukturpolitische Auftrag des Rings erfüllt werden kann.

Die gedrückte Stimmung am Nürburgring hält sich - vorerst. Nach der Kündigung des Pachtvertrags durch das Land schauen die Menschen in der Region nach vorne. Allerdings: Es könnte nun ein langer Rechtsstreit folgen - sofern sich Land und private Ring-Betreiber nicht einigen.
Martin Gausmann

Sehr überrascht seien die NAG-Mitarbeiter gewesen, als sie diesen Dienstagmorgen gegen 10 Uhr eine E-Mail ihrer Chefs erhielten: Darin teilten Jörg Lindner, Kai Richter und Karl-Josef Schmidt mit, dass die Landesregierung gegen Mittag den Pachtvertrag kündigen würde. Das Schreiben schloss allerdings kämpferisch: "Es geht weiter am Ring wie bisher. Und: Wir bleiben an Bord." Noch während Innenminister Roger Lewentz in Mainz die Kündigung des Pachtvertrags in einer Pressekonferenz erklärte, verschickte ein NAG-Sprecher eine eineinhalbseitige Pressemitteilung - mit der Überschrift: "NAG kündigt juristische Schritte an." Es deutet sich womöglich ein langer Rechtsstreit mit dem Land an.

Nachmittags gegen 15 Uhr bekräftigte NAG-Geschäftsführer Lindner diese Haltung gegenüber dem Betriebsrat. "Er hat klar gemacht, dass sie erst mal hier am Ring bleiben", sagt Verdi-Mann Jung, der bei dem Gespräch dabei war; obwohl die NAG-Geschäftsführung noch vor einer Woche verkündet hatte, die Gewerkschaft von allen weiteren Gesprächen auszuschließen. Verdi und Betriebsrat wollen indes weiter an ihrem Gegenmodell arbeiten. "Es geht jetzt alles weiter wie bisher", sagt Jung.

In der Region rund um den Nürburgring wagen sie, schon mal etwas nach vorne zu schauen. "Wir brauchen jetzt dringend positive Schlagzeilen", sagt Hermann-Josef Romes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau. Die neueste und konsequente Wendung überrascht ihn nicht. Aber wie könnte es weitergehen? Romes: "Das Kerngeschäft sollte dringend durch einen Regiebetrieb geführt werden, ähnlich der landeseigenen Nürburgring GmbH." Man müsse sauber schauen, was in eine private Hand gegeben wird und was bei der Verwaltung bleibt.

Andrea Thelen, Vorsitzende des Gewerbevereins Adenau, findet, dass es in Zukunft mehrere Pächter für die Rennstrecke und die restlichen Betriebe geben sollte: "Ich wünsche mir dadurch eine bessere Wettbewerbssituation." Der jetzt erfolgten Kündigung steht sie neutral gegenüber: "Ich bin nicht für eine der Parteien. Was wir brauchen, ist ein System, durch das die Region wieder stärker in die Geschäfte eingebunden und nach vorne gebracht wird."

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Leserkommentare (2)

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von eifler vom 10.02 - 12:31 Uhr
Wie "Gerechtigkeit" schreibt - Herr Romes ist Teil des Problems - nicht der Lösung ! Ich kann mich noch gut daran erinnern wie er Kritiker des ...

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