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Noch rocken am Ring nur die Gerüstbauer

Nürburgring - Klaus Kunzendorf ist die Ruhe in Person. Und das, obwohl es für den Mann, der sein Alter nicht gern nennt, in diesen Tagen einmal mehr gilt, eine Riesenaufgabe zu bewältigen. Klaus Kunzendorf ist nämlich der Produktionsleiter für das Mammutfestival Rock am Ring, das mit rund 80 000 Besuchern am kommenden Wochenende am Nürburgring in der Eifel über die Bühne gehen wird. Besser gesagt über die drei, quer über das Festivalgelände verteilten, Bühnen.

Die Ruhe vor dem Orkan: Noch gehört die Bühne auf dem Nürburgring den Gerüstbauern, Licht- und Tontechnikern. Sie sorgen dafür, dass ab Freitag 80 000 Menschen bei Rock am Ring feiern können. Foto: Andreas Wetzlar
Andreas Wetzlar

"Solange ich die Übersicht behalte, ist das alles kein Problem für mich", sagt Kunzendorf, der in seinem Behelfsbüro im TÜV-Turm, gleich neben der "Centerstage" (Hauptbühne) seit Sonntagmorgen seinen Schreibtisch eingerichtet hat. Per Video kann er von dort aus die beiden anderen Baustellen unter Kontrolle behalten, wo die weiteren Bühnen "Alternastage" und die "Clubstage" von mehr als 150 Gerüstbauern, Licht- und Tontechnikern und einer Vielzahl an Helfern errichtet werden. "Wir haben am Sonntag, gleich nachdem die Rennstrecke und das Fahrerlager frei waren, mit den ersten Arbeiten begonnen. Die Sattelzüge mit dem Material standen bereits seit dem Wochenende in der Warteschleife, sodass wir direkt loslegen konnten", erklärt der Produktionsleiter mit Blick auf den eng gesteckten Zeitplan.

Bis Mittwochmittag muss nämlich der "Rohbau" der jeweiligen Bühne stehen. Dann übernehmen die Experten für Licht und Ton, verlegen unzählige Kabel, installieren die gewaltigen Lichtleisten und wuchten die Lautsprechersysteme in die Höhe. "Trotz des Zeitdrucks macht die Arbeit hier oben am Nürburgring immer wieder Spaß", meint Kunzendorf. Grund dafür ist zum einen die jahrelange Erfahrung, denn schließlich ist er seit 25 Jahren für die Musikproduktionen von Ring-Veranstalter Marek Lieberberg tätig und hat schon öfter als ein Dutzend Mal das Festival Rock am Ring aufgebaut. Zum anderen ist es aber auch das große Platzangebot, das die Rennstrecke den Musikprofis bietet. "Anders als in Stadien oder Hallen haben wir hier keine Probleme mit der Zuwegung. Dem Einsatz von großen Autokränen oder den mobilen Arbeitsbühnen steht nichts entgegen. Wir können das Material direkt dort abladen, wo es gebraucht wird. Das freut vor allem die Gerüstbauer", beschreibt Kunzendorf die Vorteile des Open-Air-Festivals an der Eifel-Rennstrecke.

Trotz der Jahrzehnte langen Erfahrung - das Festival feierte im vergangenen Jahr das Silber-Jubiläum - gehört "Rock am Ring" auch in der Vorbereitung zu den XXL-Veranstaltungen. "Gut ein halbes Jahr Vorlauf ist nötig, damit in der Aufbauwoche und dann auch während der drei Festivaltage alles rund läuft", blickt Kunzendorf auf die anstrengenden vergangenen Monate zurück. Mit den Anfängen in den 80er-Jahren ist das Festival dabei nicht mehr zu vergleichen. Waren es im Premierenjahr 1985 gerade einmal 17 Bands, die sich an drei Tagen eine Bühne teilten, so sind es dieses Jahr rund 90 Gruppen, die auf drei Bühnen für lautstarke Unterhaltung sorgen werden. "Das Festival und auch die damit verbundenen Aufgaben sind im gleichen Tempo gewachsen. Außerdem hat sich in Sachen Bühnenbau und Technik vieles weiter entwickelt. Das macht die Arbeit zwar nicht weniger, aber doch um einiges leichter", meint Produktionsleiter Klaus Kunzendorf und fügt hinzu: "Vor Überraschungen ist man jedoch nie gefeit - vor allem was das Wetter in der Eifel betrifft."

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