Mahnwache: Sinziger wehren sich gegen Nazis
Sinzig - Eine Woche vor dem geplanten "Gedenkmarsch" der rechten Szene in Remagen erklärten sich in Sinzig rund 100 Bürger mit einer Mahnwache gegen Rechts auf dem Kirchplatz solidarisch mit der Nachbargemeinde.
Parteiübergreifend wollen Vertreter des Sinziger Stadtrates und der Kirchengemeinden die rechten Umtriebe nicht tatenlos hinnehmen. "Unsere Generation wird eines Tages nicht nur die bösen Taten der schlechten Menschen zu bereuen haben, sondern auch das furchtbare Schweigen der guten." Diesem Zitat von Martin Luther King folgten weitere Sätze von großen Denkern und Menschenrechtlern, die Nikolaus Wilhelmy zu Gongschlägen vortrug. "Diese Art Erinnerungskultur ist von großer Bedeutung, da sich sonst Fehler schnell wiederholen", betonte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke.
"Es ist schon schlimm genug, dass man sich überhaupt noch gegen rechten Radikalismus bewegen muss. Dass dies gerade an einem Samstagabend noch so viele getan haben, verdient Anerkennung", sagte die Erste Beigeordnete Charlotte Hager. Besonders beachtlich: Mehr als ein Drittel der Teilnehmer waren Jugendliche aus dem Umfeld des HoT und des Schulzentrums, die sich im Vorfeld intensiv mit der Thematik beschäftigt hatten.
Allerdings übte sich auch in Sinzig die Mehrheit der Bevölkerung in Zurückhaltung und blieb zuhause. "Würden die ganzen Remagener Bürger den Rechten offensichtlich ihre Kehrseite zeigen, würden die vielleicht kapieren, dass sie dort nicht erwünscht sind", bemerkte ein Passant. ith












Diesen Artikel versenden