Ahrkreis: Solarkataster ist ab Anfang 2012 abrufbar
Kreis Ahrweiler - Mit der Einführung eines Solarkatasters geht der Kreis Ahrweiler einen weiteren Schritt in Richtung Energiewende (wir berichteten). "Bis 2030 wollen wir es schaffen, den Primärenergiebedarf im Kreis zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu decken", erinnert Landrat Jürgen Pföhler an die Verpflichtung, die sich der Kreistag auferlegt hat. Die Marschrichtung sei klar: Jetzt sei durch die Zusammenarbeit mit der Sparkassenstiftung die Finanzierung des nächsten Schrittes - nämlich des flächendeckenden Solarkatasters für den Kreis Ahrweiler - auch gewährleistet.
Ab Januar oder Februar 2012 soll das Kataster im Internet abrufbar sein - für jedes einzelne Dach der kreisweit rund 127 000 Gebäude. Rund 65 000 Euro soll die Aufbereitung der vom rheinland-pfälzischen Landesvermessungsamt gelieferten Geobasisdaten kosten. Für Eigentümer oder Nutzungsberechtigte eines Grundstücks soll der Service allerdings kostenfrei sein.
Antworten auf diese Fragen soll das "Solardachkataster Kreis Ahrweiler" liefern: Lohnt sich die Installation einer Fotovoltaikanlage (PV-Anlage) auf meinem Dach? Welche Dachseiten eines Gebäudes kommen wirtschaftlich in Frage? Wie wird die Wirtschaftlichkeit der PV-Anlage - etwa durch Verschattungseffekte von Nachbargebäuden oder Bäumen - beeinflusst? Technisch handelt es sich um eine digitale Karte, die in Verbindung mit Luftbildaufnahmen die Eignung aller Gebäude bewertet und die Hauseigentümer informiert.
Das interaktive Kataster soll den Gebäudeeigentümern die Abfrage des eigenen Solarpotenzials ermöglichen. Dazu werden nach den Vorgaben einer wirtschaftlichen Solarstromproduktion alle Dachseiten zu den Punkten Ausrichtung, Dachneigung, Verschattung und wirtschaftliche Mindestgröße geprüft und einer entsprechenden Gesamteignungskategorie ("sehr gut" bis "schlecht") zugeteilt.
Die Geobasisdaten kommen vom Landesamt Rheinland-Pfalz für Vermessung und Geobasisinformation. Wenn das System 2012 installiert ist und ein Eigentümer oder Nutzungsberechtigter eines Grundstücks konkrete Infos wünscht, muss er eine Anfrage per E-Mail an die Kreisverwaltung richten. Dort wird die Berechtigung überprüft, der Anfragende erhält seine Detailansicht mit PV-Werten.
Von einem "neuen Bürgerservice" spricht der Landrat. Ganz neu ist die Idee des Solarkatasters aber nicht. Seit mehreren Monaten beschäftigt sich der Solarverein "Goldene Meile", der seit Frühjahr 2010 erfolgreich eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Kripper Grundschule betreibt, mit diesem Thema. Klaus Karpstein, Vorsitzender des Solarvereins, sagt: "Wir hatten bereits mit einigen Bürgermeistern an der Rheinschiene Kontakt wegen eines Solarkatasters. Nach langem Warten kamen leider nur negative Antworten. Sie wurden immer mit leeren Kassen begründet." Trotzdem habe der Verein weiter aktiv nach alternativen Möglichkeiten der Finanzierung gesucht. Von der nun verkündeten Zusammenarbeit der Sparkassenstiftung mit dem Kreis sei man auf der einen Seite zwar überrascht. Vom Ergebnis her, nämlich dem Solarkataster greifbar näher zu kommen, aber zufrieden.
Von unserem Mitarbeiter Andreas Wetzlar












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