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Kreuznach-Krimi: Ein neuer Fall für Julius Dexheimer

Bad Kreuznach - Julius Dexheimer ermittelt wieder. Der dritte Band aus der Kreuznach-Krimi-Reihe von Autor Thomas Scheffler trägt den Titel „Tödliche Verkostung“ und ist ab heute in den Buchläden erhältlich. Der Rechtsanwalt Julius Dexheimer wird darin in seiner Heimatstadt Bad Kreuznach gleich in zwei Fälle parallel verwickelt, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Kreuznach-Krimi "Tödliche Verkostung"

 

Da wäre zum einen die seltsame Entführung eines zehnjährigen Mädchens durch einen Entführer, der Dexheimer quer durch das Naheland dirigiert und ihm fortwährend Aufgaben stellt. Zum anderen taucht plötzlich Danny Berlandy in der Kanzlei auf. Der Lebensgefährte von Bürovorsteherin Mandy wird beschuldigt, die Crucenia-Stiftung um Gelder betrogen zu haben, und erhebt seinerseits schwere Vorwürfe gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden der Stiftung.

 

Es ist der Auftakt zu einem David-gegen-Goliath-Kampf vor Gericht, bei dem nicht immer alles mit rechten Dingen zuzugehen scheint. Dass die beiden Fälle miteinander verknüpft sind, wird erst klar, als schließlich eine Leiche gefunden wird. In einer der besten Rieslinglagen des Nahelands. Doch bis zur ersten Leiche muss sich der Krimifan diesmal bis Seite 184 gedulden.

 

Seine Suche nach der Wahrheit führt den präzisen Analytiker nicht nur in die schönen Viertel der Kurstadt, sondern auch in die dunklen Ecken wie das Rotlichtmilieu. Autor Scheffler zeichnet in seinem neuen Roman ein authentisches Bild der Stadt und lässt Rechtsanwalt Dexheimer gleich auf der ersten Seite über ihre beiden Gesichter sinnieren: das liebliche Antlitz und die widerliche Fratze. Als würde er den der Kurstadt verbundenen Leser vorsorglich vor den nächsten 287 Seiten warnen wollen.

 

Das Finale ereignet sich schließlich auf der Stromburg. Bis dahin nimmt Autor Scheffler seine Leser mit auf einen Streifzug durch das Naheland. Weinliebhaber Dexheimer wird während des Romans aber niemals müde, die Vorzüge seiner Heimat und des Naheweins anzupreisen. Mit missionarischer Hingabe referiert er über den Wochenmarkt („Der Bad Kreuznacher Wochenmarkt ist eine der schönsten Institutionen der Stadt“) oder über den Karnevalistenclub Fidele Wespe („Wespenfastnacht ist beste Volksfastnacht“).

 

Auch die Aufgaben des Entführers führen Dexheimer an markante Punkte der Naheregion, wie die Sonnenberghütte in Guldental oder Disibodenberg. Das schafft einen persönlichen Bezug, denn im Naheland beheimatete Leser werden die Stationen wiedererkennen. Für Ortsfremde hingegen sind diese Ausführungen wie ein kurzweiliger Reiseführer. Kehrseite davon: Die epischen Landschaftsbeschreibungen wirken sich zeitweise nachteilig auf den Spannungsbogen aus.

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