Facebook: Gruppe diskutiert über Bad Kreuznacher Brückenhäuser
Bad Kreuznach - Die Brückenhäuser sind eines der bekanntesten und beliebtesten Wahrzeichen der Bad Kreuznacher. Klar, dass über ihren Zustand gerne diskutiert wird. Aktuell auch in einer eigenen Gruppe des sozialen Netzwerks Facebook im Internet. Aktuell sind es knapp 1200 Mitglieder, Tendenz weiter steigend.
Initiiert wurde die Gruppe vom Bad Kreuznacher Bruno Schulz, dessen Marketingagentur ihren Sitz in der Altstadt hat. Also mittendrin im ältesten Teil der Kurstadt, der mindestens genauso heiß erörtert wird wie die Brückenhäuser. Wir sprachen mit Bruno Schulz über die Facebook-Gruppe und die Entwicklung der Altstadt.
Herr Schulz, wie kamen Sie auf die Idee, die Gruppe in Facebook zu starten?
Gegründet habe ich das Ganze am 30. November in einer Weinlaune nachts am Schreibtisch. Aber schon mit ernstem Hintergrund, denn auf dem Weg in die Innenstadt habe ich mich oft über den Zustand der Brückenhäuser geärgert. Ich sehe, wie Bad Kreuznach mit seinen Ikonen umgeht. Die Brückenhäuser sind da leider ein negatives Beispiel. Immerhin: Dass das Wein-Brückenhaus jetzt von der Holzwerkstatt Krollmann besetzt wird, ist ein wichtiger und guter Schritt in die richtige Richtung.
Die Facebook-Gruppe hat sich schnell vergrößert.
Die ersten 200 hatten wir schon nach wenigen Tagen. Glücklicherweise haben sich viele, sehr engagierte Mitstreiter gefunden, die das Ganze wiederum über ihre Kontakte verteilt haben. Bunte Hunde, die unheimlich gut vernetzt sind in der Stadt. So kamen wir schon bis Weihnachten auf 1000 Leute.
Was sind das für Menschen?
Ganz unterschiedlich. Von bekannten Gesichtern aus der Stadt bis hin zu Menschen, die mittlerweile im Ausland leben, aber immer noch ein großes Interesse an ihrer Heimat haben. Wichtig: Politische Coleur spielt überhaupt keine Rolle. Die Leute wollen etwas bewegen – mit viel Herzblut und für ihre Stadt.
Was ist das Ziel? 2000, 3000 Mitstreiter?
Die Zahl spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass sich ein Pool an Leuten herauskristallisiert, die sich engagieren. Auf die kommt es an.
Nächste Woche ist ein erstes gemeinsames Treffen anberaumt. Was steht auf der Tagesordnung?
Ein erster Ideenaustausch – mit vielen kreativen Leuten und unter der Überschrift „Ausstellung beziehungsweise Event Altes Bad Kreuznach“. Noch etwas ins Unreine gesprochen: Ich könnte mir vorstellen, dass das Ganze in eine tolle Sommerveranstaltung mündet, basisdemokratisch organisiert. Und keine von den langweiligen Ausstellungsveranstaltungen, sondern vielleicht eher ähnlich wie eine Sommerkinonacht, eine multimediale Veranstaltung. Wenn man sich die Gruppe mal anschaut, wird man schnell erkennen, dass hier zum Teil großartige, historische Bilder und Geschichten ausgetauscht werden. Warum sollte man diesen Fundus nicht nutzen?
Als Altstadt-Kenner: Wie steht es um diesen Stadtteil?
Ich finde, die Altstadt ist völlig unterbewertet. Sie ist nicht nur schön, sondern vor allem unheimlich atmosphärisch. Allerdings verstehe ich als gelernter Innenarchitekt nicht, was hier städteplanerisch passiert. Natürlich: Die Politik muss sich viel mit den Konversionsflächen beschäftigen. Aber wenn man einen solchen Schatz wie die Altstadt hat, muss man diesen doch hegen und pflegen. Außerdem steckt hier auch viel privatwirtschaftliches Potenzial. Das muss man nutzen. Die Tatsache, dass hier kein Fest mehr stattfindet, spricht für sich.
Das Gespräch führte Stephan Brust
So findet man die Gruppe auf Facebook
Die Gruppe ist ganz einfach zu finden. Wer registriert ist und ein Profil besitzt, muss in der Facebook-Suchmaske nur „Brückenhäuser“ eingeben. Schon wird die Gruppe angezeigt und man kann ihr beitreten.














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