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Wohnen und Arbeiten kombinieren

Visionäres Wissen: In der Siegstadt konkretisieren sich die Pläne, ein Industriegebäude aus den 50er Jahren umzuwidmen in ein Ensemble aus Wohnpark und Gründerzentrum. Diese Kombination, für die gegenwärtig Investoren gesucht werden, wäre im Kreis einzigartig und ein innovatives Leuchtturmprojekt für das nördliche Rheinland-Pfalz.

Wissen – Visionäres Wissen: In der Siegstadt konkretisieren sich die Pläne, ein Industriegebäude aus den 50er Jahren umzuwidmen in ein Ensemble aus Wohnpark und Gründerzentrum. Diese Kombination, für die gegenwärtig Investoren gesucht werden, wäre im Kreis einzigartig und ein innovatives Leuchtturmprojekt für das nördliche Rheinland-Pfalz.

Der Stadtteil Köttingerhöhe ist ein herrliches Wohngebiet – allerdings nicht ausschließlich. Gewerbegrundstücke lockern das Mischgebiet auf. Eines davon ist das 10000 Quadratmeter große, parkartige Areal einer Industrieanlage, die zuletzt das Unternehmen Cosytronic beheimatete. Seit dem Verkauf der Firma an einen US-Konzern im April 2010 stehen große Teile des sanierungsbedürftigen Gebäudekomplexes leer. Jetzt hat der Eigentümer das Büro Consolutions mit der Vermarktung als Mehrgenerationen-Wohnanlage mit integriertem gewerblichem Gründerzentrum beauftragt. Wenn alles gut läuft, könnte schon im kommenden Frühling mit dem Umbau zum barrierefreien Vorzeigeobjekt begonnen werden.

32 Wohneinheiten sollen nach den Vorstellungen der Architektin Petra Becker-Donath in dem architektonisch markanten Gebäude entstehen. Die Größe der Mietwohnungen variiert zwischen 60 und 120 Quadratmeter, für Ausstattungswünsche besteht derzeit noch Spielraum. Die größeren Wohnungen, attraktiv für junge Familien, reichen im Maisonettestil über zwei Etagen, laden also zum Arbeiten im Atelier ein. Die kleineren Wohnungen beschränken sich auf das Obergeschoss. Insgesamt summiert sich die Nutzfläche auf fast 4000 Quadratmeter. Das Erdgeschoss biete ausreichend Platz für "stilles Gewerbe", wie es Joachim Vetter, Senior-Partner von Consolutions, umschreibt. Die Palette der Dienstleister könnte vom Grafiker über den Steuerberater bis zum Therapeuten reichen. Auch Bereiche wie Kosmetik und Wellness wären in einem solchen Wohnquartier gut aufgehoben.

Doch damit nicht genug: Was Joachim Vetter (Hardt) und seinem Partner Hartmut Schmidt (Unnau) vorschwebt, sind doppelte Netzwerke. Einerseits helfen sich die Dienstleister bei und mit Aufträgen gegenseitig, andererseits könnten ältere Mieter zum Beispiel den jungen Existenzgründern mit Rat und Tat zur Seite stehen – im Idealfall eine für beide Seiten fruchtbare Lösung der kurzen Wege. 

Mehr noch: Im Eingangsgebäude an der Nordseite des Vier-Seiten-Hofes könnte nach den Vorstellungen der Planer eine Senioren-Wohngemeinschaft entstehen. Rund 300 Quadratmeter stünden dafür zur Verfügung. Darüber hinaus würde sich der Gesamtkomplex durch Gemeinschaftsräume, den offenen und sonnigen Innenhof sowie eine gemeinschaftliche Rezeption auszeichnen.

Heribert Heinz von der Eigentümerfamilie ist von der Idee überzeugt: "Es würde mich reizen, in diesem von Technik geprägten Gebäude etwas zu machen, das nichts mit Technik zu tun hat." Das Büro Consolutions hat nicht nur eine Potenzialanalyse erstellt, sondern auch eine Bürgerumfrage in Wissen gemacht: "Könnten Sie sich vorstellen, mit jungen Leuten zusammenzuwohnen?" lautete eine der Fragen. Momentan laufen Gespräche mit regionalen Investoren. Außerdem, so Vetter, seien Förderanträge an das Land auf den Weg gebracht worden. Analog zu anderen, vom Land bezuschussten Modellprojekten dürften die Chancen nicht schlecht stehen.

In der Summe stellen die Pläne für den Mehrgenerationen-Wohnpark samt Arbeitsplätzen für Existenzgründer nicht nur eine zukunftsorientierte Antwort auf den demografischen Wandel dar. Für die Köttingerhöhe zeichnet Vetter überdies die Vision eines "angesagten Quartiers". Ein solcher Ort mit Magnetwirkung, wie man ihn in der Regel aus Großstädten kennt, könnte dazu beitragen, das ländliche Selbstbewusstsein zu stärken. elm

Altenkirchen Betzdorf
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