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    Ohne Knistern, ohne Ruß: Ethanol-Kamine im Trend

    Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Sauber, leise, geruchlos: Ethanol-Kamine für die Wohnung finden immer mehr Liebhaber. Sie punkten im Vergleich zu herkömmlichen Kaminen mit praktischen Vorteilen: Sie brauchen keinen Schornsteinanschluss und müssen auch nicht genehmigt werden.

    Ethanol-Kamin
    Weder Schornstein und noch Genehmigung sind nötig - trotzdem sind Ethanol-Kamine umstritten. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

    Ethanol-Kamine sind der neuste Wintertrend für wohnliche Stuben. Das gemütliche Flammenspiel kommt dem eines echten Kamins sehr nahe: In einem Gehäuse aus Marmor, Edelstahl, Holz oder auch verputzten Hartfaser-Platten (MDF) verbirgt sich eine Brennkammer. Als Brennmaterial dient flüssiges Ethanol oder Brennstoff-Gel. Deshalb brauchen Hausbesitzer dafür keinen Schornstein und auch keine Genehmigung, erläutert Frank Kienle vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik in Frankfurt.

    Bauliche Veränderungen sind nicht nötig, ein Fußbodenschutz gegen Funkenflug ebenso wenig. Die Platz raubende Brennholz-Lagerung fällt genauso weg wie eine mühsame Reinigung. Die Produktpalette ist genauso umfangreich wie die der Kamine mit Schornsteinanschluss.

    Doch dass die Feuermöbel einfach aufgestellt werden können, wo sie am besten passen, ist ein Trugschluss. «Bei einem Ethanol-Kamin wird frische Luft aus dem Raum geholt und CO2 und Schadstoffe wieder in den Raum abgegeben», erläutert Lothar Beckmann von der Stiftung Warentest in Berlin. «Wir haben ermittelt, dass das Verbrennen von einem halben Liter Ethanol so viel CO2 produziert wie 12 bis 16 Menschen in einer Stunde ausatmen.» Der Raum muss also groß genug sein und belüftet werden.

    Der Aufstellungsort muss noch mehr Anforderungen erfüllen: Er muss sich in ausreichendem Abstand zu Gardinen oder anderen brennbaren Gegenständen befinden, die durch Zugluft verweht werden können. Zur Aufhängung an der Wand muss die Tragfähigkeit des Mauerwerks beachtet, eine solide und hitzeresistente Befestigung gewählt werden. Nicht alle Wandkamine können auf brennbaren Untergründen wie Tapeten oder Holzverkleidungen montiert werden.

    Bei der Auswahl eines bestimmten Modells sind Sicherheitsaspekte mindestens so wichtig wie das Design. Ein GS-Zeichen für Ethanol-Kamine gibt es bislang nicht. «Beim Kauf sollte man gezielt nach einem Prüfbericht oder Zertifikat zum Beispiel vom TÜV fragen», rät Beckmann. «Außerdem haben mittlerweile mehrere Hersteller den Entwurf einer Norm erarbeitet. Wird also bestätigt, dass das Geräte der DIN 4734 entspricht, so ist das ebenfalls ein wichtiges Qualitätsmerkmal.»

    Einige Merkmale kann der Käufer aber schon gezielt fragen, zum Beispiel: Hat die Brennkammer eine zweite Auffangwanne? Und ist sie mit einem nicht-brennbaren Stoff gefüllt, der das Ethanol bindet? Ist die Flamme jederzeit gut sichtbar? Lässt sich das Feuer mit einem Metallschieber oder ähnlichem ersticken? «Es gibt Geräte, bei denen man den Brennvorgang nicht beenden kann. Das ist sehr problematisch», warnt Beckmann. «Man füllt ein, weiß jedoch nicht, wie lange es dauert, bis die Füllmenge verbrannt sein wird. Dann möchte man das Haus verlassen, doch das Feuer brennt noch.»

    Frei stehende Kamine müssen absolut sicher stehen. Mit ein paar Stößen lässt sich testen. Selbst wenn der Kamin nur schwankt: Sobald Alkohol aus der Brennkammer schwappt, wird es gefährlich. Am sichersten sind Modelle, die am Boden oder der Wand fixiert werden. «Ein unsicheres Gerät, falsche oder leichtsinnige Handhabung können Unfälle verursachen», warnt Ulrich Behrendt, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin.

    Ob die Brennkammer und die Auffangwanne dicht sind, lässt sich vor dem ersten Betrieb testen: Die Gefäße werden probehalber 10 bis 15 Minuten mit Wasser gefüllt. Tritt dieses aus, darf das Gerät auf keinen Fall benutzt werden. Beim Einfüllen von Brennmaterial darf nichts danebengehen. Und das Zündrohr des Feuerzeuges darf auf keinen Fall mit dem Alkohol in Berührung kommen. Sonst droht eine Explosion.

    Brennmaterial vorsichtig nachfüllen

    Besonders schwierig ist das Nachfüllen, wenn das Feuer verlängert werden soll. Ist das Gerät noch warm oder das Feuer brennt noch und wird dann Ethanol hinzugegeben, so komme es schnell zu Verpuffungen, warnt Frank Kienle vom Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik in Frankfurt. Zum Nachfüllen sollte ein Behälter verwendet werden, der eine Sicherheitsöffnung hat, zum Beispiel ein automatisches Ventil. Außerdem sollten immer ein für brennende Alkohole geeigneter Löscher und eine Decke zur Hand sein. Ein Trichter zum Befüllen und ein Stabfeuerzeug sind handlich.

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