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    HamburgKampf den Milben: So wohnen Allergiker besser

    Milben gibt es überall, und Allergiker können sie nicht einfach meiden. Doch man kann dagegen vorgehen. Neben Schutzüberzügen und dem regelmäßigen Waschen der Bettwäsche lindern auch ungewöhnliche Ideen die Symptome. So kommen die Kuscheltiere aufs Eis.

    Kuscheltiere in der Waschmaschine
    Kuscheltiere werden häufig in den Arm genommen und nehmen so Hautschuppen auf - Teddy und Co. sollten daher regelmäßig in die Waschmaschine. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Milben kennt jeder, aber gesehen hat sie kaum einer. Denn die achtbeinigen Spinnentiere mit monsterähnlichem Gesicht sind nur unter dem Mikroskop zu entdecken. Doch wenn nur ihr Name genannt wird, schüttelt es die meisten: Die Vorstellung, mit ihnen Bett und Wohnung teilen zu müssen, löst Unbehagen aus. «Dabei gehören Milben seit der Urzeit zum menschlichen Umfeld und haben mit mangelnder Sauberkeit nichts zu tun», sagt Dirk Petersen von der Verbraucherzentrale Hamburg.

    Bettwäsche lüften
    Morgens sollten Hausstaubmilben-Allergiker erst mal die Bettdecke zurückschlagen und die Matratze bei geöffnetem Fenster trocknen lassen. (Bild: Warnecke/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Für Nichtallergiker sind die Tierchen in der Regel harmlos - nicht aber für Menschen mit Hausstaubmilben-Allergie. Bei einer solchen Allergie werden die Symptome durch den Kot der im Hausstaub lebenden Milben ausgelöst», erklärt Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Die Kotbällchen trocknen aus und zerfallen in sehr kleine Teilchen, die sich mit dem Hausstaub verbinden. Dieses Gemisch atmet der Mensch ein - und das kann zu allergischen Reaktionen führen.

    Kuscheltier im Eisfach
    Das Kuscheltier kommt für 24 Stunden ins Eisfach: Das tötet die Milben ab. (Bild: Koark/dpa/tmn)
    Foto: DPA

    Milben gedeihen am besten im Bett, wo es schön warm und etwas feucht ist, erläutert die Stiftung Warentest in Berlin. Dort bekämen sie auch noch jede Menge Hautschuppen ab, ihre bevorzugte Nahrung. So sei es unvermeidlich, dass sich bis zu 1,5 Millionen der winzigen Tiere in unseren Betten sammeln können.

    Studien zufolge wird in einer Matratze nach sieben Jahren ein Höchstmaß an Allergenen erreicht. Deshalb rät die Stiftung Warentest, die Matratze aus Gesundheits- und Hygienegründen alle sieben bis zehn Jahre auszuwechseln. Auch für Schwalfenberg ist «die Sanierung des Bettes die wichtigste therapeutische Maßnahme».

    Allergiker sollten Matratzen mit allergendichten Überzügen, sogenannten Encasings, beziehen. Das Bettzeug und die Bettwäsche sollten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Bei einer schweren Allergie biete es sich zudem an, allergendichte Zwischenbezüge zu benutzen, rät die Expertin.

    Mit dem größten Fehler beim Bettenmachen rechnet aber kaum einer: «Ein ordentlich gemachtes Bett erleichtert den Milben das Überleben», erläutert Schwalfenberg. Denn die über Nacht durch Schwitzen angesammelte Flüssigkeit könne unter der zusammengelegten Bettdecke nicht richtig entweichen und die hohe Luftfeuchtigkeit in der Decke und Matratze bleibe erhalten.

    Deshalb sollten nach dem Aufstehen zuerst die Decke zurückgeschlagen und die Schlafräume gelüftet werden. Die Matratze sollte währenddessen unbedeckt sein, damit auch aus dieser die Feuchtigkeit entweichen kann.

    In Kinderbetten liegen häufig Kuscheltiere - und diese sind wie Kissen, Decken und Matratzen voller Milben. Um die Stofftiere von den Tieren zu befreien, sollten sie für 24 Stunden in die Kühltruhe gelegt werden, rät Schwalfenberg. Allerdings beseitige dies nicht den Milbenkot, sondern töte nur die Milben. Effektiver sei es, Teddy und Co. regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius zu waschen.

    Kleidung sollte nicht in Bettnähe ausgezogen werden, rät die Stiftung Warentest zudem. Denn beim Ausziehen der Sachen werden viele Hautschüppchen durch die Luft gewirbelt. Früher wurde Allergikern außerdem empfohlen, den Teppichboden zu entfernen und glatte, wischbare Bodenbeläge zu verlegen. «Diese Empfehlung kann nicht mehr generell gegeben werden», sagt Schwalfenberg. Für Allergiker seien glatte Böden nur dann besser, wenn sie mindestens alle zwei Tage feucht gewischt werden. Ob dieser Reinigungsaufwand wirklich zu realisieren ist, hänge von den individuellen Lebensumständen ab.

    «Teppiche und Teppichböden haben sogar Vorteile für Hausstauballergiker», sagt Ernst Schröder, Geschäftsführer des Deutschen Teppich-Forschungsinstituts in Aachen. Denn die in jeder Zimmerluft enthaltenen Staubteilchen werden, wenn sie zu Boden sinken, von den Florfasern des Teppichs festgehalten. Der Staubgehalt der Luft in Räumen mit Teppichböden sei dadurch geringer als in Zimmern mit glatten Böden.

    Einen Flokati als Teppich möchte Schröder in einer Allergikerwohnung aber nicht sehen. Besser seien Teppiche mit einem kurzen Flor. Der Staubsauger entferne von diesen die Staubpartikel gründlich - das gelinge am besten mit einem sogenannten HEPA-Filter.

    Häufig wird geraten, Polstermöbel und Teppiche halbjährlich mit Pestiziden mit dem Wirkstoff Akarizid aus der Apotheke zu reinigen. Dieses Abtöten der Milben bringe aber nur kurzfristige Entlastung, sagt Petersen. Besser sei es deshalb, zu versuchen, einen möglichst milben- und staubarmen Wohnraum zu schaffen. Denn gänzlich ausrotten lasse sich die Hausstaubmilbe ohnehin nicht.

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