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    Viel trinken und nicht volltanken - Ratgeber: Zehn Tipps für das Autofahren im Sommer

    Sommerliche Hitze lässt sich am Strand oder im Freibad prima ertragen. Am Steuer eher nicht. Zehn Tipps, die das Autofahrerleben in der heißen Jahreszeit komfortabler und sicherer machen.

    Das New Beetle Cabrio (2003 bis 2010) ist vielleicht nicht ganz so kultig wie der Käfer, dafür aber komfortabler
    Das New Beetle Cabrio (2003 bis 2010) ist vielleicht nicht ganz so kultig wie der Käfer, dafür aber komfortabler

    Klarer Himmel, gute Sicht – im Sommer ist Autofahrern in vielerlei Hinsicht einfacher als im Winter oder Herbst. Doch auch in der heißen Jahreszeit gibt es ganz spezielle Herausforderungen. Zehn Tipps für den richtigen Umgang mit der Hitze.

    Klimaanlage richtig einstellen:

    Auch wer eine Klimaanlage hat, sollte ein aufgeheiztes Auto vor Fahrtantritt bei geöffneten Türen und Fenstern zunächst gut durchlüften. Erst dann wird die Anlage angeschaltet, zunächst auf Umluft. So kühlt das Auto schneller ab, da keine heiße Luft von außen zugeführt wird. Die Luftaustrittsdüsen sollten nur auf bekleidete Körperpartien gerichtet werden. Trifft die bis zu vier Grad kalte Luft direkt auf nackte Haut, drohen Erkältungen und Muskelzerrungen. Generell sollte der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur nicht zu groß sein. Sonst droht beim Aussteigen der Hitzeschock. Experten raten zu maximal sechs Grad Differenz.

    Nicht auf trockenen Wiesen parken:

    Vor allem bei anhaltender Trockenheit ist das Parken auf abgeernteten Feldern, Wiesen oder in Wäldern keine gute Idee. Heiße Katalysatoren und Auspuffanlagen können dort schnell Brände auslösen, denn die Bauteile entwickeln bereits nach kurzer Fahrt Temperaturen von mehr als 600 Grad Celsius. Zwar übernimmt die Kfz-Haftpflicht Schäden an fremden Fahrzeugen, die Vollkaskoversicherung darf aber die Kostenübernahme beim eigenen Auto mit Verweis auf grobe Fahrlässigkeit kürzen. Zudem kann auch die Feuerwehr eine Rechnung für den Einsatz stellen

    Nicht volltanken:

    Bei starker Hitze sollte man das Volltanken seines Fahrzeugs vermeiden. Denn bei hohen Außentemperaturen dehnen sich Benzin und Diesel aus. Ist der Tank dann bis zum Rand gefüllt, droht er überzulaufen. Dadurch steigt das Brandrisiko. Entweicht der Sprit aus dem Tankdeckel kann es außerdem zu Lackschäden kommen, was durch starke Sonneneinstrahlung noch beschleunigt wird. Zapfpistolen haben zwar eine Abschaltautomatik, die das Überfüllen des Tanks verhindern soll. Aber gerade vor langen Fahrten oder bei kurzzeitig niedrigen Kraftstoffpreisen füllen viele Autofahrer trotzdem weiter nach.

    Die richtige Sonnenbrille wählen:

    Nicht alles, was auf der Nase gut aussieht, ist für das Autofahren geeignet. Am besten sind braune, graue und graugrüne Gläser, blaue Gläser hingegen verwässern die Wahrnehmung der Farben Rot und Gelb. Wichtig ist zudem der Tönungsgrad. Autofahrer müssen auf die sogenannten Blendschutz-Stufen achten: Die Stufen 0 bis drei sind am Steuer ok – sie absorbieren bis zu 92 Prozent des Lichts. Noch dunklere Gläser - wie sie etwa Bergsteigerbrillen haben - sind für den Straßenverkehr nicht geeignet. Für die Passform gilt: Die Brille sollte möglichst eng an Stirn und Nase anliegen und über breite Bügel verfügen, um Streulicht abzuhalten.

    Auf Hitzeschäden achten:

    Nicht nur der Frost setzt Straßen zu, auch die Hitze macht Probleme. Besonders spektakulär und gefährlich sind die sogenannten Blowups auf Beton-Autobahnen. Wird es plötzlich heiß und hält die Hitze mehrere Tage an, kann sich die unflexible Fahrbahn wölben und aufplatzen. Rund 30 Prozent der deutschen Autobahnen haben eine Betonoberfläche – erkennbar an dem im Vergleich zu Asphalt helleren Aussehen. Autofahrer sollten auf solchen Strecken besonders vorsichtig fahren, Motorradfahrer meiden sie besser komplett. Keine Blowup-Gefahr besteht auf Asphalt-Fahrbahnen. Allerdings kann sich dort bei Hitze der weiche Teer verformen, so dass tiefe Spurrillen entstehen. Bei einem Sommergewitter besteht dort dann erhöhte Aquaplaning-Gefahr.

    Sonnenschutz beim Parken verwenden:

    Wer sein Auto in der prallen Sonne parkt, muss nicht nur mit heißer Luft und glühenden Anschnallgurten rechnen, sondern im Extremfall auch mit Elektronikschäden. Die Bauteile sind für Temperaturen zwischen minus 40 und plus 85 Grad ausgelegt – ein Wert der im Hochsommer durchaus erreicht werden kann. Durch die Wärmeausdehnung und spätere Abkühlung im Fahrtwind können sich in den Platinen Haarrisse bilden. Dann drohen der Ausfall von Steuergeräten und ein Liegenbleiben des Fahrzeugs. Wer keinen Parkplatz im Schatten findet, sollte daher zumindest einen Sonnenschutz hinter die Windschutzscheibe klemmen, der die Sonnenstrahlen reflektiert und Armaturen und Lenkrad kühl hält. Wer Kinder im Auto mitnimmt, sollte auch die hinteren Scheiben abdecken, damit die Kindersitze nicht zu heiß werden.

    Ausreichend trinken:

    Auch wer im klimatisierten Auto sitzt und nicht schwitzt, sollte im Sommer viel trinken. Denn die Anlage entzieht der Luft Feuchtigkeit, so dass Schleimhäute in Nase und Augen austrocknen. Flüssigkeitsmangel führt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen, wodurch das Unfallrisiko steigt. Experten empfehlen für Autofahrer magnesiumreiches Mineralwasser, das neben der Flüssigkeit auch wichtige Mineralstoffen und Spurenelemente liefert. Abgeraten wird von süßen Limonaden. Der Zucker sorgt zwar kurzfristig für Energie, lässt Körper und Geist aber danach in ein Leistungsloch fallen.

    Ferienreisezeit beachten:

    Für Pendler zählt die Ferienzeit zu den besten Wochen des Jahres – endlich sind morgens und abends die Autobahnen frei. Allerdings gilt das nicht an den Hauptreisetagen. Gerade zu Ferienbeginn sind die Straßen in den jeweiligen Bundesländern voll. Zur Halbzeit wiederholt sich das Spiel, verbunden mit der ersten großen Rückreisewelle. Wer kann, vermeidet es, sich an diesen Tagen auch noch in den Stau zu stellen und fährt besser mit der Bahn ins Büro. Oder man meidet die Hauptreiserouten. Staugeplagt sind in der Ferienzeit vor allem die Autobahnknoten rund um die großen Städte sowie die Strecken Richtung Küste und Richtung Alpen.

    Richtige Kleidung wählen:

    Leichte Kleidung lässt die Sommerhitze während der Autofahrt besser ertragen. Wer will, darf auch im Bikini oder in der Badehose im Auto sitzen, wer ganz nackt oder als Frau oben ohne fährt, riskiert allerdings eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Darüber hinaus ist das weitgehend unbekleidete Fahren vor allem bei Autos mit Ledersitzen nicht angenehm: Die Polster heizen sich in der Sonne extrem auf, so dass der Hautkontakt schmerzhaft ist. Beim Sitzen bildet sich zudem ein unangenehmer Schweißfilm zwischen Leder und Haut. Auch bei der Fußbekleidung gilt: Nicht alles was erlaubt ist, ist auch sinnvoll. Flipflops oder nackte Füße sind zwar nicht verboten, aber trotzdem nicht verkehrssicher – etwa bei plötzlichen Bremsmanövern. Kommt es zu einem Unfall, droht daher unter Umständen ein Bußgeld, zudem kann die Versicherung Ärger machen.

    Keine Kinder oder Hunde im Auto lassen:

    Im sommerlichen Sonnenschein wird das Auto schnell zum Brutkasten. Bei 30 Grad Außentemperatur herrschen im Inneren schon nach 60 Minuten fast 60 Grad. Doch schon 15 Minuten in der prallen Sonne können ein Auto so stark aufheizen, dass die Insassen einen Kreislaufkollaps erleiden. Das gilt auch dann, wenn das Auto im Schatten parkt. Im Wagen wartende Kinder können schon nach kurzer Zeit einen Hitzeschock oder sogar einen Atemstillstand erleiden. Bei Tieren geht das noch schneller. Weil sie sich schneller aufheizen als Menschen, hilft ihnen auch ein lauer Luftzug durch geöffnete Fenster nicht. Droht Gefahr für die Insassen, dürfen Polizei oder Feuerwehr das Fahrzeug gewaltsam öffnen. Werden im überhitzten Auto Menschen verletzt, die sich nicht selbst helfen konnten, droht dem Fahrer eine Strafverfolgung wegen fahrlässiger Körperverletzung.

    Holger Holzer/SP-X

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