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    Alles Mini, oder was? - Eine Ausstellung feiert das Kultmobil

    Vor 55 Jahren stellte Alec Issigonis einen revolutionären Kleinwagen vor, der viel Raum bot und sich fahren ließ wie ein Gokart. Jetzt feiert das BMW Museum mit einer großen Ausstellung den pfiffigen Winzling, der den Lifestyle auf die Straße brachte.

    Früher und heute: Im BMW Museum in München läuft aktuell eine Mini-Ausstellung
    Früher und heute: Im BMW Museum in München läuft aktuell eine Mini-Ausstellung

    Verschiedene Varianten zeigt die Ausstellung
    Verschiedene Varianten zeigt die Ausstellung

    Der Mini kam, sah und - siegte zunächst nicht. Alec Issigonis, der später für seine Leistungen von der Queen in den Ritterstand erhoben werden würde, hatte da eine ziemlich exzentrische Idee gehabt: einen Kleinwagen zu bauen, der erschwinglich war und jungen Familien genügend Platz für Kind und Kegel bieten würde. Nur, die zogen nicht so recht, weil das Auto unkonventionell aussah. Was dann passierte, ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Aber verbürgt ist, dass der mit Issigonis befreundete Society-Fotograf Lord Snowdon seine königliche Schwägerin dazu bewegen konnte, mit dem Ur-Mini eine Runde im Park von Schloss Windsor zu drehen. Die Queen war angetan, der Rest ist Geschichte.

    Der Mini wäre kein Automobil made in England, wenn es neben einem Van oder dem Funmobil Mini Moke nicht auch grandiose K
    Der Mini wäre kein Automobil made in England, wenn es neben einem Van oder dem Funmobil Mini Moke nicht auch grandiose Kuriositäten wie das türkisfarbene Wohnmobil Wildgoose

    Seitdem hat der Mini Herzen erobert und in nunmehr fünf Jahrzehnten einem jugendlichen Lebensgefühl Gestalt verliehen. Er hat gleichermaßen die Beatles wie die Rolling Stones bewegt, Topmodels von einst und heute wie Twiggy und Kate Moss setzten sich fotogen am Steuer in Szene, Rennikonen wie Rauno Aaltonen und Nikki Lauda bewiesen, dass im frechen Zwerg ein Champion nur auf seine Chance gelauert hatte. Was wäre der Unglücksrabe Mr. Bean ohne seinen malträtierten zitronengelben Gefährten, was die Filmgauner von "The Italian Job"  ohne ihre wieselflinken Fluchtautos?

    Das typische Mini-Zentralinstrument
    Das typische Mini-Zentralinstrument

    55 Jahre und kein bisschen weise: das ist dem BMW Museum in München eine Ausstellung wert (bis zum 31. Januar 2016). Natürlich ist "The MINI Story" keine Retrospektive. Denn seit 2001 haucht BMW dem genialen Entwurf von Sir Alec neues Leben ein. Aus Mini wurde MINI. Auf mehreren Ebenen, dem New Yorker Guggenheim Museum nicht unähnlich, entwarfen die Ausstellungsmacher die Welt, wie Mini sie sieht. Historie, Kunst, Lifestyle und Motorsport werden hier kurzweilig mit 30 Originalfahrzeugen, Designexponaten, Filmen und Material aus den Archiven der Autodesigner inszeniert. 

    Die Ausstellung erinnert auch an die Rallye-Geschichte der Marke
    Die Ausstellung erinnert auch an die Rallye-Geschichte der Marke

    Man wird durch die Anfänge ab 1956 geführt, sieht die ersten Skizzen, die Issigonis für das Gesicht und das Interieur gefertigt hat und staunt über ein Antriebs- und Raumkonzept, das bis heute wegweisend geblieben ist. Ganz ohne Marketingstrategien und Marktpositionierungen ist damals eine Kultmarke entstanden. Alec Issigonis mochte weder große Häuser noch große Autos. Er traf damit Ende der fünfziger Jahre einen gerade entstehenden Zeitgeist. Gegen die Konventionen gebürstet, lebensfroh, rebellisch, experimentierfreudig: der Mini sollte ein günstiges Alltagsauto sein und wurde dennoch zum Ausdruck des Aufbruchs in den sechziger Jahren.

    Topmodels (hier Twiggy) und Rockstars setzten sich mit dem Mini in Szene
    Topmodels (hier Twiggy) und Rockstars setzten sich mit dem Mini in Szene

    Aber er schaffte auch das Kunststück, klassenlos zu sein. Man konnte sich in ihm sehen lassen. Der David war attraktiver als so mancher Goliath. Und der Mini wäre kein Automobil made in England, wenn es neben einem Van oder dem Funmobil Mini Moke nicht auch grandiose Kuriositäten wie das türkisfarbene Wohnmobil Wildgoose  oder den augenzwinkernden Stretchmini gegeben hätte. Natürlich zählt aber auch das erste Mini-Cabrio, ersonnen von dem deutschen Autohändler Lamm dazu.

    Gegen die Konventionen gebürstet, lebensfroh, rebellisch, experimentierfreudig: der Mini sollte ein günstiges Alltagsaut
    Gegen die Konventionen gebürstet, lebensfroh, rebellisch, experimentierfreudig: der Mini sollte ein günstiges Alltagsauto sein und wurde dennoch zum Ausdruck des Aufbruchs in den sechziger Jahren

    Neben wichtigen Etappen wie der schon frühen Kooperation mit dem Rennstall von John Cooper und den drei Siegen bei der berüchtigten Rallye Monte Carlo, erinnert die Ausstellung den Besucher auch an die einstige Bedeutung und den allmählichen Niedergang des britischen Automobilbaus.  Der ursprüngliche kleine Viersitzer mit 34 PS für umgerechnet rund 750 Euro und dem typisch quer eingebautem Motor wurde von der British Motor Corporation (BMC) gefertigt und hieß Austin Seven und Morris Mini-Minor. Manche Modelle wurden unter den Markennamen Riley und Wolseley verkauft, dann betrat 1969 British Leyland die Bühne und schließlich Rover Anfang der neunziger Jahre mit einigen Luxuseditionen. Im Jahr eins des neuen Besitzers feierte 2001 der erste Mini von BMW Premiere.

    Auch Konzeptautos dürfen nicht fehlen
    Auch Konzeptautos dürfen nicht fehlen

    Wie hätte Sir Alec den New Mini gezeichnet? Wie erfindet man eine Ikone neu, ohne, dass sie ihre Identität einbüßen müsste? Eine Frage, die auch die Schöpfer des New Beetle von VW oder des Fiat Cinquecento vermutlich umgetrieben hat, denn Fangemeinden hüten eifersüchtig das Erbe. Die Ausstellung zeigt diese Entwicklung der Schlüsselelemente, die neue und alte Käufer erwarten, an Hand von Skizzen und Modellen, die einen faszinierenden Einblick in den schwierigen und notwendigen Reifeprozess der Formensprache gewähren. Selbstverständlich stehen auch Zukunftsvisionen wie der in Genf gezeigte Roadster Superleggera in der Ausstellung.

    Man wird durch die Anfänge ab 1956 geführt, sieht die ersten Skizzen, die Issigonis für das Gesicht und das Interieur ge
    Man wird durch die Anfänge ab 1956 geführt, sieht die ersten Skizzen, die Issigonis für das Gesicht und das Interieur gefertigt hat und staunt über ein Antriebs- und Raumkonzept, das bis heute wegweisend geblieben ist

    Was macht einen Mini zum MINI - auch wenn er mehr kostet und mehr PS besitzt als seinerzeit, und sogar als Dreizylinder oder als Elektromobil erhältlich ist? Das Gesicht mit den großen Augen und dem breit grinsenden Kühlergrill, das dennoch nie Knutschkugel signalisieren darf, die immer noch kurzen Überhänge, die nach außen gerückten Räder und dieses legendäre Gokart-Fahrgefühl, der mittige Tacho so groß wie eine Pizza? Längst hat auch der Mini die technologische Trendwende in Form von Fahrerassistenzsystemen und mobilem Internet an Bord. Und längst hat der Über-Kleinwagen viel Konkurrenz im Segment, die nicht nur mit Effizienz, sondern auch mit Design und Ausstattung punkten will. Wie BMW kürzlich mitteilte, wird die Mini-Familie von sieben auf fünf Modelle reduziert. Ein familientaugliches Modell wird auch in Aussicht gestellt. Vielleicht hat es mehr Erfolg als zu Beginn der Mini-Story.

    Alexandra Felts/SP-X

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