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    Auf dem Weg in die Zukunft - Mercedes-Benz Future Truck 2025

    Autonom fahrende Autos auf den Straßen sind für 2020 avisiert, der selbstfahrende Lkw könnte schon fünf Jahre später folgen, glaubt Mercedes. Das hat auch Auswirkungen auf den Beruf des Lkw-Fahrers.

    Der selbstfahrende Lkw könnte schon 2025 Realität sein, glaubt Mercedes und stellt den Future Truck vor
    Der selbstfahrende Lkw könnte schon 2025 Realität sein, glaubt Mercedes und stellt den Future Truck vor

    Ist der Motor abgeschaltet, sind nicht einmal Scheinwerfer zu erkennen...
    Ist der Motor abgeschaltet, sind nicht einmal Scheinwerfer zu erkennen...

    Besonders originell ist Name nicht, den Mercedes-Benz für seinen Hingucker auf der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge in Hannover (bis 2. Oktober) gewählt hat. Schlicht „Future Truck 2025“ heißt der Lkw, dem man ohnehin auf den ersten Blick ansieht, dass er aus der Zukunft kommen muss. So einfach der Name, so klar die Botschaft: In zehn Jahren könnten Lkw auf der den Autobahnen autonom fahren, sagt Mercedes.

    Der Fahrer kann während der Fahrt andere Dinge erledigen, der Lkw findet seinen Weg allein
    Der Fahrer kann während der Fahrt andere Dinge erledigen, der Lkw findet seinen Weg allein

    Die Designer wählten eine weiche, aerodynamische Gestaltung, natürlich mit dem Stern in der Mitte, ansonsten ist die Front aber quasi plan und fugenlos. Ist der Motor abgeschaltet, sind nicht einmal Scheinwerfer zu erkennen, erst nach dem Motorstart verwandeln LEDs Flächen in Leuchten.

    Im Vergleich mit anderen Lkw fällt erst richtig auf, wie anders der Future Truck ist
    Im Vergleich mit anderen Lkw fällt erst richtig auf, wie anders der Future Truck ist

    Zentrale Mission der futuristisch anmutenden Studie ist, das autonome Fahren und seine positiven Begleiterscheinungen zu verdeutlichen. Wer genau hinsieht, kann das auch an einem Detail von außen erkennen: Der Future-Truck hat keine Außenspiegel. Kameras nehmen die Umgebung auf und senden sie auf Bildschirme im Innern des Trucks. Zusammen mit den Radarsensoren das Ende des toten Winkels.

    Der Fahrerarbeitsplatz des Future-Truck
    Der Fahrerarbeitsplatz des Future-Truck

    Um autonom zu fahren, benötigt der Future-Truck keine Verkettung mit anderen Fahrzeugen oder der Umgebung, er bringt alle nötigen Überwachungssysteme selbst mit. „Highway Pilot“ nennt Mercedes dies, in Anlehnung an den Autopiloten beim Flugzeug. Diverse Radarsensoren und Kameras erfassen die Umgebung, ein Zentralrechner verknüpft alle Daten.

    Kameras nehmen die Umgebung auf und senden sie auf Bildschirme im Innern des Trucks. Zusammen mit den Radarsensoren das
    Kameras nehmen die Umgebung auf und senden sie auf Bildschirme im Innern des Trucks. Zusammen mit den Radarsensoren das Ende des toten Winkels

    Die Assistenzsysteme kennen Autofahrer möglicherweise aus ihren Pkw: Ein Radarsensor, wie er heute schon bei Abstand-Tempomat und Notbrems-Assistent zum Einsatz kommt, scannt beim Future-Truck die Frontpartie. Zwischen 250 und 70 Metern Entfernung kann er überwachen. Den Bereich vor dem Fahrzeug hat auch eine Stereokamera im Blick, die oberhalb der Brüstung hinter der Windschutzscheibe montiert ist. Fußgänger- und Verkehrsschilder-Erkennung oder Spurerkennung für die autonome Spurführung sind ihre Aufgaben. Heutige Monokameras haben ähnliche Merkmale.

    So schön hat es mancher im Wohnzimmer nicht: Die Beifahrerseite in wohnlichem Ambiente
    So schön hat es mancher im Wohnzimmer nicht: Die Beifahrerseite in wohnlichem Ambiente

    Seitlich überwachen Radarsensoren des „Blind Spot Assist“, sie sind links und rechts von der Hinterachse der Zugmaschine montiert und scannen den Sattel- oder Gliederzug über die komplette Länge plus zwei Meter in der Front. Der Blind Spot Assist leistet Assistenz beim Spurwechsel, Abbiegen oder Rangieren, Mercedes will ihn in den nächsten Jahren einführen.

    ... erst nach dem Motorstart verwandeln LEDs Flächen in Leuchten
    ... erst nach dem Motorstart verwandeln LEDs Flächen in Leuchten

    Optimalerweise verbindet sich der Truck noch mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Infrastruktur, so dass der steuernde Rechner noch besser auf einfädelnde Fahrzeuge oder Hindernisse außer Sichtweite reagieren kann.

    Wenn der Lkw seines Geschwindigkeit selbst regelt, automatisch Abstand hält, alle Vorgänge im Verkehr besser überwacht als der Fahrer es könnte, sich per Navi-App den optimalen Weg sucht, und Spedition, Verlader und Ladungsempfänger fortlaufend in Echtzeit über Standort, Fahrverlauf und voraussichtliche Ankunftszeit informiert sind. was macht dann eigentlich der Fahrer?

    Mal davon abgesehen, dass es rechtlich derzeit noch keine Grundlage gibt, auf der sich ein Lkw-Fahrer hauptsächlich mit anderen Dingen als dem Fahren beschäftigen dürfte, hat Mercedes schon Ideen. Denkbar sei die Übernahme von Tätigkeiten, die bisher der Disposition vorbehalten sind, selbstfahrende Unternehmer könnten Bürotätigkeiten bequem unterwegs erledigen. Dass sich das Berufsbild der Lkw-Fahrer ändert, scheint jedenfalls klar.

    Sich ganz vom Fahren verabschieden, dürfte er sich allerdings wohl auch in Zukunft nicht. Mercedes geht davon aus, dass autonom fahrende Systeme künftig zulässig sein werden, wenn sie jederzeit vom Fahrer abgeschaltet oder übersteuert werden können. Derzeit gestattet das Gesetz zwar korrigierende Lenkeingriffe, aber kein automatisches Lenken oberhalb von 10 km/h.

    Hanne Lübbehüsen/SP-X

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