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    Zunächst zu klein - Gebrauchtwagen-Check: Renault Modus

    Eigentlich gibt es zwei Renault Modus: Den vor und den nach dem Facelift. Gebraucht kaufen sollte man nur den zweiten.

    Der Renault Modus ist günstig, hat aber Qualitätsschwächen
    Der Renault Modus ist günstig, hat aber Qualitätsschwächen

    Über die Jahre hat Renault zahlreiche Sondermodelle aufgelegt
    Über die Jahre hat Renault zahlreiche Sondermodelle aufgelegt

    Nachdem Renault 1984 mit dem Espace den europäischen Van erfand und auch 1996 mit dem Scénic die Kompakt-Van-Klasse mitbegründete, hätten die Franzosen 2004 auch in der Mini-Van-Segment Pionierleistungen vollbringen können. Doch der Modus viel zunächst viel zu klein aus. Geräumiger wurde er erst ab 2008. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Gebrauchtwagenkäufer jüngere Modelle vorziehen sollten.

    Vor dem Facelift war der Renault sehr eng geschnitten
    Vor dem Facelift war der Renault sehr eng geschnitten

    Karosserie und Innenraum: Wo bei den meisten Modellen das Facelift zur Lebensmitte nur leichte optische und technische Änderungen umfasst, hat es aus dem Modus ein komplett anderes Auto gemacht. War er zunächst nur eine gekürzte, aber dafür höhere Version des Kleinwagens Clio, wuchs er ab April 2008 deutlich in die Länge und wurde zum vollwertigen Mini-Van. Renault reagierte damit auf die berechtigte Kritik am mauen Platzangebot. Vor allem der Gepäckraum konnte nicht überzeugen, war er doch bei voller Bestuhlung knapper geschnitten als beim preiswerteren Clio. Wer den Modus nicht als reinen Kleinstwagen für den Stadtverkehr nutzen will, sollte daher zur gelifteten Variante greifen. Die ist mit 3,87 Metern rund acht Zentimeter länger und erlaubt auch die gleichzeitige Mitnahme von Fond-Passagieren und Gepäck. Mit wirklich überzeugendem Raumangebot wartet aber erst die ebenfalls ab 2008 aufgelegte Langvariante Grand Modus (4,03 Meter) auf. Allen Baujahren und Ausführungen gemein ist aber eine optionale variable Rückbank („Triptic“), die sich nach Hochklappen des Mittelplatzes zusammen- und nach hinten schieben lässt. So gibt es entweder Extra-Beinraum für die hinteren Insassen oder mehr Platz für das Gepäck.

    Die Langversion Grand Modus gibt es seit 2008
    Die Langversion Grand Modus gibt es seit 2008

    Motoren: Nicht nur die Plattform des Modus stammt vom Clio, auch die Motoren sind aus dem Kleinwagen bekannt. Ihr Leistungsband reicht von 48 kW/65 PS bis 82 kW/112 PS. Empfehlenswert bei den Benzinern sind der 1,2-Liter-Motor mit Vierventiltechnik und 55 kW/75 PS, noch flotter und kaum durstiger ist die 2007 eingeführte Version mit 74 kW/100 PS. Nur geringe Vorteile bei der Fahrdynamik bietet der 1,6 Liter große, recht durstige Top-Benziner mit 82 kW/112 PS – allerdings ist er als einziger Motor mit einer echten (Vierstufen)-Automatik kombinierbar. Alternativ können Schalt-Verweigerer bei einigen Motoren noch auf ein automatisiertes Fünfganggetriebe zurückgreifen, das aber mit unkomfortablen Schaltvorgängen nervt. Wer besonders sparsam unterwegs sein will, wählt einen der in zahlreichen Leistungsstufen angebotenen 1,5-Liter-Diesel. Relativ kraftvoll und sparsam ist etwa die ab 2008 angebotene Variante mit 55 kW/75 PS. Empfehlenswert ist es aber bei allen Diesel, auf einen Partikelfilter zu achten; in den meisten Varianten wurde er erst beginnend ab 2006 eingeführt.

    Ausstattung und Sicherheit: Typisch für Renault schnitt auch der Modus 2004 beim EuroNCAP-Test vorbildlich ab. Trotzdem hat der Mini-Van eine Sicherheitslücke: Der Schleuderschutz ESP zählt erst seit Januar 2009 zur Serienausstattung. Auch darüber hinaus waren die Basisversionen „Expression“ zunächst lückenhaft bestückt, ab 2009 ging es dann aber fast luxuriös zu. Unter anderem sind Klimaanlage, Bordcomputer und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung an Bord. Beim Grand Modus kommt sogar noch die längs verschiebbare Rückbank dazu. Bei der Kurzversion kostete sie extra. Zu den weiteren interessanten Posten auf der Optionsliste zählen ein Panoramadach, Klimaautomatik und Kurvenlicht.

    Qualität: Wie sein nächster Verwandter Clio zeigt der Modus beim TÜV eine durchwachsene Bilanz. Besonders teuer können Gebrauchtwagenkäufer dabei die Fahrwerksschwächen kommen. So fielen schon ganz junge Modelle mit zu großem Lenkungsspiel auf. Nach neun Jahren sind Federn und Dämpfer häufig stark verschlissen. Auch die Achsgelenke sind nicht ausreichend stabil ausgelegt. Es empfiehlt sich also eine ausgiebige Probefahrt mit gespitzten Ohren, besser noch ein Gebrauchtwagen-Check in einer Werkstatt. Zu den weiteren Schwachstellen zählen die Bremsen, die nach fünf Jahren deutlich nachlassen. Und selbst die Beleuchtung – normalerweise einer der am günstigsten zu behebenden HU-Mängel – kann zum kostspieligen Ärgernis werden. Birnchen und Scheinwerfer-Elektrik sind generell eine Schwachstelle des Modus, zu allem Überfluss kann man bei Modellen bis 2008 durchgebrannte Lampen nicht einmal schnell selbst wechseln. Weil der Stoßfänger runter muss, steht wohl meist der Weg in die Werkstatt an. Mit dem Facelift wurde die Konstruktion geändert.

    Fazit: Beim Modus sollten Interessenten genau hinschauen. Die Modelle vor 2008 sind zwar extrem günstig, bieten aber wenig Platz und lassen den Besitzer schnell im Dunklen stehen. Ein gut gepflegtes Facelift-Modell kann aber ein echtes Schnäppchen sein. Die Preise sind nicht zuletzt im Verfall, weil es keinen direkten Nachfolger gibt. Anstatt den Modus neu aufzulegen, hat Renault das Mini-SUV Captur auf den Markt gebracht. So lässt sich der Vorgänger schon für rund 2.000 Euro erwerben.

    Holger Holzer/SP-X

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