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    BonnStrauch-Paeonien: Üppige Blütenfülle für den Garten

    Eine der schönsten Strauch-Paeonien-Varianten trägt den chinesischen Namen 'Shu Sheng Peng Mo': «Schüler kleckst mit Tinte» heißt das übersetzt.

    Strauch-Paeonien
    Strauch-Paeonien brauchen einen warmen und sonnigen Standort, aber ohne pralle Mittagssonne. (Bild: dpa/tmn)

    Man sieht ihn förmlich vor sich - den kleinen, verträumten Jungen, der gar nicht mitbekommt, wie die Tinte von seiner Feder tropft und dicke dunkelrote Flecken auf dem Papier - sprich den weißen Blütenblättern - hinterlässt.

    Was aber sind eigentlich Strauch-Paeonien? Den Pfingstrosen (Paeonia lactiflora oder officinalis) stehen sie nahe, die wohl jeder als Garten- und Schnittblumen kennt. Aber während Pfingstrosen zu den Stauden zählen, die jeden Winter komplett einziehen, entwickeln Strauch-Paeonien verholzte Triebe. Von ersteren sieht man im Winter gar nichts. Letztere ragt als sparrige Silhouette empor. Im Laufe des Frühjahrs entwickeln sich aus ihnen mehr als 200 Zentimeter hohe Sträucher voll Volumen, Eleganz und mit atemberaubend schönen Blüten.

    Ursprünglich stammen die wilden Strauch-Paeonien aus China, wo man sich schon vor mehr als tausend Jahren für ihre Schönheit begeisterte. Strauch-Paeonien werden auf Ammenpflanzen durch Veredeln vermehrt. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen erste Kulturformen nach Deutschland, in denen sich verschiedenste Wildarten wie Paeonia potaninii, Paeonia lutea und Paeonia delavayi mischten. Als Paeonia x suffruticosa konnte man sie im Botanischen Garten Berlin bewundern.

    Wenig später tauchten erste Exemplare im Handel auf. Aber so richtige Freude machten sie nicht. Sie waren frostempfindlich und ihre Blüte überzeugte nicht. In China galten nur üppig gefüllte Sorten als wertvoll. Im trockenen chinesischen Frühling blühten sie auch prächtig. In Deutschland aber setzte ihnen das April-Wetter zu. Mal zerstörte später Frost ihre Knospen, mal ließ nasskalte Witterung die dichte Füllung verfaulen.

    Damit die edlen Pflanzen sich in Europa wohl fühlten, mussten weniger gefüllte Sorten entstehen, die das hiesige Klima besser vertragen. Vor allem in Frankreich und Belgien wurde eifrig gekreuzt. Mit großem Erfolg, denn bereits um 1863 sorgte die lachsrote, halbgefüllte 'Madame Stuart Low' für Aufsehen. Viele andere wie die ebenfalls halbgefüllte pastellrosa 'Blanche de His' mit dunkelrosa Mitte folgten.

    Als Meilenstein in der Züchtung galten Anfang des 20. Jahrhunderts die Kreuzungen mit Paeonia delavayi und der gelbblütigen Paeonia lutea, die zuverlässigere Winterhärte, halbgefüllte Blüten und herrliche Farben mitbrachten. Als eine der ersten begeisterten 1907 'Madame Louis Henry' mit ungewöhnlichem Kupferton und 1909 'L'Esperance' in hellem Gelb. Heute sind 'Golden Bowl', 'Hesperus' mit seinem Farbenspiel zwischen rosenrot und gelb oder 'Thunderbolt', die in Schwarzrot glüht, begehrte Delavayi/Lutea-Sorten.

    Der richtige Standort

    Der Standort sollte warm und sonnig sein, aber ohne pralle Mittagssonne. Sehr gut sind Westlagen mit Sonne nachmittags und abends. Tiefgründige, humos-lehmige, gut durchlässige Gartenerde bekommt ihnen gut. Die Pflanzen brauchen Licht und Luft und dürfen nicht von anderen Pflanzen bedrängt werden. Die Veredlungsstelle wird beim Pflanzen etwa zehn Zentimeter tief in die Erde gesetzt. Das Edelreis bildet dann eigene Wurzeln. Auf ausreichende Versorgung mit Phosphor und Kali achten. Das Arboretum Ellerhoop-Thiensen beherbergt die größte Sammlung von Strauch-Paeonien Deutschlands.

    Ratgeber: Garten & Umwelt
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