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  • Hat es keiner gewusst? CDU erhielt schon seit 1968 Mauss-Spenden

    Berlin/Rheinland-Pfalz. Die neuerliche CDU-Spendenaffäre weitet sich aus. Offenbar sind seit 1968 verdeckte finanzielle Zuwendungen des Ex-Agenten Werner Mauss an die rheinland-pfälzischen Christdemokraten geflossen. Entweder verwendete Mauss einen Tarnnamen, oder er ließ die jeweilige Summe über eine Vertrauensperson, den Anwalt Franz Otto Hansen, an die Christdemokraten weiterreichen, was nicht zulässig ist. Bei der CDU im Land und vor allem im Kreis Cochem-Zell will all die Jahre niemand gewusst haben, woher die regelmäßigen Spenden stammten.

    Der mutmaßliche Spender Werner Mauss im Tarnanzug vor Gericht.
    Der mutmaßliche Spender Werner Mauss im Tarnanzug vor Gericht.
    Foto: dpa

    Von unserem Redakteur Dietmar Brück

    Das ist zumindest der Stand der internen Aufklärungsbemühungen, wie Generalssekretär Patrick Schnieder jetzt vor der Presse erklärte. Mauss besitzt seit 1968 ein Anwesen in einem Dorf im Kreis Cochem-Zell.

    Bislang waren 82.000 Euro an vermutlich illegalen Spenden an die Landes-CDU und die CDU Cochem-Zell bekannt. Die Fälle datieren aus den Jahren 2008 bis 2015. Werner Mauss, der derzeit in Bochum in einem millionenschweren Fall wegen Steuerhinterziehung vor Gericht steht, spendete offenbar in steter Regelmäßigkeit.

    Die neuen Fälle setzen diese Praxis fort. Sie reichen Jahrzehnte zurück und waren und sind daher erheblich schwerer für die Aufklärer innerhalb der rheinland-pfälzischen CDU zu ermitteln.

    Bei den bislang unbekannten finanziellen Zuwendungen ist ausschließlich der CDU-Kreisverband Cochem-Zell betroffen. Konkret geht es um 31.000 Euro von 2002, 2004 und 2005 der Eisenacher Anwälte Hansen und Varwig, die für Mauss an die Christdemokraten weitergeleitet wurden. Zudem sind zwei Spenden in der Höhe von insgesamt 25.000 D-Mark (12.782 Euro) von 1999 und 2001 belegt. Der Spender war in diesem Fall Richard Nelson, ein Tarnnahme des früheren Superagenten. Mit dieser Identität lebte Mauss offenbar eine Weile im Hunsrück. Addiert man alle bekannten (und belegten) Summen, sind an die Kreis-CDU und die Landes-CDU über die Jahre gut 125.000 Euro geflossen, der Löwenanteil kam dem Kreisverband Cochem-Zell zugute.

    Alle verdächtigen Summen wurden dem Bundestagspräsidenten über die Bundes-CDU gemeldet. In Berlin prüft man Strafzahlungen. Parteien dürfen keine anonymen Spenden von mehr als 500 Euro annehmen.

    Richard Nelson alias Werner Mauss solle der Spender sein

    Doch die jetzt bekannten Summen dürften noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Denn Richard Nelson, also Werner Mauss, hat in einem Schreiben an die Kreis-CDU eine viel weiter reichende Spendenpraxis eingeräumt. Wörtlich erklärt Mauss' Medienanwalt Gero Himmelsbach: "Herr Nelson hat seit dem Jahr 1968 - seit Aufnahme seines Wohnsitzes im Landkreis Cochem-Zell - seiner Erinnerung nach regelmäßig an die CDU gespendet." Er erinnere sich aber nicht mehr genau, ob das Geld jeweils an den Kreis- oder den Landesverband ging.

    SPD und Grüne halten es für unglaubwürdig, dass keiner in der CDU von der wahren Identität des Spenders wusste. Der sozialdemokratische Generalsekretär Daniel Stich erklärte gegenüber unserer Zeitung: "Was heute sichtbar wurde, ist erst die Spitze des Eisbergs."

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