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  • Pferdetierärzte gegen FEI-Entscheidung

    Dortmund (dpa). Die ohnehin vor dem Aus stehenden neuen Doping- Regeln der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) stellen aktuell noch «einen schweren Rückschlag für das Wohlergehen und die Gesundheit der Pferde» dar. Das erklärte in Dortmund die Gesellschaft für Pferdemedizin (GPM).

    Nach dem Beschluss der FEI- Generalversammlung, eine Reihe von Schmerzmitteln und bronchialerweiternden Medikamenten bei Pferden zuzulassen, befürchtet die GPM «Verletzungen bis hin zu schweren Schäden des Bewegungsapparates». Die Pferdetierärzte sind der Ansicht, dass bei Anwendung der sogenannten «Progressive List» der FEI Verstöße gegen das Deutsche Tierschutzgesetz, gegen die Tierärztliche Berufsordnung und die ethischen Grundsätze der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und der FEI («Code of Conduct») vorgezeichnet sind.

    Die umstrittenen neuen Doping-Regeln sollen vom Weltverband allerdings gestoppt werden, wie am vergangenen Wochenende während des Hallen-Reitturniers in München bekanntgeworden war. Die Vorschriften wurden von der FEI vorläufig bis zum 5. April 2010 ausgesetzt. Hierüber soll neu abgestimmt werden. Die bereits beschlossene Freigabe einiger Medikamente zur Behandlung von Pferden war von bedeutenden nationalen Verbänden wie der deutschen FN strikt abgelehnt worden.

    Mit der neuen Regelung könnten künftig einige Schmerzstiller und Entzündungshemmer im Wettkampf zugelassen werden. Diese Entscheidung führe dazu, dass künftig kranke Pferde an den Start gehen könnten, hatten Veterinäre in einem Brief an die FEI bereits kritisiert.