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    HundsbachWaffen-Arsenal - Verteidiger: Pulver-Kurt soll kooperieren

    Der als Pulver-Kurt bekannt gewordene Waffensammler soll mit den Ermittlern kooperieren und Auskunft über sein Waffenarsenal geben. Dies will sein Verteidiger erreichen, kündigt der Jurist im Gespräch mit unserer Zeitung an.

    Hundsbach. Der als Pulver-Kurt bekannt gewordene Waffensammler soll mit den Ermittlern kooperieren und Auskunft über sein Waffenarsenal geben. Dies will sein Verteidiger erreichen, kündigt der Jurist im Gespräch mit unserer Zeitung an.

    Bei dem 62-Jährigen aus Hundsbach (Kreis Bad Kreuznach) wurden ein riesiges Arsenal von Maschinengewehren, Panzerfäusten und mehr als 120 000 Schuss Munition sowie Sprengstoff gefunden.

     Redet der Rentner?

    Der Jurist Ulrich Stange aus Kirchheimbolanden will sobald als möglich mit Pulver-Kurt den Bunker auf dem Truppenübungsplatz Baumholder besuchen, in dem sich ein Teil des sichergestellten Waffenarsenals befindet. Dann soll der Rentner der Polizei erzählen, was sich in den zahllosen Kisten befindet. Eine Kooperation mit den Strafverfolgungsbehörden, deutet Stange an, würde sich sicher strafmildernd für seinen Mandanten auswirken. Pulver-Kurt habe sich im Übrigen in der Vergangenheit „formaljuristisch nie etwas zuschulden kommen lassen“.

     

    Pulver-Kurt hat Ulrich Stange als seinen Verteidiger ausgesucht, die Untersuchungsrichterin ernannte den Juristen aus der Nordpfalz sicherheitshalber auch zum Pflichtverteidiger. Er legt Wert auf die Feststellung, dass er „kein Publicity-Verteidiger“ ist. „Ich muss alles versuchen, um meinem Mandanten eine Freiheitsstrafe zu ersparen.“

     

    Pulver-Kurt, der gegenwärtig in stationärer Behandlung ist, ist „momentan ein psychisches Wrack“, hat sein Anwalt festgestellt. Es sei „nicht möglich, ihn in seinem sehr, sehr angegriffenen Zustand zu den Vorgängen und Gegenständen zu befragen“. Stange schildert die Verfassung seines Mandanten als dramatisch: „Es hat ihn aus den Latschen gehauen.“ Jetzt soll er sich zunächst etwas erholen. Dazu trage bei, dass die Richterin die Haftstrafe gegen Kaution außer Vollzug gesetzt hat, ist sich Anwalt Stange sicher.

    Anwalt steht vor einem Rätsel

    Verteidiger Stange beschreibt ihn als einen Mann, der früher in seinem Beruf als Werkzeugmacher ein „hervorragender Ausbilder, eine Vaterfigur, ein Vorbild war“. Er habe sich in der „Reservistenarbeitsgemeinschaft historische Militärfahrzeuge“ dafür starkgemacht, dass Rechtsradikale keinen Zutritt bekommen sollten, weiß Ulrich Stange: „Ich stehe vor einem Rätsel.“

    Die noch zuständige Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wird in den nächsten Wochen den Fall an die Kollegen in Bad Kreuznach abgeben, erklärte am Dienstag Leitender Oberstaatsanwalt Helmut Bleh.

     Von unserem Redakteur Klaus Dietrich

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