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    KlingelbachKleines Känguru: Matilda kämpft ums Überleben

    Und noch ein kleines Kängurubaby, das in der Klingelbacher Mühle aufgepäppelt wird: Biga und Dieter Kruse, die seit dem vergangenen Jahr weltweit für Schlagzeilen sorgen, weil sie ein winziges, anfangs nur 145 Gramm schweres Parmakänguru von Hand aufziehen, haben seit Freitag wieder Nachwuchs "im Beutel".

    Das Kängurubaby Matilda - eingewickelt in warme Decken: Die Körpertemperatur des nackten Tierbabys muss zwingend hochgehalten werden.
    Das Kängurubaby Matilda - eingewickelt in warme Decken: Die Körpertemperatur des nackten Tierbabys muss zwingend hochgehalten werden.
    Foto: Dagmar Schweickert

    Von unserer Mitarbeiterin Dagmar Schweickert

    Ein Berliner Tierpark hatte sich an die Tierretter aus dem Einrich gewandt und darum gebeten, ein sehr kleines, auch noch nacktes Bennet Wallabykänguru aufzunehmen, um sein Leben zu retten. 385 Gramm schwer ist Matilda, das kleine Kängurumädchen, das im Moment noch völlig zu versinken scheint in dem Handtuch, das ihre Retter um sie gewickelt haben, um sie warm zu halten. Als eine Tierpflegerin sie vergangene Woche im Gehege des Berliner Tierparks fand, hatte sie wohl schon eine ganze Weile auf dem Boden gelegen - aus dem Beutel gestoßen, wie es den Anschein hat.

    Biga Kruse, die seit Jahren immer wieder Kängurus von Hand aufzieht, beschreibt den dramatischen Zustand, in dem sich die winzige Matilda zu diesem Zeitpunkt befand: "Die Kleine hatte überall Verletzungen und Rötungen, das linke Auge war eingetrübt und geschwollen, und die Ameisen machten sich schon über sie her. Was für ein Geburtsschock!"

    Ihr Mann Dieter Kruse fuhr quasi direkt, nachdem das Ehepaar alarmiert worden war, am Donnerstag nachts noch Richtung Berlin und kam um 3 Uhr morgens mit der kleinen Patientin wieder in der Klingelbacher Mühle an. Biga Kruse berichtet über die angsterfüllten ersten Stunden, in denen sie sich um ihren neuen Pflegefall kümmerte: "Anfangs trank sie gar nicht, das heißt, nachts flößten wir ihr alle zwei Stunden und tagsüber jede Stunde tröpfchenweise Milch ein." Dann endlich gab es einen ersten Lichtblick für das sehr geschwächte Känguru: "Heute Nacht hat sie zum ersten Mal den Schnuller im Mund geduldet und sich die Milch sozusagen einfüllen lassen", schrieb die erleichterte Ersatzmama Anfang dieser Woche.

    Noch ist Matilda nicht außer Lebensgefahr. Ihr kleiner Körper muss nun zur Ruhe kommen und ständig gewärmt werden, um die notwendige Kerntemperatur zu erhalten, und Matilda muss im Beutel ganz dicht am Körper von Biga Kruse getragen werden, die auf diese Weise die Kängurumutter simuliert und ihrem kleinen Schützling die lebensnotwendige Nestwärme gibt. Biga Kruse bittet, nachdem sie schon bei ihrem vorherigen Pflegekind E.T. unbeschreibliche Unterstützung und Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen hat: "Drückt bitte mal ganz fest die Daumen!"

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