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    Longuich/UlmFreude bei Herrchen und Hund: Nach Hause mit Flecki

    Am Sonntag ging es zurück, fast zwei Wochen später als geplant. Flecki ist wieder bei ihnen, da konnten Sven Hossala und Lisa Metzler endlich ihre unterbrochene Heimreise aus Kroatien fortsetzen. Am Pakkplatz an der Autobahn vor Ulm war der Hund davon gelaufen - und das Paar ohne ihn nicht weitergefahren. Und nun? Die Freude war auch groß, nicht mehr im Wohnwagen zu schlafen.

    Hinter einer Regentonne und hohen Brennnesseln verborgen, ist Hund Flecki wieder aufgetaucht. Dies ist keine harmlose Meldung über die Rückkehr eines entlaufenen Haustieres. Der Mischlingsrüde hat es in den vergangenen knapp zwei Wochen in zig Medien geschafft. Seine Besitzer aus Longuich in der Nähe von Trier harrten tagelang an einem Rastplatz an der Autobahn 8 bei Ulm aus.

    Unbeteiligte pilgerten vorbei, um bei der Suche zu helfen. Das nahm zeitweise skurrile Züge an, bis sich der Tierrettungsverein UNA einschaltete. Der meldete dann auch das Ende der "Odyssee". Er sei überglücklich, bestätigt Hundebesitzer Sven Hossalla kurz am Telefon. Mehr sagt er nicht. Auf Facebook postet er aber ein Video. Es istz die vorerst und vermutlich für einige Zeit letzte Nacht im Wohnwagen. Flecki liegt im Bett bei Sven Hossala, leckt ihn im Gesicht ab. 

    Die letzte nacht im Wohnwagen Ich bin so glücklich dass er wieder da ist Er wird es sehr gut haben das verspreche ich ;)

    Posted by Sven Hossalla on Saturday, August 1, 2015

    Bereits einige Stunden zuvor hatte er ein erstes Video gepostet, das ihn mit dem Hund wiedervereint zeigt. Die Nachricht hatte schnell die Runde gemacht unter Menschen, die mit dem Paar und dem Hund gefiebert hatten.

    Endlich ist er wieder da

    Posted by Sven Hossalla on Saturday, August 1, 2015

    Angefangen hat alles in Kroatien: Hossalla und seine Partnerin Lisa Metzler machen dort seit Jahren Urlaub und engagieren sich hin und wieder bei der Tierhilfe. Dort lernte das Paar im vergangenen Jahr Flecki kennen - und lieben. Ein Jahr machten die beiden sich Gedanken, ob sie sich einen zweiten Hund anschaffen wollen. Kurz vor Ende ihres diesjährigen Urlaubs nahmen sie ihn mit.

    Doch dann passiert es. Bei einem kurzen Stopp an der Autobahn 8 läuft der scheue, vier Jahre alte Hund wegen eines lauten Knalls davon. Hossalla und Metzler beschließen, auf seine Rückkehr zu warten. Er ist selbstständig, sie von der Arbeit in der Gastronomie freigestellt, erklären sie nach einer Woche, wie das überhaupt möglich ist. Um die Raststätte finden sich Helfer. Manche kochen Kaffee, bringen Essen. Eine Frau wäscht die schmutzige Urlaubswäsche. Eine Firma stellt dem Paar einen Wohnwagen. Doch als Medien davon Wind bekommen und berichten, nimmt die Suche nach Flecki teils absurde Züge an. Unter anderem versuchten Menschen, mit läufigen Hündinnen den Rüden anzulocken, berichtet UNA-Sprecherin Angela Kazmaier. Nun wurden auch Stimmen laut, die dem Paar Vorwürfe machten: Sie hätten den Hund, der bei einer Sprengung fluchtartig in den Wald gestürmt war, keine Sekunde unangeleint lassen dürfen. Vielleicht auch und gerade an deren Adresse schreibt Hossala ein Versprechen: "Es wird es sehr gut haben."

    Glückliches Ende: Mischlingshund Flecki ist wieder da. Foto: dpa
    Glückliches Ende: Mischlingshund Flecki ist wieder da.
    Foto: dpa

    Ab und zu wird der Hund gesehen, aber er traut sich nicht zurück. Ihm fehlt die Bindung zu seinen neuen Besitzern. Als es den Tierrettern zu viel wird, schlagen sie Hossalla und Metzler einen anonymen Standort vor. Am Freitagabend dann der Anruf: Eine Frau aus dem rund 20 Kilometer entfernten Blaubeuren hat einen Hund im Garten entdeckt, den sie aus dem Fernsehen zu kennen meint. Sie schickt Hossalla Fotos per Handy. Und tatsächlich: Es ist Flecki. Der Mischling ist unverletzt, aber ein paar Kilo leichter, etwas dehydriert und vor allem erschöpft. Aber wohl auch glücklich, wieder bei seinen neuen Besitzern zu sein.

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