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    HachenburgFamilienplanung für eine friedliche Zukunft - Verein „Hilfe für Ruanda aus Hachenburg“ engagiert sich seit 2005 in Afrika

    Eine aufgeklärte Familienplanung ist nach Einschätzung des Vereins „Hilfe für Ruanda aus Hachenburg“ einer der Schlüssel für eine bessere Zukunft der Menschen in dem afrikanischen Partnerland von Rheinland-Pfalz.

    Sport verbindet: Bei einem Tag der Begegnung in Gisagara gab es auch  ein Fußballspiel zwischen Helfern aus Deutschland und ruandischen  Jugendlichen.
    Sport verbindet: Bei einem Tag der Begegnung in Gisagara gab es auch ein Fußballspiel zwischen Helfern aus Deutschland und ruandischen Jugendlichen.

    Hachenburg - Eine aufgeklärte Familienplanung ist nach Einschätzung des Vereins „Hilfe für Ruanda aus Hachenburg“ einer der Schlüssel für eine bessere Zukunft der Menschen in dem afrikanischen Partnerland von Rheinland-Pfalz.

    So wird der Vereinsvorsitzende und pensionierte Gynäkologe Dr. Henning Bläsig auch während seiner nächsten Reise nach Ruanda im Herbst wieder gemeinsam mit weiteren Medizinern aus Deutschland, mit einheimischen Ordensschwestern und einer ruandischen Familienberaterin Workshops für mehrere Hundert Frauen durchführen.

    Der Verein wurde 2005 von zehn Personen gegründet. Inzwischen sind es 120 Mitglieder (Reiner Meutsch, Stiftungsgründer der Hilfsorganisation Fly & Help, ist aktives Ehrenmitglied), die vor allem um persönliche Kontakte zu den Menschen in Afrika bemüht sind. In Kooperation mit dem Land Rheinland-Pfalz haben die Westerwälder bereits mehr als 100 000 Euro nach Ruanda gespendet und damit vor allem medizinische Hilfsprojekte rund um die Stadt Gisagara realisiert. So konnten unter anderem ein Krankenwagen und Materialien für die Geburtshilfe angeschafft werden. Außerdem bezahlt der Verein besonders armen Frauen eine Entbindung mit fachlicher Betreuung sowie den Kindern dieser Mütter ein Jahr lang die Krankenversicherung. Darüber hinaus ermöglichen die Hachenburger derzeit zwei ruandischen Nonnen ein siebenjähriges Medizinstudium (1800 Euro pro Ordensschwester und Jahr). So können die beiden Nonnen künftig bei komplizierten Geburten Kaiserschnitte vornehmen und dadurch die Sterblichkeitsrate von Müttern und Kindern senken.

    Bei den Workshops in Ruanda erfahren die Teilnehmerinnen beispielsweise, wie sie unter Berücksichtigung ihres Zyklus’ auf ganz natürliche Weise verhüten können. „Der Genozid in Ruanda war nämlich auch eine Folge der Bevölkerungsexplosion“, ist Mediziner Bläsig überzeugt.

    Ein Großprojekt für 2012 ist die Gründung eines Zentrums für Straßenkinder, bei dem die Hachenburger Ruanda-Hilfe ebenfalls mit den Nonnen der Congrégation des Soeurs Abizeramariya zusammenarbeitet. Das für die Region einzigartige Vorhaben soll vielen betroffenen Kindern ein Dach über dem Kopf bieten, ihre medizinische Versorgung, Nahrung und vor allem eine Zukunftsperspektive durch eine Ausbildung sichern. Der erste Bauabschnitt, der vom Koordinationsbüro Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda bereits genehmigt wurde, wird in diesem Jahr umgesetzt. Die Kosten dafür werden auf knapp 48 000 Euro geschätzt, von denen der Westerwälder Verein 12 500 Euro trägt. Den Rest zahlt das Land Rheinland-Pfalz. Für die Ruanda-Hilfe aus Hachenburg ist die Kontrolle des Geldflusses und der Projekte durch das Partnerschaftsbüro vor Ort sehr wichtig. „So wissen wir, dass unsere Spenden gut ankommen“, betonen Vorsitzender Bläsig und sein Stellvertreter Bernd Gförer. „Man kann erkennen, dass es in Ruanda aufwärts geht“, freuen sich beide.

    Von unserer Redakteurin Nadja Hoffmann-Heidrich

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