40.000
  • Startseite
  • » Panorama
  • » Dorferneuerung bietet vielfältige Chancen
  • Aus unserem Archiv

    WesterwaldDorferneuerung bietet vielfältige Chancen

    Der erste Schritt zur Dorferneuerung ist die Aufstellung eines entsprechenden Konzeptes, um die Prioritäten in den einzelnen Ortschaften zu setzen. Im Westerwaldkreis hat eine große Zahl der Ortsgemeinden diese Grundlagen geschaffen. Mehr als 80 Prozent der 192 Kommunen haben seit den 1980er-Jahren einen Plan erarbeitet und ihre Schwerpunkte formuliert.

    Dorferneuerung bietet vielfältige Chancen
    Foto: Röder Moldenhauer

    Von unserer Redakteurin Christel Debusmann

    Westerwaldkreis - Der erste Schritt zur Dorferneuerung ist die Aufstellung eines entsprechenden Konzeptes, um die Prioritäten in den einzelnen Ortschaften zu setzen. Im Westerwaldkreis hat eine große Zahl der Ortsgemeinden diese Grundlagen geschaffen. Mehr als 80 Prozent der 192 Kommunen haben seit den 1980er-Jahren einen Plan erarbeitet und ihre Schwerpunkte formuliert. In vielen Dörfern wird sie immer wieder fortgeschrieben, um die Dorferneuerung neuen Gegebenheiten anzupassen und Projekte zu initiieren.

    Die Ausgangsbasis ermöglicht es dann, aus dem entsprechenden Programm, das das Land Rheinland-Pfalz aufgelegt hat, Zuschüsse zu beantragen. Sie werden im Rahmen der zur Verfügung stehenden Landesmittel sowohl Privatleuten als auch kommunalen Antragstellern gewährt.

    Profitieren können von den Fördermitteln beispielsweise Privateigentümer, die in Ortskernen in alter Bausubstanz wohnen oder denen Gebäude gehören, die das Ortsbild prägen. Für landwirtschaftliche Anwesen, denen Leerstand droht, können ebenfalls Zuwendungen gewährt werden. Die Bewilligung erfolgt durch den Kreis.

    Über die Förderung von kommunalen Vorhaben entscheidet das Land. Zuschüsse können für Projekte beantragt werden, die im Dorferneuerungskonzept aufgeführt sind.

    Ortsgemeinden oder Ortsteile, die diese erste Stufe genommen haben, können dann den nächsten Schritt tun und den Antrag auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde stellen. Dörfer mit bestimmten Problemlagen oder die vielfältige Vorhaben bündeln wollen, haben vor allen Dingen die Möglichkeit, diesen Weg einzuschlagen. Gut ausgestattete Kommunen kommen dafür weniger infrage. Dieses Förderinstrument des Landes ist auf sechs Jahre ausgelegt. Doch auch danach setzt sich der Entwicklungsprozess fort.

    Interessant daran ist für die Ortsgemeinden, dass bei dem Verfahren eine intensive Bürgerbeteiligung erforderlich ist. Bei der sogenannten Dorfmoderation können die Einwohner zu den verschiedensten Themen ihre Vorschläge, Anregungen, aber auch ihre Kritik einbringen. Außerdem beinhaltet sie intensive Beratungsoptionen sowohl für private als auch öffentliche Bauherren. In der Regel wird pro Jahr und Kreis eine Schwerpunktgemeinde anerkannt. Die Kommunen bewerben sich über die Kreisverwaltung beim Land, das dann die Auswahl trifft. Für das Jahr 2010 wurden aus dem Westerwaldkreis sogar zwei Ortschaften in das Programm aufgenommen, nämlich Hilgert und Luckenbach. Auch für das Jahr 2011 haben wieder mehrere Kommunen einen Antrag gestellt. In den kommenden Wochen ist mit einer Entscheidung zu rechnen.

    Zwischen 1994 und 2010 gab es für 15 Ortsgemeinden oder Ortsteile im Wäller Land die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde. Auf diese Weise sind in den zurückliegenden Jahrzehnten schon in vielen Dörfern Gebäude und Plätze erneuert worden.

    Einige Beispiele für Initiativen in den Ortsgemeinden sind das Rathaus in Hillscheid, die einstigen Schulen in Horbach und Deesen oder das Backhaus in Nisterau. Für die alten Schulgebäude war damit manchmal auch eine neue Nutzung verbunden. In Horbach ist die ehemalige Bildungsstätte nun das Rat- und Gemeinschaftshaus. In Deesen wurde das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk im Laufe eines Jahrzehntes renoviert. Im Erdgeschoss hat eine Arztpraxis weiter ihren Sitz. Die früheren Schulzimmer dienen der Ortsgemeinde als Sitzungs- und Versammlungsräume. Die Dorfplätze in Hübingen und Reckenthal mit ihren Brunnen erhielten ein neues Gesicht. Das Areal vor der Kirche und dem Gemeindehaus in Irmtraut wurde genauso umgestaltet wie die Ortsmitte in Saynscheid.

    Aspekte wechseln mit gesellschaftlichem Wandel
    Panorama
    Meistgelesene Artikel