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    KoblenzAutohändler in Montabaur ermordet: 15 Jahre für den Täter

    Das Koblenzer Landgericht hat das Urteil gegen den Mörder des Montabaurer Autohändlers Dirk Dahmen etwas abgemildert. Weil im Falle des 45-jährigen Francisco A. keine besondere Schwere der Schuld vorliegt, kann der verurteilte Täter nun doch auf eine Freilassung nach 15 Jahren Haft hoffen.

    Von unserer Mitarbeiterin Kerstin Perkert

    Francisco A. war zuvor wegen schweren Raubs und Mordes an dem 41-jährigen Luxusautohändler Dirk Dahmen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Zudem wurde in erster Instanz die besondere Schwere der Schuld festgestellt, wodurch Francisco A. auch nach 15 Jahren nicht freigekommen wäre. Diesen Aspekt des Urteils hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Revision aufgehoben, die Sache musste deshalb in Koblenz teilweise neu verhandelt werden.

    Im März 2013 hatte der Täter erstmals Kontakt mit seinem späteren Opfer aufgenommen, um von ihm vier Luxusautos zu kaufen. Allerdings war Francisco A. nie im Besitz des vereinbarten Kaufpreises von 825 000 Euro gewesen, sondern hatte von Anfang an geplant, Dahmen zu einem Kommissionskauf zu überreden und das Geld angeblich später zu zahlen. Am 18. April 2013 sollte die Überführung der Autos von Montabaur nach Monaco stattfinden. Drei Autos waren bereits auf den Transporter geladen, während Dahmen aber die letzten Schlüssel und Papiere nicht herausgeben wollte, ehe er das Bargeld erhalten hatte.

    Francisco A. vertröstete ihn mit der Aussage, dass ein Geldkurier unterwegs sei. Als Francisco A. keinen anderen Weg mehr sah, an die Autos zu kommen, schoss er Dahmen mit einem eigens aus Monaco mitgebrachten Revolver in den Hinterkopf, während dieser völlig arg- und wehrlos war.

    Das Gericht sah und sieht die Mordaspekte der Heimtücke und der Habgier als erfüllt an. Laut BGH müssen bei der Feststellung der besonderen Schuldschwere aber die gesamte Tat und die Täterpersönlichkeit von erfahrungsgemäß gewöhnlichen Mordfällen abweichen, um eine Freilassung auf Bewährung nach 15 Jahren auszuschließen.

    Die Staatsanwaltschaft sah dies jetzt in der Gesamtabwägung als nicht zutreffend an, da die Tat nicht außergewöhnlich grausam oder brutal gewesen sei und das betrügerische Gewinnstreben von Francisco A. im Vordergrund gestanden hatte. Ebenso sah es Verteidigerin Sandra Jung, die ihren Mandanten als "Hochstapler und Betrüger" bezeichnete, der nicht in erster Linie den Mord geplant hatte.

    Dem widersprach der Anwalt der Eltern des Getöteten. Demnach sprächen das planvolle Vorgehen, Habgier und Heimtücke, ein lückenhaftes und lügenbehaftetes Geständnis sowie fehlende Reue von Francisco A. nach wie vor für die besondere Schuldschwere. Außerdem wurde in dem Revisionsverfahren jetzt auch noch festgestellt, dass der gebürtige Brasilianer in seinem Heimatland schon einmal wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis gesessen hatte. Insbesondere sei erschreckend, dass der Verurteilte gewusst habe, dass Dirk Dahmen Familienvater war.

    Letztlich konnte das Gericht auf dieser Basis die besondere Schwere der Schuld aber nicht rechtfertigen. Das bedeutet, dass Francisco A. jetzt in 15 Jahren die Möglichkeit haben wird, auf Bewährung freizukommen.

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