Mainzer stricken für guten Zweck

Mainz. Rund um gute Taten: Oliver Mayer handelt mit fair produzierten Shirts und Mützen im Internet. Ein Teil des Erlöses geht an eine Stiftung.

Oliver Mayer und seine Strickgruppe treffen sich regelmäßig im Klubheim des TSC Mainz. Dort stricken sie gemeinsam Mützen, die der 28-Jährige im Internet verkauft.
Oliver Mayer und seine Strickgruppe treffen sich regelmäßig im Klubheim des TSC Mainz. Dort stricken sie gemeinsam Mützen, die der 28-Jährige im Internet verkauft.
Foto: privat

Mainz - Auf dem schlichten Holztisch in der Küche liegen die bunten, selbst gestrickten Mützen. Dazwischen steht ein schicker Laptop, ein Handy und Notizzettel. Die Küche von Oliver Mayer ist gleichzeitig die Kommandozentrale seines frisch gegründeten Start-up-Internetunternehmens fairbiolous in der Kaiserstraße in Mainz, das die Bestandteile fair und biologisch vereint. Dort verkauft er fair hergestellte Shirts und Mützen.

Die bunten Wollmützen sind der Verkaufsschlager im Winter.
Die bunten Wollmützen sind der Verkaufsschlager im Winter.

Mayer ist 28 Jahre alt und wollte einmal coole T-Shirts und Mützen in den Läden finden, die gleichzeitig auch fair produziert wurden, erzählt er. "Ich konnte Shirts mit schlechten Drucken zu Dumpingpreisen beim Schweden oder beim Spanier um die Ecke nicht mehr sehen", sagt der Jungunternehmer, der sich seine Brötchen als Sportreporter beim Hessischen Rundfunk verdient.

Und so begann er - ganz idealistisch - alte Shirts mithilfe von Birkenrinde, Zwiebeln und Nussschalen einzufärben. "Das hat leider nicht so gut funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte." Denn beim Waschen ist die Farbe schnell wieder rausgegangen.

Freunde fungieren als Models

Seine Freunde brachten ihn dann auf die Idee, ein eigenes Label zu gründen. Seit Juli 2012 ist das Unternehmen unter www.fairbiolous.de nun auch im Internet vertreten. "Viele von meinen Freunden sind gleichzeitig auch gute Kunden. Die Models auf der Internetseite sind Freunde von mir", berichtet der Sportreporter.

Die bunten Wollmützen sind der Verkaufsschlager in der bevorstehenden Wintersaison. "100 Prozent Naturwolle und Angora und mit Naturfarben gefärbt", erklärt Mayer. 39,90 Euro kostet eine biozertifizierte, handgestrickte Mütze. Doch wer strickt die vielen weichen Mützen? "Anfangs hat meine Mama alle selbst gestrickt, aber das wurde ihr zu viel", erzählt Mayer. Deshalb tingelte er durch die Mainzer Pflegeheime und suchte dort Frauen, die für ihn stricken - und wurde beim Bruder-Konrad-Stift fündig.

"Allerdings strickten die Frauen nicht ganz so grazil, sodass ich eine neue Strickgruppe suchen musste." Diese trifft sich nun regelmäßig im Klubheim des TSC Mainz, bei dem Mayer und seine Mutter spielen. Sie stricken für eine gute Sache, für einen nachhaltigen Lebensstil. Mayer entlohnt die Frauen in T-Shirts, beziehungsweise sie stricken einfach gern für einen guten Zweck.

Nachhaltiger Lebensstil hat allerdings seinen Preis. Die T-Shirts in Oliver Mayers Laden kosten zwischen 29,90 und 34,90 Euro. Ein Teil der Einnahmen geht an die Stiftung "Steps for children". Die Organisation fördert Aufbauprojekte in Afrika.

Ein dezentes und cooles Markenzeichen

Ziel dieser Projekte ist es, die lokale Infrastruktur so aufzubauen, dass die Menschen bald nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen sind. Ein weiterer Teil der Einnahmen geht an Projekte des Bruder-Konrad-Stifts. "Die Leitung des Alten- und Pflegeheims bestimmt, für welche dringenden Maßnahmen das Geld eingesetzt werden soll", erläutert Oliver Mayer.

Über der Lehne eines schlichten Korbsessels hängen die T-Shirts. "Indigo" steht fein säuberlich in weiß gestickt auf leuchtendem Dunkelblau. "Das Markenzeichen ist, dass wir die Naturfarben, mit denen die Shirts gefärbt sind, auf die Shirts sticken. Das ist dezent und cool", meint der Jungunternehmer.

Doch was möchte Oliver Mayer mit seiner Internetfirma fairbiolous erreichen? "Ich will einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass ein Umdenken in der Modebranche und in den Köpfen der Verbraucher stattfindet. Das würde die Welt vielleicht ein kleines Stückchen besser machen." Sarah Kern