Scherzbolde am 1. April in Hochform
Kopenhagen (dpa) - Die Kleine Meerjungfrau ist überraschend bis aufs Skelett abgemagert nach Kopenhagen zurückgekehrt. So sah es für amüsierte Spaziergänger zum 1. April am Langeliniekai jedenfalls aus.
Wo seit 1913 die Bronzestatue aus dem Märchen von Hans Christian Andersen zu bewundern war, saß nun ein Knochengerüst. Die Originalfigur aus Bronze war eine Woche zuvor Richtung China verschwunden, wo sie ein halbes Jahr lang auf der EXPO 2010 in Shanghai zu sehen sein soll. Den mageren Ersatz platzierten Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums auf einem Papp-Felsen.
In einer Presseerklärung an Dänemarks Nachrichtenagentur Ritzau schrieben sie: «Das Skelett gehört zur Art hydronymphus pesci (Nymphenfisch), die Ende des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist.» Es sei eine der größten Kostbarkeiten des Naturhistorischen Museums, und aus der Königlichen Kunstkammer übernommen worden. Dass das Skelett nach wenigen Stunden wieder verschwand hatte praktische Gründe: Der Papp-«Fels» hätte Regen nicht standgehalten.
Wenig Sinn für Aprilscherze zeigte der Bürgermeister des mazedonischen Urlaubszentrums Ohrid: Er will eine bulgarische Nachrichtenagentur verklagen. Medien in der mazedonischen Hauptstadt Skopje meldeten am Freitag, die Agentur «Focus» habe am Vortag ein erfundenes Interview mit Aleksandar Petreski veröffentlicht. Er soll sich darin für den Anschluss Ohrids an Bulgarien ausgesprochen haben. Ohrid liegt am gleichnamigen See und ist weit von Bulgariens Grenze Bulgarien entfernt. Die von anderen Medien übernommene Meldung habe «Unruhe» im Ort verursacht, «Focus» müsse sich daher entschuldigen, verlangt der beleidigte Bürgermeister. Sonst drohe eine Klage.
April, April hieß es zum Auftakt des Frühlingsmonats auch in Deutschland: ob Porto für E-Mails oder neue Handy-Nummer für alle EU- Bürger - an skurrilen «Meldungen» mangelte es am Donnerstag nicht. Den wohl glaubwürdigsten Aprilscherz hatten 57 öffentlich-rechtliche und private deutsche Rundfunksender organisiert, die ihren Hörern landesweit eine neue Mail-Portogebühr glaubhaft machen wollten.
Von den Frühnachrichten bis in die Mittagstunden wurde auf allen Kanälen darüber diskutiert, welche Folgen die angeblich für Juni geplante neue Gebühr von einem Cent pro E-Mail haben werde. Die teilnehmenden Radiostationen hatten laut einer Pressemitteilung übereinstimmend berichtet, dass durch den Verkauf der digitalen Briefmarken Steuerlöcher gestopft werden sollten. Diese seien durch sinkende Briefporto-Einnahmen entstanden. Die Sender wurden nach den Angaben mit Reaktionen geradezu überschüttet.









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