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  • Polarforscher: Neuer Eisberg nicht durch Klimawandel

    Bremerhaven (dpa). Der gigantische neue Eisberg, der von einem Antarktisgletscher abgebrochen ist, ist nicht durch den Klimawandel entstanden.

    «Das Kalben der Antarktisgletscher ist ein natürlicher Prozess», erläuterte der deutsche Polarforscher Klaus Grosfeld vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Das ist letztlich nichts Besonderes, aber dass es in diesem Fall durch eine Kollision entstanden ist, ist natürlich schon spektakulär.»

    Derzeit seien etwa 20 bis 30 große Eisberge in der Antarktis unterwegs. «Die meisten sind im Küstenstrom gefangen und treiben gegen den Uhrzeigersinn um die Antarktis», sagte Grosfeld. «Die können dann auch mal kollidieren.» Oft säßen die großen Eiskolosse jahrelang irgendwo auf Grund fest, bis sie genug abgeschmolzen seien, um sich wieder loszureißen. Dass sich jetzt in kurzer Zeit gleich zwei Eisberg-Karambolagen ereignet hätten, sei Zufall. Erst vor wenigen Tagen hatte das AWI von einem anderen Eisberg berichtet, der in der Nähe der deutschen Forschungsstation «Neumayer III» das Schelfeis gerammt hatte.

    Großräumige Konsequenzen des neuen Eisbergs erwartet Grosfeld nicht. «Befürchtungen, nachdem der neue Eisberg auch in vielen tausend Kilometern Entfernung den Ozean und sogar das Wetter beeinflussen könnte, würde ich im Moment nicht mittragen», sagte er. Australische Polarforscher hatten über mögliche derartige Konsequenzen gesprochen. «Regional wird es aber sicherlich Einfluss auf das Ökosystem haben», betonte Grosfeld.

    Gespräch: Till Mundzeck, dpa

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