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    HamburgForscher finden mutierte Gene zum Schutz bei Malaria

    Fieber, Durchfall, Krämpfe - eine Malaria kann gefährlich sein. Im schlimmsten Fall geht sie tödlich aus. Mutierte Gene könnten künftig in besonders schlimmen Fällen die Rettung sein.

    Schutz bei Malaria
    Die dreijährige Siama Marjan spielt - gegen Malaria-Mücken geschützt - in Nairobi hinter einem Moskitonetz.
    Foto: Stephen Morrison/Archiv - DPA

    Ein deutsch-afrikanisches Wissenschaftlerteam hat zwei weitere Genvarianten entdeckt, als es das Erbgut gesunder Menschen mit dem von Malariapatienten verglich. Diese Mutationen helfen möglicherweise dabei, neue Medikamente gegen die mitunter sehr gefährliche zu Tropenkrankheit entwickeln. Die Wissenschaftler um Rolf Horstmann vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut (BNI) für Tropenmedizin haben ihre Studie im Fachblatt «Nature» veröffentlicht.

    Bislang sind bereits einige Genmutationen bekannt, die einen mehr oder weniger starken Schutz vor Malaria bieten. Dazu gehören Blutkrankheiten wie die Sichelzellenanämie oder die Zugehörigkeit zur Blutgruppe Null.

    Ein Malaria-Überträger ist die Anophelesmücke: Mit ihrem Stich kann sie den Parasiten Plasmodium falciparum in die Blutbahn einschleusen, der für eine bestimmte Form der Malaria verantwortlich ist. Der Einzeller durchläuft mehrere Stadien und vermehrt sich in roten Blutkörperchen. Patienten mit schweren Verläufen leiden an dramatischer Blutarmut. Störungen der Gehirnfunktionen lösen Krämpfe aus. Betroffene fallen ins Koma und können sogar daran sterben.

    Im Jahr 2010 starben nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 655 000 Menschen an der Infektion, überwiegend Kinder in Afrika. In der Studie sprechen Forscher von einer Million Todesopfer pro Jahr.

    Für die aktuelle Studie nahmen die Forscher das gesamte Erbgut von mehr als 1300 Kindern aus Ghana, die an schwerer Malaria litten, unter die Lupe. Die Werte verglichen sie mit denen von mehr als 800 gesunden Kindern. «Dabei stießen wir auf zwei Genvarianten, die statistisch auffällig waren», sagte Studienleiter Horstmann der Nachrichtenagentur dpa.

    Das eine Gen stehe für ein Molekül, das sogenannte Kalziumkanäle in den roten Blutkörperchen steuere. «Wir wissen aus vorherigen Untersuchungen, dass die Konzentration von Kalzium wichtig für das Überleben der Parasiten ist», sagte Horstmann. Das zweite Protein wirke auf den Zusammenhalt von Zellen an den Gefäßwänden. «Dazu ist bekannt: Die Gefäße werden bei lebensbedrohlicher Malaria geschädigt, die genauen Prozesse dahinter sind aber noch unklar.»

    Für ihre Untersuchungen wendeten die Wissenschaftler das Verfahren der genomweiten Assoziation (GWA) an. Das heißt, dass sie bei komplexen Krankheiten nach genetischen Risiko- oder Schutzfaktoren fahnden. Im Labor überprüfen sie anschließend, wie genau die genetischen Faktoren den Krankheitsverlauf beeinflussen.

    Diese Methode war nach Angaben von Horstmann im Kampf gegen Infektionskrankheiten bislang wenig erfolgreich. «Wir haben nun an einer wichtigen Krankheit gezeigt, dass es funktioniert. Vor allem kann man dabei auch auf Zusammenhänge stoßen, die man durch Forschung im Labor nicht finden kann.» Die Studie ermögliche klare Bezüge zu bereits bekannten Vorgängen bei Malaria. Daher sei die Hoffnung groß, dass sie bei der Entwicklung neuer Medikamente hilfreich ist. Als nächstes werde untersucht, wie genau die Genmutationen die Arbeitsweise der Proteine beeinflussen.

    BNI

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