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    MannheimExperten beanstanden Versorgung bei chronischen Schmerzen

    Was tun, wenn der Schmerz nicht mehr verschwindet? Man geht zum Arzt. Eine Garantie, dass einem schnell geholfen wird, gibt es aber nicht. Deutschland hat Nachholbedarf beim Thema chronische Schmerzen.

    Chronische Schmerzen
    Bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen gibt es nach Einschätzung von Experten große Defizite in Deutschland.
    Foto: Oliver Killig - DPA

    Bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen gibt es nach Einschätzung von Experten große Defizite in Deutschland. «Im Moment braucht ein chronischer Schmerzpatient zwei Jahre bis er zu richtigen Diagnose kommt», sagte der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Professor Wolfgang Koppert, am Mittwoch in Mannheim. Dann brauche es in der Regel noch einmal zwei Jahre, bis der Patient eine adäquate Therapie bekomme. In Mannheim beraten bis Samstag etwa 2000 Mediziner und andere Experten auf dem Deutschen Schmerzkongress.

    Einer Befragung der Universität Leipzig zufolge leidet etwa ein Drittel der Deutschen nach eigener Einschätzung an chronischen Schmerzen. 5,4 Prozent gaben einen chronischen Schmerz an, der mit körperlichen und sozialen Beeinträchtigungen verbunden ist. Bei 2,3 Prozent der Befragten kommen noch seelische Beeinträchtigungen durch den Schmerz hinzu.

    Wann ein Schmerz als chronisch einzustufen ist, ist nicht fest definiert. Gängig ist eine Einordnung bei einem Schmerz, der mindestens sechs Wochen bis drei Monate vorhanden ist. «Eigentlich müsste die Definition aber sein, ob der Schmerz im Mittelpunkt steht und das eigene Leben dominiert», sagte der Kongresspräsident Professor Hans-Raimund Casser.

    Sein Kollege Koppert sagte, oft werde der Übergang von einem Schmerz, der als Symptom auftrete, zu einer chronischen Schmerzkrankheit zu spät erkannt. Weiter bemängelten die Experten, dass es in Deutschland zu wenig Schmerztherapeuten gebe, in vielen Regionen seien die Wartezeiten für Patienten deshalb zu lang. Viele Ärzte machten die Schmerztherapie quasi nebenher als «Hobby», weil sie davon alleine nicht leben könnten.

    Der designierte Präsident der Internationalen Schmerzgesellschaft IASP, Professor Rolf-Detlef Treede, kritisierte, dass in Deutschland ein Aktionsplan gegen den Schmerz fehle, den es in Ländern wie Portugal oder Frankreich bereits gebe. Als Defizit nannte er außerdem, dass das Thema Schmerz in der Ausbildung zum Psychologen nicht vorkomme. «Ein Schmerzpatient braucht aber häufig auch einen Psychologen.»

    Die Deutsche Schmerzgesellschaft will künftig erreichen, dass die Versorgungsforschung im Bereich Schmerz ausgebaut wird. Noch fehlten in Deutschland in zahlreichen Bereichen der Schmerzmedizin belastbare Daten.

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