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    Karlsruhe (dpa). Einen eisigen Rekord haben Karlsruher Wissenschaftler mit einem Ballon in der Arktis aufgestellt.

    Bei einem Experiment zur Erforschung der Stratosphäre, dem sogenannte zweiten «Stockwerk» der Erdatmosphäre, habe ein Ballon erstmals die chemischen Abläufe eines kompletten Tages im arktischen Polarwirbel vermessen - bei eisigen Temperaturen von nahe minus 90 Grad, teilte das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am Dienstag mit. Mit einer Last von 750 Kilo sei der Spezialballon bereits vor etwas mehr als einer Woche zu einem 13-Stunden-Messflug aufgebrochen - erfolgreich. Der Flug wurde vom Esrange Space Center nahe Kiruna aus gestartet, der nördlichsten Stadt Schwedens. Der mit Helium gefüllte Ballon erreichte eine Höhe von 34 Kilometern und setzt einen neuen Rekord: Nie zuvor wurde ein Ballon dieser Größe im Nordpolarwinter bei derart niedrigen Temperaturen in die Luft geschickt, teilte das KIT mit.

    «Schon beim Start betrug die Temperatur am Boden nur ungemütliche minus 29 Grad Celsius», zitiert das KIT den wissenschaftlichen Projektleiter Hermann Oelhaf vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT. «Beim Aufstieg des Experiments durch die kalte untere Stratosphäre sank die Gastemperatur im Ballon sogar auf minus 101 Grad Celsius.»

    An Bord des Ballons: drei Instrumente, um den chemischen Zustand im Polarwirbel zu erkunden. Mit den Messgeräten können genaue Höhenprofile von mehr als 30 Spurengasen in der Stratosphäre sowohl bei Tag als auch bei Nacht gemessen werden, hieß es weiter. Wesentliches Ziel der Ballonmission war es laut KIT, die Variationen von chlor- und bromhaltigen Verbindungen bei Tag und in der Nacht zu erforschen. Diese Verbindungen sind für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich. Mit den Erkenntnissen aus dem Flug hoffen die Forscher, atmosphärische Prozesse besser simulieren zu können. Damit könnten dann zuverlässigere mittel- und langfristige Klimaprognosen erstellt werden.

    http://dpaq.de/KIT-Ballon

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