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    MünchenWirtschaftsstimmung nur leicht eingetrübt

    Erstmals seit Mitte 2010 hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft leicht eingetrübt - die Katastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika wirkten sich jedoch überraschend wenig aus. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank geringfügig um 0,2 auf 111,1 Punkte.

    ifo-Chef Sinn
    ifo-Präsident Hans-Werner Sinn bei einer Pressekonferenz (Archivbild vom 14.12.2010).
    Foto: DPA

    Damit belegt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer aber immer noch einen Optimismus, der in den Chefetagen zuletzt in den 70er Jahren herrschte. «Die Konjunkturampeln stehen unverändert auf grün. Deutschland befindet sich im Aufschwung», urteilte Werner Sinn, Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, am Freitag in München.

    Der Konjunkturindikator war seit Juni vorigen Jahres ohne Unterbrechung gestiegen. Zahlreiche Ökonomen hatten schon deshalb mit einer Abschwächung gerechnet. Zudem erwarteten sie, dass das Jahrhundertbeben in Japan und die Atomkatastrophe in Fukushima für mehr Pessimismus sorgen würden.

    Die Ereignisse hätten jedoch nur sehr begrenzt die Stimmung in der deutschen Wirtschaft beeinflusst, sagte Klaus Abberger, der beim ifo Institut für die Erhebung zuständig ist. Immerhin knapp die Hälfte der Fragebögen traf nach der Katastrophe in Japan ein. «Ich sehe da nicht den dauerhaften Effekt - vorausgesetzt, dass Tokio nicht verstrahlt wird.» Vielmehr habe sich erwiesen, dass «das Geschäftsklima trotz der Risiken in Japan und in Nordafrika auf einem hohen Stand ist und die Unternehmen auch weiter zuversichtlich in die Zukunft blicken».

    Ihre derzeitige Lage schätzten die 7000 befragten Unternehmer laut ifo im März sogar noch besser ein als im Februar. Die Bewertung stieg von 114,8 Punkten auf nunmehr 115,8 Punkte. Bei den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate litt der Optimismus auf hohem Niveau. Hier sank die Bewertung von 107,9 auf 106,5 Punkte. Aus beiden Werten wird der Geschäftsklimaindex berechnet.

    Der kaum getrübte Optimismus decke sich mit historischen Erfahrungen, urteilte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. «Weder der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 noch das Erdbeben in Kobe 1995 hatten das ifo-Geschäftsklima deutlich fallen lassen.»

    Angesichts der stetig steigenden Werte in den vergangenen Monaten sei ein Rückgang früher oder später erwartet worden, teilte die Postbank mit. Das ifo-Geschäftsklima dürfte nun seinen Höhepunkt überschritten haben, nimmt auch Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der DekaBank an. Ökonomen der Landesbank Hessen-Thüringen gehen davon aus, dass unabhängig von der Lage in Japan der hohe Ölpreis und die Aussicht auf höhere Leitzinsen in der Eurozone die Stimmung der Unternehmer in den nächsten Monaten belasten werden.

    Grund zur Sorge sehen die Experten vorerst allerdings weder für die Konjunktur noch bei der Entwicklung am Arbeitsmarkt. Laut einer dpa-Umfrage unter mehreren Großbanken gehen diese für 2011 unverändert von einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 2,93 bis 3 Millionen aus. Das wären rund 300 000 Erwerbslose weniger als im Jahresdurchschnitt 2010.

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