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    BaselUBS-Aktionäre lehnen Entlastung für Management von 2007 ab

    Das Führungsteam der Schweizer Großbank UBS des Krisenjahres 2007 muss sich vor Klagen wegen Missmanagements fürchten.

    UBS
    UBS-Generalversammlung: Die rund 5000 Teilnehmer müssen unter anderem über die Entlastung des Führungsmanagements für die Krisenjahre 2007 bis 2009 abstimmen.

    Die Mehrheit der Aktionäre auf der Generalversammlung in Basel verweigerte am Mittwoch der Mannschaft um den früheren Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel und Vorstandschef Peter Wuffli die Entlastung. Dies ist in der Schweizer Unternehmensgeschichte ein einmaliger Vorgang.

    Wenn auch die Aktionäre die neuen Führungsteams der Bank für die Jahre 2008 und 2009 entlasteten, so gilt die nach emotionalen Diskussionen gefällte Entscheidung für 2007 doch als Ohrfeige für den neuen Verwaltungsrat unter Ex-Finanzminister Kaspar Villiger. Dieser hatte die Abstimmung trotz heftiger Kritik nach Milliardenverlusten und einem riesigen Imageschaden der Großbank in der Finanzkrise durchziehen wollen. Dafür bekam er für sein umstrittenes Boni- Programm für Topmanager unerwartet die Zustimmung der etwa 4700 in Basel anwesenden Aktionäre.

    Villiger legte sich allerdings auch nach der negativen Abstimmung fest und sagte, der Verwaltungsrat werde weiterhin keine sogenannte Verantwortlichkeitsklage gegen die UBS-Spitze des Jahres 2007 einzureichen, solange keine neuen Erkenntnisse vorlägen. Für Privatanleger gilt ein rechtliches Vorgehen gegen die Konzernspitze wegen des großen Wagnisses als hohes Risiko. Ospel, der 2001 zum Chef des UBS-Verwaltungsrates gewählt worden war und später als einer der höchst bezahlten Manager weltweit galt, wird als einer der Hauptverantwortlichen der Krise für die UBS benannt.

    Ospel war es aber auch, der die Bank zum globalen Player und damit zum größten Vermögensverwalter der Welt ausbaute. Die Schweizer Bankenkommission stellte fest, dass er für die Verluste in Höhe von etwa 40 Milliarden Franken mitverantwortlich ist. Er trat 2008 zurück.

    Viele Aktionäre hatten aber auch verlangt, dass die Bank endlich zur Ruhe kommen müsse. «Idioten sind nicht automatisch Kriminelle», meinte eine Anteilseignerin in Basel. Andere wandten ein, dass die UBS aktiv in den USA geholfen habe, dass Amerikaner Steuern hinterziehen konnten.

    Zuvor hatte der jetzige Konzernchef Oswald Grübel erklärt, die Schweizer Großbank rechne mit einem weiteren Abzug von Kundengeldern. Diese Abflüsse seien zwar zurückgegangen, Ziel sei jedoch, sie zu stoppen, sagte Grübel. Seit Monaten ziehen die Kunden Milliarden von ihren UBS-Konten ab, nachdem die Bank schwer von der Finanzkrise getroffen worden war und zudem Daten ehemaliger Kunden an die USA liefern soll. Ob dies geschehen darf, muss das Schweizer Parlament noch entscheiden. Villiger beteuerte, dass die Bank die Daten «niemals widerrechtlich ausliefern» werde.

    Auch wenn die größte Schweizer Bank am Montag überraschend mitteilte, dass sie wieder einen hohen Vorsteuergewinn im ersten Quartal erwartet, gilt das Kundenvertrauen als weiterhin sehr angeschlagen. Grübel versicherte jedoch, dass die nun erzielten schwarzen Zahlen «keine Scheingewinne» seien. Auch für Villiger steht die Bank wieder auf sichereren Füßen. «Wir denken, dass die UBS kein untragbares Risiko mehr ist für unser Land.»

    Mit fast 55 Prozent Mehrheit gaben die Aktionäre dem Verwaltungsrat grünes Licht für seine umstrittene Auszahlung hoher Boni an seine Topmanager. Der Verwaltungsrat will rund drei Milliarden Franken (2,0 Mrd Euro) Boni ausschütten, obwohl 2009 ein Verlust von etwa 2,7 Milliarden Franken angefallen war. Kritiker sprachen auf der Versammlung von anhaltender «Abzockermentalität». Der Verwaltungsrat argumentierte, dass nur über weiterhin hohe Boni Topmanager bei der Bank gehalten werden könnten. «Wir verlieren Mitarbeiter, weil sie sich ethisch in anderen Banken freier fühlen», hielt Verwaltungsratspräsident Villiger dem entgegen.

    Schlechte Nachrichten für die UBS kamen am Mittwoch aus der Bundeshauptstadt Bern: Die Regierung will die Kosten von rund 40 Millionen Franken (fast 28 Mio Euro) für das Amtshilfeverfahren mit den USA der UBS auferlegen. Bisher war nur von einer Million die Rede gewesen, ein Bruchteil der Kosten, die dem Schweizer Staat wegen der Steueraffäre in den USA entstanden sind. Die Schweiz hatte im vergangenen Sommer ein Abkommen mit den USA ausgehandelt. Sie verpflichtete sich damit, ein Amtshilfegesuch der USA zu rund 4450 UBS-Konten zu bearbeiten und nicht nur bei Steuerbetrug, sondern auch bei den rund 4200 Fällen von schwerer Steuerhinterziehung Amtshilfe zu leisten.

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