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    MünchenTelefónica versilbert deutsche Tochter o2

    Der hochverschuldete spanische Telekomriese Telefónica will seine angespannte Finanzlage mit dem Börsengang seiner deutschen Tochter ein wenig verbessern. Telefónica Germany mit der Mobilfunkmarke o2 soll am 30. Oktober den Schritt auf das Parkett wagen, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte.

    Telefónica
    Der hochverschuldete spanische Telekomriese Telefónica macht einen Teil seines Tafelsilbers zu Geld. Die deutsche Tochter mit der Marke O2 soll an die Börse.
    Foto: Lukas Barth - DPA

    Eine Mehrheit von fast 77 Prozent wollen die Spanier aber behalten. Unter den Mobilfunkern in Deutschland ist o2 mit 18,8 Millionen Kunden die Nummer vier hinter der zur niederländischen KPN gehörenden E-Plus. An der Spitze der Mobilfunkbranche in Deutschland liefern sich Vodafone mit 35,8 und die Deutsche Telekom mit 35,4 Millionen Kunden ein enges Rennen. Derzeit haben die Briten die Nase vorn, die mit der Übernahme von Mannesmann auf den deutschen Markt drängten.

    Der seit längerem geplante Börsengang soll bis zu 1,68 Milliarden Euro einspielen und wäre so der größte in Deutschland seit fünf Jahren. Der gelungene Börsengang der Versicherungsgruppe Talanx hatte vor kurzem den Boden bereitet. Zuvor hatten viele Firmen wegen der schwierigen Lage an den Finanzmärkten den Schritt gescheut, Siemens etwa warf Börsenpläne für die Lichttochter Osram über den Haufen.

    Telefónica braucht aber dringend frisches Geld. Die Spanier ächzen unter einer Schuldenlast von mehr als 58 Milliarden Euro. Neben dem Erlös des Börsengangs verspricht Telefónica Germany noch 500 Millionen Euro Dividende für 2012 und stellt für die Zukunft höhere Ausschüttungen in Aussicht. Eine hohe Summe, denn im ersten Halbjahr verdiente Telefónica Germany unter dem Strich 55 Millionen Euro.

    Dabei haben die Spanier dem Vernehmen nach bereits vor wenigen Wochen milliardenschwere Barreserven von der deutschen Tochter wieder nach Spanien gebucht und auch Zusagen für Zuwendungen an Telefónica Germany wieder kassiert. Dabei braucht o2 selbst viel Geld, etwa um den Ausbau des Netzes oder den Start des neuen LTE-Angebots für schnelleres Internet via Mobilfunk zu finanzieren.

    Laut Branchenverband Bitkom müssen die deutschen Netzbetreiber in den kommenden Jahren 8 bis 10 Milliarden Euro in den Ausbau ihre Netze in Deutschland stecken. Zudem ist der Mobilfunkmarkt in Deutschland hart umkämpft. Die Preise sinken, die Anbieter liefern sich eine Rabattschlacht. Bereits 1,3 Mobilfunkverträge hat statistisch gesehen jeder Deutsche. Das Wachstum ist begrenzt.

    Dennoch läuft es bei o2 gut. Der Trend zu mobilem Internet und Smartphones lockt nach wie vor viele neue Kunden und das soll nun Aktionäre überzeugen. Das Papier soll zwischen 5,25 und 6,50 Euro kosten. Das Angebot läuft bis zum 29. Oktober. Am 30. Oktober ist die Erstnotiz an der Frankfurter Börse geplant. Klappt das Projekt, könnte das Eis für weitere Börsengänge endgültig gebrochen sein.

    Telefónica selbst will mit dem Börsengang in erster Linie ein Signal an Ratingagenturen senden, dass das Unternehmen das Abrutschen der Bewertung in den Ramsch-Status verhindern will. Das ist wichtig, weil das Unternehmen in den kommenden zwei Jahren nach Einschätzung von Analysten knapp 15 Milliarden Euro refinanzieren muss. Für die Spanier hängt vom Gelingen der Aktion einiges ab.

    Die Spanier kämpfen angesichts der heimischen Krise mit einbrechenden Gewinnen. Aber auch in Lateinamerika, wo Telefónica eigentlich viel Geld verdient, steht das Geschäft wegen des harten Wettbewerbs unter Druck. Telefónica Deutschland ist profitabel, wächst und verbuchte im zweiten Quartal 190 000 neue Kunden. Im ersten Halbjahr setzte der Konzern 2,5 Milliarden Euro um.

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