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    Nur jeder siebte Arbeitnehmer ist Gewerkschaftsmitglied

    Köln/Frankfurt (dpa). 100 Jahre nach der offiziellen Anerkennung der deutschen Gewerkschaften ist nur knapp jeder siebte Arbeitnehmer dort organisiert.

    IG Metall Demonstration
    Aktionstag der IG Metall, um mehr Lohn zu erstreiten.
    Foto: Michael Bahlo - dpa

    Im europäischen Vergleich liege Deutschland mit einem Organisationsgrad von 15 Prozent nur im hinteren Mittelfeld, heißt es in einem Beitrag des neuen „Gewerkschaftsspiegel“ des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln). Dort wurden Zahlen aus 22 Ländern aus dem Jahr 2014 ausgewertet.

    Weit mehr Menschen sind in Dänemark (69 Prozent), Schweden (62 Prozent) oder Finnland (61 Prozent) Mitglied einer Gewerkschaft. Dort wird aber auch die Arbeitslosenversicherung von den Gewerkschaften organisiert, während in Deutschland dafür die Bundesagentur zuständig ist.

    Besonders wenige Gewerkschafter gibt es in den einstmals kommunistisch regierten Ländern, wo die Organisationen früher zum Machtapparat gehörten.

    Als Grund für den geringen Organisationsgrad in Deutschland nennt das IW den Umstand, dass Tarifabschlüsse häufig auch auf unorganisierte Arbeitnehmer übertragen werden. „Dadurch lohnt sich das Trittbrettfahren: Der Einzelne lässt einfach andere dafür zahlen, dass Gewerkschaften Tarifverträge aushandeln.“ Mehr Mitglieder könnten mit Anreizen und einer intensiveren Rückgewinnung ehemaliger Mitglieder erreicht werden.

    Vor 100 Jahren hatte die Oberste Heeresleitung mitten im Ersten Weltkrieg die Gewerkschaften anerkennen müssen, um die kriegswichtigen Betriebe am Laufen zu halten. Dort wurden paritätisch besetzte Schlichtungsausschüsse eingerichtet. In der Weimarer Republik wurde den Gewerkschaften später auch das Recht zugesprochen, für ihre Mitglieder Tarifverträge abzuschließen.

    IW Tarifpolitik

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