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    RedmondMicrosoft versenkt Milliarden im Online-Geschäft

    Microsoft hat im Internet einfach kein Glück: Während die führende Suchmaschine Google scheinbar spielerisch Reichtümer anhäuft, verbrennt der weltgrößte Software-Konzern online anhaltend Geld.

    Microsoft
    Das Online-Geschäft ist und bleibt damit die schwache Stelle von Microsoft.
    Foto: Andrew Gombert - DPA

    Der bisher drastischste Beleg für Microsofts Probleme im Netz ist eine Abschreibung über 6,2 Milliarden Dollar (4,9 Mrd Euro), die den gesamten Quartalsgewinn aufzehren dürfte. Hintergrund für die am späten Montag angekündigte massive Abschreibung ist der Zukauf einer Online-Werbefirma vor fünf Jahren. Im Nachhinein stellt sich das Geschäft als teurer Fehlgriff heraus. Das investierte Geld ist nun futsch. Viel schlimmer aber noch: Microsoft hat wertvolle Zeit verloren, sich im Internet gegen Google oder auch das Soziale Netzwerk Facebook zu positionieren.

    Die gesamte Online-Service-Sparte werde langsamer wachsen und weniger abwerfen als ehedem erwartet, räumte der Software-Riese ein. Flaggschiff des Online-Geschäfts von Microsoft ist die Suchmaschine Bing, die nach eigenen Angaben zuletzt ihren Marktanteil steigern konnte. Sie liegt dennoch deutlich hinter Google und das trotz einer Partnerschaft mit Yahoo. Auch das Portal MSN und die Werbeplattform adCenter gehören zu Microsofts Online-Bereich.

    Die Abschreibung auf den Firmenwert hat eine längere Vorgeschichte: Im Jahr 2007 kaufte Microsoft für 6,3 Milliarden Dollar die Online-Werbefirma Aquantive. Der Software-Primus wollte Google das Werbegeschäft im Netz nicht kampflos überlassen. Google hatte kurz zuvor den Spezialisten DoubleClick geschluckt. Doch während bei Google die Werbemilliarden flossen, tröpfelten die Einnahmen bei Microsoft nur.

    Die Übernahme von Aquantive habe «das Wachstum nicht bis zu jenem Grad vorangetrieben, der erwartet worden war», formuliert es Microsoft. Geld kommt im Online-Werbegeschäft vor allem auf zwei Arten herein: Zum einen durch Textanzeigen, die bei Suchergebnissen auftauchen. Zum anderen durch grafische Anzeigen etwa auf Nachrichten-Portalen. Auch hier steckt als Vermarkter oft Google dahinter.

    Das Online-Geschäft ist und bleibt damit die schwache Stelle von Microsoft: Alleine in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres lag der operative Verlust des Bereichs bei mehr als 1,4 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus sogar bei 1,9 Milliarden Dollar gelegen. Zum Vergleich: Google verdiente zuletzt in einem einzigen Quartal operativ 2,3 Milliarden Dollar.

    Auch Microsoft ist hochprofitabel - das Geld stammt jedoch bis heute vor allem aus den Verkäufen seines Betriebssystems Windows und der Office-Büroprogramme. In den ersten neun Monaten des letzten Geschäftsjahres hatte Microsoft unterm Strich 17,5 Milliarden Dollar verdient.

    Die Abschreibung fällt nun im vierten Geschäftsquartal an, das gerade abgelaufen ist und über dessen Verlauf der Konzern am 19. Juli berichten wird. Je nach Analystenschätzung wird Microsoft durch die Milliardenbelastung gerade noch im schwarzen Bereich landen oder in die roten Zahlen abrutschen. Die Aktie lag am Dienstag vorbörslich mehr als 1 Prozent im Minus.

    Dass der teure Aquantive-Kauf in einem derartigen Desaster enden würde, war nicht unbedingt vorhersehbar. Zum Zeitpunkt der Übernahme schienen die Aussichten ganz im Gegenteil sogar rosig. Die 1997 gegründete Online-Werbefirma hatte damals 2600 Mitarbeiter und wuchs rasant - genauso wie das Internetgeschäft an sich.

    Nachdem Microsoft schon 2009 die mit Aquantive übernommene Online-Marketingagentur Razorfish abgestoßen hatte, bleiben dem Software-Konzern von seinem Milliardenzukauf noch einige Online-Werbesysteme, die er nach eigenen Angaben weiterhin nutzt.

    Microsoft-Abschreibung

    Microsoft-Zwischenbilanz

    Wirtschaft
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