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    Kritik an Trumps Kurs zur Bankenregulierung

    US-Präsident Donald Trump hat erste Weichen dafür gestellt, Regelungen für die Finanzbranche zu lockern. Der Bankenverband in Deutschland fürchtet einen verzerrten Wettbewerb - und manche warnen vor großen Risiken.

    Börse in New York
    Blick auf das Eingangsportal der Börse in New York. Wird der neue US-Präsident Regulierungen des Finanzmarktes zurückdrehen?
    Foto: Sven Hoppe - dpa

    Berlin/Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump stößt mit seinen Plänen, die Regelungen für die Finanzbranche zu lockern, auf Kritik auch in Deutschland.

    Trump lege mit seinen Vorbereitungen „die Grundlagen für die nächste Finanzkrise“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Gerhard Schick, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Er zeigt damit, dass er auf Seite der Wall-Street-Banken steht, nicht auf Seite seiner Wähler.“

    Am Freitag hatte Trump angeordnet, nach der Finanzkrise eingeführte Regeln auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen. Den sogenannten Dodd-Frank-Act hatte die Obama-Regierung 2010 erlassen. Er galt als einer der Meilensteine der Regierungszeit von Präsident Barack Obama. Er stellt zudem die Umsetzung von Beschlüssen der G20-Staaten dar, zu denen sich auch die USA verpflichtet hatten.

    Innerhalb des Gesetzespaketes wurde es unter anderem mit der „Volcker Rule“ den Banken verboten, auf eigene Rechnung zu spekulieren. Von Anfang an gab es Widerstand aus der republikanischen Partei und von der Finanzbranche.

    Für den Bundesverband deutscher Banken kommen Trumps Pläne daher nicht überraschend. Eine kritische Überprüfung der nach der Finanzkrise erfolgten und nicht immer aufeinander abgestimmten Regelungen könne sicherlich auch sinnvoll sein, teilte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Michael Kemmer, mit.

    „Aber wertvolle Errungenschaften, insbesondere auf international vereinheitlichter Basis, sollten nicht einfach über den Haufen geworfen werden“, warnte er. Ein Wettbewerb der Laxheit helfe niemandem. Die Stabilität des globalen Finanzsystems könne nur eine international abgestimmte Regulierung gewährleisten.

    „Je nachdem wie stark die Korrekturen ausfallen werden, wären dann transatlantische Wettbewerbsverzerrungen aufgrund unterschiedlicher Regulierungen vor allem zu Lasten Europas nicht auszuschließen“, sagte er. Sie würden sich die vorgesehenen Maßnahmen im Einzelnen ansehen und beurteilen.

    Das Bundesfinanzministerium äußerte sich zunächst nicht zu Trumps Plänen und verwies darauf, man werde sich Änderungen zu gegebener Zeit anschauen.

    Trump, in dessen Regierung mehrere Ex-Manager von Hedgefonds und Investmentbanken tätig sein werden, hatte schon zuvor angekündigt, die Finanzbranche wieder von der Leine lassen zu wollen. Es gehe ihm vor allem darum, dass kleine Betriebe wieder einfacher an Kredite kämen, sagte er.

    Die Wall Street hatte durch die Verfehlungen von Banken und Spekulanten, nicht zuletzt mit der Pleite der Bank Lehman Brothers, die Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 maßgeblich verschärft. Die fraglichen Geschäfte hatten mit der Vergabe von Kleinkrediten an Gewerbetreibende jedoch nichts zu tun.

    „Wir gehen davon aus, dass wir viel von Dodd Frank einfach streichen können“, sagte Trump. „Ich kenne so viele Leute, Freunde von mir, die hatten schöne Geschäfte und sie können einfach kein Geld mehr leihen“, fuhr er fort. „Sie kriegen kein Geld, weil die Banken ihnen keines leihen, wegen der Regulierungen im Dodd-Frank-Act.“ Kurz zuvor hatten die Republikaner mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus bereits die erste Dodd-Frank-Richtlinie gekippt.

    Ein Marktanalyst aus London warnte vor einem kompletten Kippen des Dodd-Frank-Gesetzes zur Regulierung der Finanzbranche. „Das würde das ganze System dem Risiko aussetzen, dass sich (die Finanzkrise) 2008 wiederholt“, sagte Jasper Lawler vom Brokerhaus London Capital dem Sender BBC. Er betonte aber: „Einiges von Dodd Frank rückgängig zu machen, ist eine gute Sache.“ Kleinere Banken könnten davon profitieren und wettbewerbsfähiger werden.

    Die Grünen warnten, auch in Europa würden die Rufe nach Deregulierung lauter, jetzt auch mit Verweis auf die USA. Die richtige Antwort auf Trumps Deregulierung sei aber, in Europa das Nötige zu tun, um die Altlasten der europäischen Bankenkrise loszuwerden, sagte ihr finanzpolitischer Sprecher Schick. Außerdem müsse konsequente Regulierung den europäischen Finanzsektor schützen, damit die drohende Instabilität aus den USA nicht „herüberschwappen“ könne.

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