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    HamburgHSH-Chef Lerbinger geht von Bord

    Paul Lerbinger, der Vorstandschef der HSH Nordbank, wird seine Position zum Ende des Monats verlassen. Sein Nachfolger werde Finanzvorstand Constantin von Oesterreich, teilte die Bank am Mittwoch in Hamburg mit.

    HSH Nordbank
    Der überraschende Rückzug von HSH-Nordbank-Chef Paul Lerbinger zeigt abermals auf, dass die Bank keineswegs über den Berg ist.
    Foto: Christian Charisius - DPA

    Die entsprechenden Beschlüsse werde der Aufsichtsrat in der kommenden Woche treffen. «Das Ausscheiden von Dr. Lerbinger in dieser für die Bank schwierigen Phase ihrer Umstrukturierung ist bedauerlich», sagte Aufsichtsratschef Hilmar Kopper. Er hatte Lerbinger im März vergangenen Jahres aus dem Ruhestand als Nachfolger des umstrittenen Dirk Jens Nonnenmacher an die Spitze des Instituts geholt.

    Dem umgänglichen und fachlich sehr anerkannten Lerbinger gelang es nach seinem Amtsantritt schnell, die angeschlagene HSH Nordbank nach innen und außen zu stabilisieren. Nach Milliardenverlusten während der Finanzkrise, einer Rettungsaktion durch die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein und mehreren dubiosen Skandalen stand die Bank denkbar schlecht da.

    Lerbinger entwickelte das neue Geschäftsmodell einer «Bank für Unternehmer» mit starker regionaler Verankerung. Mit der EU-Kommission verständigte sich Lerbinger darauf, die Bank auf ungefähr die Hälfte zu verkleinern, im Vergleich zu ihrer Größe vor der Krise. Er musste dazu Geschäftsbereiche wie das Geschäft mit der Flugzeugfinanzierung auslaufen lassen und jeden dritten Arbeitsplatz streichen.

    Doch die Risiken aus der Vergangenheit holen die Bank immer wieder ein. Aktuell bereitet das Geschäft mit der Schiffsfinanzierung dem Vorstand die größten Sorgen. Die Schifffahrt steuert durch eine hartnäckige Krise; viele Schiffe verdienen nicht ihre Zinsen und die Tilgung. Die Bank kann auch nicht die Schiffe verwerten, weil die Preise für gebrauchte Schiffe im Keller sind. Die schwache Kursentwicklung des Euro gegenüber dem Dollar verschärft die Lage und schafft zusätzliches Risiko. Besserung ist vorläufig nicht in Sicht. Durch diese Belastungen schloss die Bank das zweite Quartal dieses Jahres mit einem Verlust ab und wird wohl auch zum Jahresende rote Zahlen schreiben.

    Damit wächst die Angst in Hamburg und Kiel, dass die Hansestadt und Schleswig-Holstein doch noch für die Garantien gerade stehen müssen, mit der sie die Bank über Wasser halten. Mit bis zu sieben Milliarden Euro haften die Länder für Verluste der HSH Nordbank, wenn sie mehr als 3,2 Milliarden Euro übersteigen sollten. Davon ist die Bank noch weit entfernt. Aber es mehren sich besorgte Stimmen aus der Landespolitik, die vor einer Zeitbombe für die Haushalte der beiden Bundesländer warnen.

    Vor diesem Hintergrund hat sich Aufsichtsratschef Kopper entschieden, den ausgewiesenen Finanzfachmann von Oesterreich an die Spitze der Bank zu stellen. Der 59-jährige Banker hat den weitaus größten Teil seines Berufslebens bei der Deutschen Bank im In- und Ausland verbracht und war vor allem im Risikomanagement tätig. Er gehört dem Vorstand der HSH Nordbank bereits seit November 2009 an. Erst in der vergangenen Woche hatte die HSH Nordbank Matthias Wittenburg für drei Jahre zum Kapitalmarkt-Vorstand berufen.

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