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    FrankfurtGeldsegen für Griechenland

    Die mit Spannung erwartete erste Ausgabe griechischer Staatsanleihen nach den Kreditzusagen der Euro-Länder hat mehr frisches Geld in die Kassen des verschuldeten Mittelmeerlandes gespült als erwartet.

    Greichische Euro-Münze
    Die Auktion wird nach Ansicht von Analysten zeigen, ob genügend Interesse an griechischen Papieren und ihren Risiken besteht.

    Die Bundesregierung zeigte sich am Dienstag erleichtert über die Wirkung des Milliardenpaketes. Mit zwei Staatsanleihen über sechs und zwölf Monate sammelte Griechenland statt der geplanten 1,2 Milliarden Euro sogar 1,56 Milliarden Euro ein. Die Renditen der neuen Anleihen blieben unter fünf Prozent. Die erste Ausgabe seit der Bekanntgabe des Milliarden- Rettungspakets der Euroländer galt somit am Markt als Erfolg.

    Bei relativ niedrigen Zinsen sei ein hohes Volumen ausgegeben worden, sagten Händler. Allerdings sei die Ausgabe der Anleihen wegen der kurzen Laufzeiten kein Trendmesser für die künftigen Konditionen langjähriger Staatsanleihen. Sie kamen in den vergangenen Monaten auf deutlich höhere Renditen. Die Risikoaufschläge für griechische Papiere gingen am Dienstag leicht zurück.    

    «Unser Ziel ist es, künftig an den Märkten Geld zu leihen, so wie wir es heute gemacht haben. Der Weg ist lang», sagte der griechische Finanzminister, Giorgos Papakonstantinou, vor Journalisten in Athen. Mit dem Kreditpaket der Euroländer habe Griechenland nun ein «Sicherheitznetz». Die Regierung habe noch nicht über den weiteren Weg entschieden. So sei noch nicht klar, «ob und wann» ein Antrag für das Hilfspaket gestellt werden solle. Am 20. April plane Athen eine dreimonatige Anleihe über 8,2 Milliarden Euro auszugeben.

    Die Bundesregierung zeigte sich zufrieden. Das, was die Griechen erreichen wollten, sei geglückt, verlautete aus Regierungskreisen in Washington. «Da hat sich die Präzisierung am Wochenende gelohnt», hieß es mit Blick auf die von den Euro-Finanzministern festgelegten Details für die Milliardenhilfen. Die Märkte für griechische Staatsanleihen hätten sich entspannt. «Ein Blick auf die Zinssätze lohnt sich.»

    Die Durchschnittsrendite der neuen Sechs-Monats-Titel lag nach Angaben der staatlichen Schuldenagentur PDMA bei einem Volumen von 780 Millionen Euro bei 4,55 Prozent. Im Januar hatte Griechenland den Anlegern bei einer entsprechenden Auktion allerdings nur 1,38 Prozent bieten müssen. Die neuen Zwölf-Monats-Papiere mit einem Volumen von ebenfalls 780 Millionen Euro wurden zu einer Rendite von 4,85 Prozent zugeteilt. Auch hier ergibt sich im Vergleich zum Januar mit 2,20 Prozent eine deutlich höhere Belastung für das Land.

    Haushaltspolitiker der Union gehen davon aus, dass die möglichen Milliardenkredite aus Deutschlands für Griechenland gezahlt werden müssen. «Ich rechne fest damit, dass Griechenland Hilfe brauchen wird», sagte der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle (CDU), dem «Handelsblatt» (Dienstag). Da Griechenland für die Hilfen voraussichtlich fünf Prozent Zinsen zahlen müsse, sei dies für den Bund ein gutes Geschäft.     

    Die Platzierung der Anleihen war von Analysten als ein Test für den Marktzugang Griechenlands gesehen worden. Am Mittag lag die Rendite von zehnjährigen griechischen Staatsanleihen mit knapp 6,60 Prozent weiterhin in etwa auf dem Niveau des Vortages. Der Risikoaufschlag zu deutschen Bundesanleihen lag bei 3,53 Prozentpunkten. In der vergangenen Woche hatte er mit über 4,50 Punkten zeitweise noch den höchsten Stand seit Einführung des Euro erreicht.

    Die Euro-Länder hatten am Sonntag beschlossen, Griechenland notfalls mit bis zu 30 Milliarden Euro Krediten unter die Arme zu greifen. Zusätzlich sind Finanzspritzen des Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant, deren genaue Höhe noch nicht feststeht. Der Zins für mögliche Kredite soll bei rund fünf Prozent liegen. Die griechische Regierung hatte wiederholt betont, dass ihre erste Präferenz eine Finanzierung am Markt sei, wenn dieser keine spekulativen Zinsen verlange.

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