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    Bund fördert verstärkt Alternativen zum Maisanbau

    Groß Kreutz/Berlin (dpa) - Für die Erzeugung von Biogas sucht der Bund verstärkt nach Alternativen zum umstrittenen Maisanbau. «Unser Ziel ist es, Pflanzen zu erforschen, die auf Dauer ähnlich effizient sein können wie Mais».

    Alternativen zum Maisanbau
    Forscher und Landwirte suchen in Oberfranken gemeinsam nach einer Alternative für den vielfach kritisierten Maisanbau.
    Foto: Lernort Bezirk - DPA

    Das sagte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag beim Besuch eines Forschungsprojektes im brandenburgischen Groß Kreutz. Auf einem Versuchsfeld werden dort Blüh- und Wildpflanzen untersucht, die als ökologisch und ökonomisch attraktive Alternative zum Mais gelten. Das Ministerium unterstützt die Untersuchungen. Insgesamt gibt das Ministerium nach Aigners Angaben 40 Millionen Euro aus für etwa 100 derartige Projekte. Sie sollen helfen, sich von der Mais-Monokultur wegzubewegen, die Umweltschützer für ökologisch bedenklich halten.

    Innerhalb der vergangenen zwei Jahre sind so ertragreiche Mischungen aus Wildpflanzen für die Direktsaat entwickelt worden, ergänzte Andreas Schütte von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR). «Wir haben mittlerweile Marktreife erreicht», sagte er.

    Landwirt Joachim Zeller aus Nordbayern gehört deutschlandweit zu den ersten Aussaaten-Herstellern, die mit Wildpflanzen als Energieträger für die Biogasproduktion experimentieren. In Groß Kreutz baut er auf 45 Hektar Honigklee, Beifuß, Malven, Wegwarte und Wilde Möhre an. «Meine Mischung erreicht schon jetzt 75 Prozent der Mais-Energieleistung, ohne dass die Samen züchterisch verändert wurden», sagt Zeller. Ein Hektar dieser Blüh- und Wildpflanzen könne über Biogas-Verwertung einen Vierpersonenhaushalt ein Jahr lang mit grüner Energie versorgen, hieß es.

    Wildmischungen seien jedoch von der Energieleistung her gesehen noch keine Alternative zum Mais, «aber eine gute Ergänzung», erläuterte Aigner. Mit Blick auf die Reformierung der EU-Agrarpolitik seien Blüh- und Wildpflanzen aber ein echter Hoffnungsträger.

    Ab 2020, so heißt es in einem ersten Entwurf, sollen sieben Prozent der Anbaufläche eines Agrarbetriebs der Förderung der Biodiversität dienen. «Anstatt Felder brachliegen zu lassen, können diese Energiepflanzen zum Einsatz kommen und der Natur und dem Landwirt helfen», ergänzte FNR-Geschäftsführer Schütte.

    Derzeit wird auf etwa 18 Prozent der deutschen Landwirtschaftsfläche Mais angebaut. Der Anteil der Futterpflanze in der Biogasproduktion beträgt sogar 80 Prozent. Mit den Blüh- und Wildpflanzen könnte dieses Verhältnis um einige Punkte nach unten korrigiert werden, betonte die Ministerin.

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