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    WashingtonBernanke verteidigt Fed-Manöver gegen scharfe Kritik

    Die US-Zentralbank will die schwache Konjunktur mit der Notenpresse ankurbeln. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit und sprechen von einem «Sündenfall». Sie sehen die Saat für die nächste Krise gelegt. Bundesfinanzminister Schäuble nennt bisherige Ergebnisse «trostlos».

    Ben Bernanke
    Fed-Chef Ben Bernanke

    US-Notenbankchef Ben Bernanke schrieb Bernanke in einem Beitrag für die «Washington Post», der Kauf von Staatsanleihen für 600 Milliarden Dollar könne durchaus die lahmende Konjunktur ankurbeln. «Dieser Ansatz hat die finanziellen Rahmenbedingungen in der Vergangenheit entspannt und bislang sieht es so aus, als wäre er abermals wirkungsvoll.» Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kritisierte die Maßnahme dagegen als wenig wirkungsvoll.

    «Ich glaube nicht, dass sie ihre Probleme damit lösen», sagte Schäuble am Donnerstagabend dem ZDF-«heute-journal». Die US-Notenbank habe bereits in der Vergangenheit «unendlich viel Geld in die Wirtschaft» gepumpt. «Die Ergebnisse sind trostlos», bilanzierte der Minister. Der Arbeitsmarkt sei im Land weiter schwierig und die Lage der Wirtschaft schlecht. Deshalb wäre es nach den Worten Schäubles im Interesse der USA besser, erst diese Probleme zu lösen, anstatt Mittel anzuwenden, die heute nicht mehr taugten.

    Der Kritik stimmen führende Ökonomen zu. Die Fed laufe Gefahr, langfristig Schaden anzurichten, sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, am Donnerstag «Handelsblatt»-Online. Schon grundsätzlich sei der Kauf von Staatsanleihen durch die Notenbank ein ordnungspolitischer Sündenfall. Erschwerend komme noch hinzu, dass so keines der strukturellen Probleme der US-Wirtschaft gelöst werde.

    Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte: «Ich sehe das mit Sorge.» Er habe Zweifel, dass das Gelddrucken der US- Notenbank die Konjunktur ankurbeln werde. «Es reicht nicht, allein das Wasser hinzustellen. Die Pferde müssen auch saufen.»

    Kritisch äußerte sich auch das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, sieht die Maßnahmen der Fed als Akt der Verzweiflung. Sie würden kaum eine stimulierende Wirkung in der amerikanischen Wirtschaft entfalten.

    Die Federal Reserve hatte am Mittwochabend eine neuerliche Runde der sogenannten Quantitativen Lockerung bekanntgegeben. Ziel des Manövers ist es, Kreditzinsen zu senken, um auf diese Weise die schleppende Nachfrage anzukurbeln. Die größte Volkswirtschaft der Welt ist im dritten Quartal aufs Jahr gerechnet nur um 2 Prozent gewachsen, in den drei Monaten zuvor lediglich um 1,7 Prozent. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 9,6 Prozent.

    Die Aktienmärkte bewegten sich nach der seit längerem erwarteten Ankündigung kaum. Es gibt starke Zweifel an der Wirksamkeit des Manövers. Nach Expertenmeinung hält der gigantische private Schuldenberg die Amerikaner von Käufen ab. Niedrigere Zinsen seien deshalb wirkungslos. Andere sorgen sich auf lange Sicht wegen ausufernder Inflation. Zudem wird eine Verschärfung der weltweiten Währungsungleichgewichte befürchtet. So hat der Dollar in Erwartung der Fed-Intervention seit Ende August gegenüber dem Euro etwa zehn Prozent an Wert verloren.

    Bernanke sagte dazu: «Obwohl der Kauf von Vermögenswerten ein relativ unbekanntes geldpolitisches Werkzeug ist, sind einige Befürchtungen übertrieben.» Allerdings könne die Fed die Probleme des Landes nicht allein lösen. «Das wird gemeinsame Anstrengungen vieler Seiten benötigen, darunter der Zentralbank, des Kongresses, der Regierung, Aufsichtsbehörden und der Privatwirtschaft.»

    Bernankes Aufsatz in der Washington Post

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