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    Autobranche streitet sich mit Deutscher Umwelthilfe

    Für viele in der Autolobby ist die Deutsche Umwelthilfe ein rotes Tuch. Je mehr das Image des Diesel belastet ist, desto schärfer wird der Ton. Die Umwelthilfe kontert.

    Dieselauto
    Angesichts neuer Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen sinkt seit Monaten in Deutschland bei den Pkw-Neuzulassungen der Marktanteil von Dieseln.
    Foto: Julian Stratenschulte - dpa

    Bonn/Berlin (dpa). In der Debatte um die Zukunft des Diesels gerät die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zunehmend in die Kritik.

    Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Jürgen Karpinski, bezeichnete die Umweltorganisation am Dienstag als „grün angestrichenen Abmahnverein“.

    Die Umwelthilfe sei „von den Bedürfnissen arbeitender Menschen genauso weit weg wie von der Arbeit für den Umweltschutz“. Wer den Klimaschutz ernst nehme, dürfe den Diesel nicht verdammen. Erst vor kurzem hatte Verkehrs-Staatssekretär Norbert Barthle der DUH vorgeworfen, mitverantwortlich für eine „Diffamierungskampagne“ gegen den Dieselmotor zu sein.

    DUH-Chef Jürgen Resch wies die Kritik scharf zurück. „Die Autoindustrie wird zunehmend nervös“, sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf erhöhte Abgaswerte von Diesel-Fahrzeugen auf der Straße meinte Resch, die Autoindustrie „lüge und betrüge“, sie wehre sich „dauerhaft“ gegen Kontrollen. Die Umwelthilfe kämpfe dafür, dass Abgas-Grenzwerte eingehalten werden.

    Die DUH ist bekannt etwa für Klagen, damit Behörden Maßnahmen zur Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte beim Ausstoß des gesundheitsschädlicher Stickoxide umsetzen. In Stuttgart und München drohen Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge.

    Seit Monaten sinkt in Deutschland bei den Pkw-Neuzulassungen der Marktanteil von Dieseln. Immer neue Berichte über mögliche Abgas-Manipulationen, Differenzen zwischen Abgaswerten auf dem Prüfstand und im realen Verkehr sowie eine breite Debatte um Fahrverbote für ältere Dieselmodelle haben offensichtlich für Verunsicherung gesorgt. Viele Städte haben mit zu hohen Stickoxidwerten durch Diesel-Abgase zu kämpfen.

    ZDK-Chef Karpinski lehnt Diesel-Fahrverbote ab. „Millionen Dieselfahrern droht die Enteignung, unseren Mitgliedsbetrieben drohen hohe Verluste im Handel, und Kfz-Betrieben, die zufällig in möglichen Verbotszonen angesiedelt sind, droht womöglich sogar die Pleite – weil ja keiner mehr hinfahren darf.“ Anstatt zu reglementieren, sollten besser Anreize zur Umrüstung älterer Dieselfahrzeuge geschaffen werden.

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