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    NürnbergArbeitslosigkeit sinkt deutlich auf 2,943 Millionen

    Nach kräftig gesunkenen April-Zahlen rechnet die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten. «Auch der Ausblick zeigt eine günstige Entwicklung für die nächste Zeit an», sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise.

    Arbeitsmarkt
    Volkswirte rechnen mit einem deutlichen Rückgang der Jobsucher.
    Foto: Roland Weihrauch - DPA

    Allerdings werde der Abbau eher verhalten als rasant sein. An der positiven Grundtendenz jedoch ändere selbst die Ukraine-Krise nichts. «Wir sehen im Moment für den Arbeitsmarkt keine Risiken», betonte Weise mit Blick auf die Spannungen in Osteuropa.

    Im April war die Zahl der Jobsucher in Deutschland überraschend stark um 111 000 auf 2,943 Millionen gesunken - Experten hatten mit einer schwächeren Entwicklung gerechnet. Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum März um 0,3 Punkte auf 6,8 Prozent ab. «Der Arbeitsmarkt ist in guter Form», kommentierte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD).

    «Grund hierfür sind vor allem die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen», erläuterte BA-Chef Weise. Ein Rückgang der Erwerbslosigkeit ist nach den Wintermonaten üblich, weil in vielen witterungsabhängigen Berufen die Arbeit wieder aufgenommen wird. Dass in diesem April auch die Konjunktur den Arbeitsmarkt angekurbelt hat, zeigt sich in den saisonbereinigten Zahlen: Selbst ohne Berücksichtigung des Frühjahrsaufschwungs ergibt sich ein Minus von 25 000.

    Im Vergleich zum Vorjahr waren zuletzt 77 000 Männer und Frauen weniger auf Jobsuche. Auch Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verbesserten sich. So stieg die Erwerbstätigkeit nach den jüngsten Daten vom März um 96 000 auf 41,81 Millionen. Auf Jahressicht ist dies ein Zuwachs von 372 000. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm um 47 000 auf 29,42 Millionen zu (Februardaten); ein Jahr zuvor hatten noch 436 000 Menschen weniger eine reguläre Stelle.

    «Dieses Plus zeigt sich in allen Bundesländern und in fast allen Wirtschaftszweigen», erläuterte Weise. Vor allem bei Dienstleistern im Umfeld des verarbeitenden Gewerbes, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in exportabhängigen Branchen seien neue Mitarbeiter eingestellt worden.

    Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften setzte im April auf gutem Niveau ihre leichte Aufwärtsbewegung fort. Insgesamt waren bei den Arbeitsagenturen 455 000 offene Stellen gemeldet - 15 000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind derzeit Fachkräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie und Elektro sowie Metall-, Maschinen und Fahrzeugtechnik. Auch in Gesundheitsberufen sowie in den Branchen Verkehr, Logistik, Tourismus und Gastronomie wird Personal benötigt.

    Von der guten Entwicklung profitieren zunehmend auch Erwerbslose, die bisher oft besser qualifizierten Zuwanderern oder Rückkehrern aus der Elternzeit den Vortritt lassen mussten. «Die Perspektiven von Arbeitslosen verbessern sich, nachdem diese in den vergangenen zwei Jahren nur wenig vom Beschäftigungsaufbau profitiert hatten», hieß es von der BA. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil der Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Stelle gefunden haben, im April um fünf Prozent gestiegen.

    Dennoch kritisierten Oppositionsparteien und Gewerkschaften gerade den Umgang mit den Langzeitarbeitslosen. «Business as usual reicht nicht mehr», betonte Brigitte Pothmer (Grüne). «Die Einrichtung eines sozialen Arbeitsmarktes und erheblich mehr Mittel für Qualifizierungen und Umschulungen sind überfällig.» Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte, die geplanten Ausnahmen beim Mindestlohn zurückzunehmen.

    Auch die Linke-Bundestagsfraktion möchte keinerlei Ausnahmen zulassen. «Ein gut gemachter Mindestlohn ist nicht die Lösung für alle Probleme am Arbeitsmarkt, aber ein Anfang», sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin, Sabine Zimmermann. Der Arbeitgeberverband forderte hingegen «Differenzierungen für die Schwächsten am Arbeitsmarkt». Zudem müssten flexible Beschäftigungsformen wie Befristungen, Zeitarbeit oder Minijobs erhalten bleiben.

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