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  • Wearables & Co.: Der große Durchblick

    Die Smartwatch am Handgelenk, Sensoren in den Schuhen, und auf der Nase gibt die smarte Brille Informationen über die Umgebung: Technisch möglich wäre das längst. Doch bislang sind die Verbraucher beim Kauf tragbarer Technologie - der sogenannten Wearables - ziemlich zurückhaltend. Trotzdem ist der Trend klar: Wearables halten zunehmend Einzug in den Alltag - besonders sensorgespickte Fitnessarmbänder werden immer beliebter. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona ist diese Entwicklung zu beobachten.

    Fitnessarmbänder machten im vergangenen Jahr laut Zahlen des IT-Verbandes Bitkom mit rund einer Million verkauften Einheiten die Mehrheit der rund 1,7 Millionen in Deutschland verkauften Wearables aus. Solche Fitnesstracker hat zum Beispiel der kanadische Hersteller Mio mit dem Fuse und dem kleineren Slice zum Mobile World Congress nach Barcelona mitgebracht. Sie sollen so genaue Messungen liefern wie ein EKG und auch gleich ermitteln können, wie anstrengend eine Aktivität für den Träger ist, verspricht Ashley White von Mio. Die Messdaten werden also personalisiert, in einer App gesammelt und für konkrete Trainingsvorschläge ausgewertet.

    Wo streunert der Hund herum?

    Derweil wurde bekannt, dass die Aktien des Fitnessspezialisten Fitbit an der Börse abrutschten. Das Weihnachtsgeschäft lief für das Unternehme zwar besser gelaufen als erwartet - aber der Ausblick hat die Anleger enttäuscht. Die Aktie fiel am Montag nachbörslich um mehr als 15 Prozent. Die Firma aus San Francisco erklärte, dass die Kosten für die Markteinführung von zwei neuen Geräten - der Sportuhr Blaze und des Fitnessarmbands Alta - im laufenden Quartal den Gewinn drücken werden. Dennoch gilt das Geschäft mit Wearables als aussichtsreich. In Barcelona wurde auch ein Band für Hunde vorgestellt. Damit lassen sich die Vierbeiner lokalisieren, wenn sie Herrchen oder Frauchen entflohen sind.

    Um die intelligenten Uhren, sogenannte Smartwatches, ist es etwas ruhiger geworden. Verschwunden sind sie aber nicht. Am Stand des Schweizer Herstellers MyKronoz gibt es zwei neue Modelle zu sehen: die ZeRound, eine runde Einsteigeruhr, die Fitnessdaten sammelt und für Telefonanrufe genutzt werden kann, sowie das Sportmodell ZeSport mit Pulsmesser und robustem Gehäuse. Auch am Haier-Stand gibt es eine neue Smartwatch zu sehen: Die Chinesen zeigen eine Edelstahluhr in Chronometeroptik. Für 200 Euro gibt es ein rundes Display, Fitnesstrackerfunktionen mit Pulsmessung und - bei gekoppeltem Telefon - Anrufe über die Uhr.

    Nur die Stimme zählt

    Während bei den Fitnessarmbändern und den Smartwatches nur wenige neue Funktionen hinzugekommen sind, trägt Popstar will.i.am zusammen mit der Telekom dick auf. Ihr Wearable namens Dial soll mehr sein als nur eine Smartwatch: Der Handgelenkcomputer soll komplett unabhängig vom Smartphone funktionieren, kostenpflichtige Internetverbindung inklusive. Gesteuert wird das recht große Dial größtenteils über Stimmkommandos, wie "Black Eyed Peas"-Musiker will.i.am in Barcelona vorführte. Dabei müssen sich Nutzer keine Kommandos merken, sondern können relativ frei heraus mit dem Gerät sprechen. Was genau Dial außer Musik abspielen, Anrufen, Fitnesstracking und Fotos machen noch so alles beherrscht, blieb aber zunächst im Dunkeln. Das Band soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

    Eine Idee zum Einsatz smarter Technik im Alltag kommt vom chinesischen Hersteller Eachpal. Ihr vom dänischen Designbüro Jacob Jensen Design entworfenes Halo-Armband kann im Notfall Helfer alarmieren. Dazu wird bei Auslösen der Alarmgeste - dreimaliges Schütteln oder Antippen des Armbandes - eine Notfall-SMS an vorher eingestellte Kontakte gesandt. Auch andere Nutzer der Plattform können so über den eigenen Standort informiert werden. Das gekoppelte Smartphone zeichnet außerdem in den zehn Sekunden nach dem Alarm den Umgebungston auf und überträgt ihn. Den Polizeinotruf erreicht man so allerdings nicht.

    Alles im Blick

    Am Messestand von Garmin gibt es neben den bekannten Sportuhren und GPS-Geräten vor allem an einer Stelle großen Andrang: Varia Vision heißt das kleine Display, das an Sonnenbrillen angebracht wird. Verbunden mit einem kompatiblen Gerät, spiegelt das Display Daten wie Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke oder die Pulsfrequenz ein. Der Blick nach oben rechts ist wie bei Googles erster Datenbrille Glass allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

    Bei Epson - sonst eher für Drucker bekannt - ist man da schon weiter. Das Moverio BT-300 ist ein Kleincomputer mit angeschlossener Projektionsbrille. Zwei kleine OLED-Displays an den Seiten der Brille projizieren ein Bild in HD-Auflösung (1280 zu 720 Pixeln) direkt ins Sichtfeld des Trägers.

    Neben eher banalen Anwendungen wie dem Ansehen von Filmen sind im Privatkundenbereich vor allem Drohnenpiloten die Zielgruppe der rund 800 Euro teuren Epson-Brille. Sie können von entsprechend ausgerüsteten Fluggeräten live das Videobild und weitere Daten wie Geschwindigkeit oder Höhe übertragen.

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