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  • Von Algen und Aquakulturen: Die Zukunft der Nahrungsgewinnung liegt im Wasser

    Während der Fleischkonsum in den Entwicklungs- und Schwellenländern steigt, hat er seinen Sättigungsgrad in den Industrienationen offenbar erreicht. In Deutschland sinkt der Fleischkonsum seit Jahren leicht, aber stetig. Dafür langen die Verbraucher nun vermehrt beim Fisch zu - Fischzucht ist der weltweit am schnellsten wachsende Sektor der Tierproduktion.

    Foto: picture alliance

    5 Prozent Wachstum bilanziert die Branche pro Jahr im Schnitt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sie ihre Produktionsmenge verdreifacht. Branchenkenner sagen voraus, dass im Jahr 2030 mehr als die Hälfte der konsumierten Fische aus Zucht stammen wird. In Asien hat Zuchtfisch den Wildfang bereits überholt. Das hat einen massiven Strukturwandel zur Folge. Angesichts des steigenden Konsums, überfischter Meere und Problemen bei der Intensivzucht muss sich die Fischfangindustrie neu aufstellen und nachhaltige Konzepte für eine marine Landwirtschaft oder auch kulinarische Wasserwirtschaft entwickeln. Ökologische Ansätze sind auf dem Vormarsch.

    Fische futtern Fisch

    Sollen Aquakulturen nachhaltig sein, stellt das Futter ein wesentliches Problem dar: Es besteht teils aus Kleinfischen und anderen Meerestieren - und trägt damit ebenfalls zur Überfischung der Ozeane bei. So verschlingt beispielsweise ein Zuchtlachs das Zweieinhalb- bis Fünffache seines Körpergewichts, bis er geschlachtet wird, ein Thunfisch sogar das Zwanzigfache. Zug um Zug ersetzen deshalb nun Pflanzen- und Bioproteine das Fischeiweiß im Futter. In Zukunft könnten sich auch Insekten hinzugesellen, weil deren Eiweißstruktur der von Fischen ähnlich ist.

    Zauberwort Aquaponik

    Neben klassischer Teichwirtschaft und Netzgehegen an Küsten sind neue Techniken nachhaltiger Bewirtschaftung auf dem Vormarsch. Beim sogenannten Aquaponikverfahren wird die Aufzucht von Fischen mit der Kultivierung von Nutzpflanzen in einem geschlossenen Ökokreislauf verbunden. Die Pflanzen beziehen alle nötigen Nährstoffe aus dem Wasser der Fischzucht, die Ausscheidung der Fische dient den Pflanzen als Dünger, die wiederum das Wasser reinigen. Derartige Verfahren rücken die Produktion näher an den Konsumenten, lange Transportwege entfallen. Aufgrund seines geringen Wasserverbrauchs eignet es sich auch für problematische, wasserarme Standorte

    Alge, ein Tausendsassa

    Mehr als 800 000 Algenarten gibt es - und das Powerfood aus dem Meer hat Zukunftspotenzial: Algen sind nämlich reich an Eiweiß und Ballaststoffen, haben kaum Fett und wenig Kalorien. Sie wachsen extrem schnell und lassen sich einfach und umweltfreundlich erzeugen. Weltweit wird das Meeresgemüse auf seinen Nutzen für die menschliche Ernährung untersucht. Pulverisiert werden die Algen als Gelier- oder Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, getrocknet ersetzen sie Pasta, und auch die Kosmetik- und Verpackungsindustrie hat Algen schon als Rohstoff für sich entdeckt.

    Kunstfisch gibt's schon

    Claresse heißt der Fisch, den der Naturforscher Charles Darwin garantiert nicht kannte: Die Kreuzung aus zwei Welsarten wird nahe der niederländischen Stadt Eindhoven gehalten und für die speziellen Bedingungen in Aquakulturen gezüchtet. Claresse ist ein effizienter Futterverwerter und begnügt sich vornehmlich mit Pflanzen. Binnen drei Monaten entwickelt er sich vom Ei zur Schlachtreife. Essbar sind nur die Filets - der Rest wird zu Fischmehl verarbeitet und an die Nachkommen im Becken verfüttert.

    Von Nicole Mieding

    Von Elektrogabeln und Unterwassergärten Food Report: Woher kommt das Essen von morgen?
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