40.000
  • Startseite
  • » Nachrichten
  • » TagesThema
  • » Quote: Nur die zweitbeste Lösung für Asylsuchende
  • Aus unserem Archiv

    Quote: Nur die zweitbeste Lösung für Asylsuchende

    Die Idee, Flüchtlinge mithilfe eines Quoten- oder Verteilschlüssels auf die EU-Länder aufzuteilen, gibt es schon seit vielen Jahren. Das Europaparlament etwa forderte schon Mitte der 90er-Jahre einen Verteilschlüssel. Doch genauso alt wie das Konzept sind die Zweifel, ob so etwas überhaupt funktionieren kann.

    "Flüchtlinge tun ihr Möglichstes, in das Land zu gelangen, in dem sie für sich eine Perspektive sehen", gibt die Organisation Pro Asyl zu bedenken. In vielen Fällen möchten die Menschen dorthin, wo sie schon Verwandte haben, sich sprachlich zurechtfinden und sich Chancen auf Arbeit erhoffen. Würden Flüchtlinge in Länder wie Rumänien, Bulgarien, die Slowakei oder die baltischen Staaten gebracht, wäre es nicht unwahrscheinlich, dass sie weiterziehen, meinen Experten.

    Diese Fachleute in Sachen Flüchtlingspolitik sehen daher die Gefahr, dass das Verteilsystem mit viel Bürokratie und mit einer chaotischen Situation in der Praxis verbunden wäre. Ob am Ende überhaupt eine große Verbesserung gegenüber dem bestehenden Dublin-System herauskäme, bleibe abzuwarten, meint etwa der Brüsseler Migrationsforscher Sergio Carrera. Denn beide Systeme könnten am gleichen Grundproblem kranken: Die persönliche Situation der Flüchtlinge werde zu wenig berücksichtigt. Unter den Dublin-Regeln muss ein Flüchtling grundsätzlich im EU-Land bleiben, das er als Erstes betreten hat.

    Flüchtlingsrechtler und Kirchen plädieren seit Langem dafür, die Menschen frei entscheiden zu lassen, in welchem Land sie Unterschlupf suchen wollen. Wenn ein Land dadurch besonders hohe Asylbewerberzahlen verzeichne, könne es finanziell entschädigt werden, schlagen sie vor. Eine solche Lösung ist allerdings politisch kaum durchsetzbar. Die Hilfswerke unterstreichen daher, dass auch eine Verteilregelung so weit wie möglich auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt werden muss. "Die oft berechtigten Wünsche, zu Familie und Freunden zu ziehen, sollten bei einer Verteilung immer Vorrang haben", verlangt etwa Doris Peschke von der "Kommission der Kirchen für Migranten in Europa" in Brüssel. Isabel Guzmán

    Löst eine Quote die Flüchtlingsfrage? Die meisten Flüchtlinge kämen nach Deutschland
    TagesThema
    Meistgelesene Artikel
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Jochen Magnus

    0261/892-330 | Mail


    Fragen zum Abo: 0261/98362000 | Mail

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    12°C - 23°C
    Sonntag

    12°C - 21°C
    Montag

    13°C - 22°C
    Dienstag

    14°C - 25°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    UMFRAGE
    Beim Jahrmarkt: Lieber sicher oder lässig?

    Die Sicherheitsstrategie auf der Bad Kreuznacher Pfingstwiese ist weniger streng als im letzten Jahr. Hunderttausende werden dort zum Jahrmarkt erwartet. Wie finden Sie das?

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!