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    Olympia 2018: München hofft aufs Jawort des IOC

    Durban/München -Olympia-Vergabe: Morgen endet der 44 Monate dauernde Marketing-Marathon für die Spiele 2018. Die Münchner Macher hoffen und bangen vor der Entscheidung in Südafrika.

    Zeitzeugin
    Ingeborg Wörndle sitzt im Skisprungstadion von Garmisch-Partenkirchen auf der Zuschauertribüne. Die 95-Jährige war bei zehn Olympischen Spielen im Einsatz, unter anderem als Dolmetscherin und Stadionsprecherin. In Garmisch-Partenkirchen erlebte sie 1936 ihre ersten Olympischen Spiele.
    Foto: DPA

    München - Olympia-Renaissance in München, Neuland in Pyeongchang oder dramatische Bergkulisse in Annecy: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) muss sich bei der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 für die Erweiterung der olympischen Welt oder das Festhalten an Bewährtem entscheiden. IOC-Chef Jacques Rogge wird morgen gegen 17.25 Uhr im „International Convention Center“ im südafrikanischen Durban den Gewinner ausrufen.

    Glücksbringer
    Franz Beckenbauer will Münchens Olympiabewerbung auf die Sprünge helfen.
    Foto: DPA

    Die Isar-Metropole geht mit den zweitbesten Vornoten hinter dem südkoreanischen Favoriten in den Schlussspurt des 44 Monate langen Bewerbungsmarathons. Annecy ist Außenseiter. „Wir sind angetreten, um zu siegen“, verkündet Katarina Witt. Doch selbst Münchens wettkampfgestählte Chefrepräsentantin wird jeden Tag aufgeregter. Die Unberechenbarkeit der IOC-Mitglieder zerrt an den Nerven der zweifachen Eiskunstlauf-OlympiaSiegerin. Von Acapulco bis Togo ist sie ihnen nachgereist. Nun bleiben nur ein paar Stunden, die letzten Unentschlossenen zu überzeugen. Bundespräsident Christian Wulff trifft heute in Durban ein. Zwei präsidiale Tage müssen reichen. Außerdem wurde zuletzt die Heirat von Charlene und Fürst Albert II. in Monaco fürs Marketing genutzt.

    „Wir kommen uns vor wie vor einem olympischen Finale. Training und Testwettkämpfe haben wir hinter uns, aber jetzt wollen wir raus auf den Platz“, betont der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach. Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes und als IOC-Vize die treibende Kraft der Münchner Bemühungen. „Wir wollen zeigen, was wir können, und hoffen, dass es reicht.“ Nach den deutschen Bewerbungspleiten mit Berchtesgaden (Winter 1992), Berlin (Sommer 2000) und Leipzig (Sommer 2012) hat sich München 2018 als Gegenentwurf zu Pyeongchang positioniert.

    Die Vorzüge des deutschen Projekts kann Witt im Schlaf referieren. Die Nachhaltigkeit des Olympia-Gastgebers von 1972, die revolutionären Umweltpläne, das wirtschaftliche Potenzial, die Wintersportbegeisterung, die Tradition und die Tatsache, dass es seit 1936 in Garmisch-Partenkirchen keine Winterspiele mehr in Deutschland gegeben hat. Ein Zeitzeuge der Garmisch-Spiele soll bei der 45-minütigen Präsentation am Mittwoch die Leidenschaft der emotionalisierten Bewerbung symbolisieren.

    Die mäßigen Zustimmungsraten bei der IOC-Umfrage im Dezember 2010, als nur 56 Prozent der Deutschen Olympia befürwortet hatten, sind vergessen – von den Protesten in München und Garmisch-Partenkirchen ist dieser Tage nur wenig zu spüren. Auch auf Nachfragen zum Terroranschlag bei den Spielen 1972 sind die Münchner vorbereitet. Der 119-seitige IOC-Prüfbericht bescheinigte allen Bewerbern, hervorragende Spiele veranstalten zu können. Pyeongchang gilt nach zwei gescheiterten Bewerbungen als Favorit. Aber es ist in Durban wie so oft im Sport: Es kommt auf die Tagesform an.

    Kommentar pro München 2018: Warum wir die Spiele gut gebrauchen könnenKommentar kontra München 2018: Warum wir die Spiele nicht gebrauchen können Olympia-Vergabe ist auch eine Frage des GeldesOlympia-Entscheidung im BiergartenKati Witt winkt die große Krönung
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