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  • Kinder auf der Flucht: Begehrte „Objekte“

    Kinder auf der Flucht sind offenbar besonders begehrte "Objekte" skrupelloser Geschäftemacher. Dies betrifft zunehmend auch syrische Flüchtlingskinder, wie die Kinderrechtsorganisation terre des hommes in einem Bericht festhält, den sie in Berlin präsentierte. Demnach müssen immer mehr syrische Flüchtlingskinder arbeiten, um ihr Überleben und das ihrer Familien zu sichern. Zudem gebe es einen Trend zur Rekrutierung von Heranwachsenden durch Kriegsparteien, "nicht unbedingt als Kämpfer, aber für die Logistik".

    Die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen habe in Syrien selbst, aber auch in den Nachbarstaaten und auf den Fluchtrouten nach Europa dramatische Ausmaße angenommen, erklärte der Vorstandssprecher von terre des hommes, Albert Recknagel. Oft seien Kinder die Hauptverdiener der Familie. Sie arbeiten demnach unter anderem in der Landwirtschaft, in Betrieben etwa in der Textilindustrie, als Straßenverkäufer oder als Grenzschmuggler. Viele Kinder würden auch sexuell missbraucht und ausgebeutet. Umfragen unter Unternehmern etwa in Jordanien bestätigten einen sprunghaften Anstieg bei der Beschäftigung von Kindern.

    Seit Beginn der Syrienkrise im März 2011 sind etwa 6,5 Millionen Syrer im eigenen Land auf der Flucht. Außerdem sind den Angaben zufolge mehr als vier Millionen Syrer ins Ausland geflohen. Für die Studie mit dem Titel "Weil wir überleben wollen" sprachen Mitarbeiter von terre des hommes im März und April dieses Jahres mit 96 Flüchtlingskindern in Jordanien, Libanon, Irak, Serbien und Griechenland.

    Danach arbeiteten mehr als die Hälfte der Befragten mindestens sieben Stunden täglich, ein Drittel an sieben Tagen in der Woche. Die Jüngsten unter ihnen waren fünf Jahre alt. Nach dem Schließen der Balkanroute muss damit gerechnet werden, dass sich auch in den betroffenen Staaten Kinderarbeit ausbreitet, heißt es. Der Grund: Die Aufenthaltsdauer in den Erstaufnahmeländern verlängert sich erheblich, und die humanitäre Hilfe ist unzureichend, sagte Albert Recknagel von terre des hommes. In Mazedonien und Griechenland sind nach seinen Worten erste Fälle von Kinderarbeit bekannt geworden.

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