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  • Enthüller: Wir dachten nicht ernsthaft, dass was Illegales läuft

    Abgastests der Umweltorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) brachten die US-Behörden auf die Spur des Autobauers. Peter Mock hat den Dieselskandal mit ins Rollen gebracht.

    Foto: picture alliance

    War Ihnen klar, dass nach Ihren Tests nichts mehr so sein würde wie vorher für VW und die Autobranche?

    Nein - denn aus technischer Sicht war das alles nicht neu. Man wusste, dass die Dieselfahrzeuge auf der Straße sehr viel höhere Emissionen haben als im Labor. Wir kannten zwar Gerüchte über illegale Abschalteinrichtungen. Aber wir dachten nicht ernsthaft, dass was Illegales läuft.

    Der damalige VW-Chef Martin Winterkorn hat schnell zugegeben, dass der Konzern betrogen hat. War das aus ein Fehler?

    In Europa sind die Behörden nur schwer in der Lage, das nachzuweisen, weil sie zu schlecht ausgerüstet sind. In den USA hätte das vielleicht noch eine Weile gedauert - aber sie hätten es auf jeden Fall früher oder später bewiesen. Es hätte dem VW-Image noch mehr geschadet und Strafen erhöht, wenn sie auf Zeit gespielt hätten.

    Würde es Sie überraschen, wenn bald ein weiteres Unternehmen - vielleicht auch ein Zulieferer - einen ähnlichen Betrug zugibt?

    Nein. Das heißeste Beispiel ist im Moment Fiat, die wohl eine noch einfachere und dreistere Abschalteinrichtung genutzt haben. Daran sieht man aber auch, dass die Hersteller, die so etwas nicht in den USA machen, kaum etwas zu befürchten haben. Anders als dort werden solche Verstöße in Europa nicht wirklich nachverfolgt, oder die Behörden stoßen schnell an Grenzen. Dann kann die deutsche Regierung nichts machen, weil die italienische nichts machen will.

    Was läuft bei den bisherigen Tests falsch?

    Die Hersteller sollten nicht direkt die Prüfinstitute bezahlen, da das Abhängigkeiten schafft. Außerdem sollte man nicht nur optimierte Prototypen im Labor testen, sondern auch die Autos, die Kunden kaufen können. Wir würden gern noch einen Schritt weitergehen und Autos wie in einer Radarfalle testen: Beim sogenannten remote-sensing messen verschiedene Laserstrahlen die Konzentration von Schadstoffen in der Abgaswolke und scannen das Nummernschild. Das ergibt ein gutes erstes Bild, bei Auffälligkeiten müsste man Nachuntersuchungen machen.

    Hat der Diesel überhaupt noch eine Chance?

    Ihn sauber zu bekommen, ist absolut möglich. Aber die Reise geht immer mehr in Richtung Elektrifizierung.

    Was der Skandal außerhalb von VW auslöste Der Diesel-Krimi: Ein Jahr nach der Enthüllung
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