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    Bestandsaufnahme: Die wichtigsten Fragen zum Ring

    Die Zukunft des Nürburgrings ist offen, noch sind die dunklen Wolken über der Rennstrecke nicht abgezogen. Wir beantworten die zehn wichtigsten Fragen rund um den Fortbestand des Nürburgrings.

     

    • 1 Können 2012 alle Rennen am Ring stattfinden?

    Das Land hat als Haupteigner der Nürburgring GmbH – nur 10 Prozent gehören dem Landkreis Ahrweiler – den Vertrag mit der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG) gekündigt, konnte seine Ansprüche aber nicht durchsetzen. Daher werden wohl bis zum Saisonende alle Veranstaltungen von der NAG durchgeführt. Das letzte Rennen zur VLN-Langstreckenmeisterschaft ist für Samstag, 27. Oktober, geplant, am darauffolgenden Wochenende gibt es einen „Track Day“, an dem Hobby-Rennfahrer auf den Ring dürfen.

     

    • 2 Wer schließt neue Verträge für 2013 und die Folgejahre?

    Bis ein Insolvenzverwalter eingesetzt ist, bleibt die NAG erster Ansprechpartner. Diese verhandelt offenbar unter anderem mit der Formel 1 und deren Chef Bernie Ecclestone über die Austragung 2013. Laut NAG gibt es bereits eine Einigung. Innenminister Roger Lewentz erklärte, dass er von Verhandlungen wisse, jedoch kein Vertrag in Mainz vorliegt. Gleiches gilt für das Musikfestival Rock am Ring. „Es wäre mein Wunsch, dass wir am Ring bleiben“, sagt Veranstalter Marek Lieberberg, der bis Ende des Monats eine Zusage abwarten will. Ebenfalls noch keine Verträge gibt es laut internen Informationen mit dem ADAC, der viele der Veranstaltungen auf den Ring bringt, darunter den Truck-Grand-Prix und das 24-Stunden-Rennen.

     

    • 3 Welche Rolle spielen die Pächter am Ring?

    Parallel zur Pressekonferenz der Landesregierung veröffentlichte die NAG eine Erklärung, die signalisierte, dass sie zurzeit massiv die Nutzung des Rings für 2013 und die Folgejahre verhandelt. Laut NAG wurde der Konzertagentur Lieberberg ein Vertragsangebot für zehn Jahre unterbreitet und auch dem ADAC eine Vertragsverlängerung angeboten. Auf den ersten Blick vermittelt dies, dass sich die NAG nicht als gekündigter Pächter sieht. Experten sehen im Verhalten der Betreiber vor allem Taktik – die NAG treibe den Preis für ihren Ausstieg in die Höhe, den das Land bei einer juristischen Klärung zahlen müsse. Es gilt, was Lieberberg sagt: „Die NAG ist ja nicht mehr Herr der Lage.“

     

    • 4 Wird es die Formel 1 weiter am Ring geben?

    Das ist offen. Ecclestone könnte der lachende Dritte im Streit zwischen NAG und Land sein. Er hat die Option, die Formel 1 auch 2013 an den Ring zu bringen – er kann den Preis bestimmen. Auch wenn er angeblich auf die Zahlung einer Fahrerfeld-Gebühr verzichten will, wird er keinen Verlust einfahren. Er würde schließlich alle Einnahmen erhalten.

     

    • 5 Profitiert der Hockenheimring von der Krise?

    Ecclestone kann parallel mit dem Hockenheimring verhandeln, mit dem sich der Nürburgring seit 2007 als Gastgeber des jährlichen deutschen Formel-1-Rennens abwechselt. Dort gilt die Formel 1 bis 2018 als gesichert, eventuell könnte es dort auch jedes Jahr ein Rennen geben. Georg Seiler, Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH, sagt, dass er „durchaus eine Möglichkeit“ sieht, „dass die Formel 1 wieder jedes Jahr nach Hockenheim kommt“.

     

    • 6 Gibt es vergleichbare Fälle wie die Krise am Ring?

    Der Hockenheimring stand 2006 mit dem Rücken an der Wand. Dort war ab 2002 massiv – im Interesse der Formel 1 – umgebaut worden. Doch die Baumaßnahmen in Höhe von gut 60 Millionen Euro wurden offenbar zu drastisch auf die Eintrittspreise umgelegt: Die Zuschauer blieben aus, gerade das jährliche Formel-1-Rennen wurde zum herben Verlustgeschäft. Die Betreibergesellschaft des Eurospeedway Lausitzring musste im Jahr 2002 nach nur zwei Jahren Insolvenz anmelden. In beiden Fällen wurde die Krise als Chance für einen Neustart genutzt.

     

    • 7 Wer könnte der neue Herr am Ring werden?

    Viele haben die Sorge, dass ein Großinvestor den Ring zu seinem „Spielzeug“ verwandelt. Vorbilder gibt es im Sport einige, beispielsweise das Engagement russischer Oligarchen wie Roman Abramowitsch beim FC Chelsea oder das Investment einer Gesellschaft aus Abu Dhabi beim weiteren englischen Fußballklub Manchester City. In der Formel 1 ist vor allem der Österreicher Dietrich Mateschitz engagiert. Der Besitzer von Red Bull investiert große Teile des Umsatzes ins Marketing, unter anderem in den Formel-1-Rennstall um Sebastian Vettel. 2008 kaufte Red Bull den A1-Ring in Spielberg, der heute Red-Bull-Ring heißt. Mateschitz bringt alles mit, was ein Investor braucht: Geld, Konzepte und sogar einen eigenen Fernsehsender.

     

    • 8 Was würde die Übernahme des Rings kosten?

    Es kursiert ein Kaufpreis von 126 Millionen Euro – für Mateschitz wäre dies kein Problem. Lediglich der Name des Marketingchefs von Mateschitz am Red-Bull-Ring verstört: Er heißt Walter Kafitz; dieser gilt als einer der Urheber des Nürburgring-Fiaskos.

     

    • 9 Was bietet der Ring neben der Rennstrecke noch?

    Mit dem Projekt „Nürburgring 2009“ wurden ab November 2007 schillernde Ideen in Angriff genommen. In der Eifel sollte eine Erlebniswelt geschaffen werden. Geblieben ist fast nichts. Die Achterbahn Ring-Racer ging nie in Betrieb. Das Eifeldorf als Gastronomiebetrieb sowie das Ring-Werk sind genauso wie der Ring- Boulevard nur an Rennwochenenden geöffnet und kaum frequentiert.

     

    • 10 Wie viele Mitarbeiter sind betroffen?

    Statt wie einst geplant gut 1000 Mitarbeiter waren zwischenzeitlich rund 350 Menschen am Ring beschäftigt. Von der Insolvenz wären bei der landeseigenen Nürburgring GmbH derzeit 31 Mitarbeiter betroffen.

    Volker Boch

     

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