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Ring-Drama Teil V: Finanzierer war eine Briefkastenfirma

Der frühere Pinebeck-Sitz in Usingen: Im Gewerbegebiet "Am Riedborn" zwischen Lidl, einem Mitsubishi-Händler und der städtischen Straßenmeisterei steht ein dreistöckiger Flachbau. In den Obergeschossen wohnen Familien, rechts im Erdgeschoss eröffnete kürzlich ein Kosmetiksalon, links hat der Steuerberater Joachim Zender seit Jahren sein kleines Büro. Wäre alles nach Deubels Plan gelaufen, säße heute hier - 150 Kilometer vom Ring entfernt - der Eigentümer eines Großteils der Ring-Immobilien. 

Bis zum spektakulären Scheitern der Pinebeck-Finanzierung hatte Zender zwei große blaue Schilder vor der Tür. "Pinebeck GmbH" und "Pinebeck Nürburgring GmbH" stand dort in weißen Lettern. Im Sommer 2009 entfernte er die Schilder. Heute wirbt an ihrer Stelle ein Kosmetiksalon für seine Dienste. Zender, ein Mittvierziger im unauffälligen Business-Look, spricht nicht mehr gern über Pinebeck. Als ihn ein Reporter unserer Zeitung besucht, blockt er sofort ab. "Ich darf Ihnen zu diesen Unternehmen überhaupt nichts sagen. Ich muss mich an das Steuergeheimnis halten." 

Vom Taunus nach Berlin 

Unsere Recherchen haben ergeben: Die Pinebeck Nürburgring GmbH (Stammkapital: 25 000 Euro) besteht bis heute. Aber seit 18. März ist ihr Sitz nicht mehr in Zenders Büro, sondern in der Wilhelminenhofstraße 83-85 in Berlin. Das Unternehmen wurde im Herbst 2008 gegründet. Es entstand durch Umbenennung des Luxemburger Finanzdienstleisters "Gesellschaft für Internationale Projectcoordination", kurz IPC. 

Ursprünglich waren in Usingen zwei weitere Pinebeck-Unternehmen gemeldet: Die Pinebeck GmbH hat ihren Sitz ebenso nach Berlin verlegt, die Pinebeck Eifel-Projekt GmbH wurde gelöscht. Während der Zusammenarbeit mit dem Nürburgring hatte keines der drei Pinebeck-Unternehmen eine eigene Anschrift oder einen eigenen Mietvertrag. Alles lief über das Büro von Zender. Die Unternehmen nutzten auch offiziell seine Telefonnummer. Zweck der Pinebeck-Gruppe, zu der früher auch die Luxemburger Pinebeck S.A. gehörte, sind Immobilienhandel, Projektkoordination, Beratung. 

In Usingen ist der Finanzdienstleister Pinebeck, der in Rheinland-Pfalz für so viel Aufsehen sorgt, völlig unbekannt. "Pinebeck? Der Name sagt mir nichts", räumt Petra Reuter von der Wirtschaftsförderung der Stadt ein. Pinebeck? Schulterzucken auch beim Mitsubishi-Händler, dem Nachbarn von Steuerberater Zender. Und Zenders Vermieter, ein älterer Herr mit Strubbelfrisur und Hornbrille, sagt über Zender: "Mir ist egal, was der macht. Hauptsache, er zahlt die Miete." 

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